Wer wird Aargauer Sportteam oder Aargauer Sportler des Jahres 2020?

Das Sportjahr 2020 war alles andere als das, was sich die Sportlerinnen und Sportler, die Veranstalter aber auch die Medien wünschten. Praktisch alle Sportveranstaltungen mussten abgesagt werden und die meisten Sportlerinnen und Sportler trainierten nur für sich und nicht auf ein Ziel hin, wie sie es sich bei normalen Verhältnissen gewohnt sind. Diese speziellen Voraussetzungen haben das Organisationskomitee Sport-Gala dazu bewogen, die diesjährige Wahl unter neuen Vorzeichen durchzuführen. Die Aargauer Sportverbände haben in einer internen Vorauswahl 16 Sportlerinnen und Sportler sowie Teams selektioniert. Aus dieser Vorauswahl hat das Aargauer Sportpublikum nun entschieden, welche vier in das Finale einziehen. Die Nominierten für die Wahl zum Aargauer Sportler des Jahres 2020 stehen fest. Wiederum entscheidet das Publikum, wer anfangs März zum Aargauer Sportler 2020 gekrönt wird.

Ab Samstag, 20. Februar 2021 sind die Leitungen fürs Voting offen. Das Online-Voting erfolgt über die Seite www.aargauersport.ch. Das SMS-Voting erfolgt für die Nummer 2222 mit dem Text: AGSPORT1, AGSPORT2, AGSPORT3 oder AGSPORT4, Adresse des Teilnehmenden. Die Kosten pro SMS betragen 1 Franken.
Der Aargauer Sportler/das Aargauer Sportteam 2020 wird am 5. März 2021 bekanntgegeben.

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Nummer 1 (AGSPORT1): Die 1. Mannschaft des FC Aarau (Fussball). (Bild: zvg)

Das Sportjahr 2020 endete für den FC Aarau mit einem Highlight. Im letzten Spiel des «Coronajahres» gewann der FC Aarau den Spitzenkampf gegen Super League Absteiger Thun mit 3:1 und festigte damit seinen Status als Spitzenteam der Challenge League. Und das, obwohl die Kritiker den FC Aarau nach dem grossen Umbruch in der Sommerpause und den ersten beiden Niederlagen zu Saisonbeginn
bereits abgeschrieben hatten. «Die Entwicklung der Mannschaft macht uns stolz. Wir haben 13 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die fester Bestandteil der ersten Mannschaft sind und die in dieser Saison bislang einen guten Job gemacht haben. An dieser Strategie wollen wir langfristig festhalten, auch wenn es sicherlich den einen oder anderen Rückschlag geben wird. Bis zur Winterpause konnten wir den Menschen mit unseren Leistungen aber eine Freude machen und es kam eine richtige Aufbruchsstimmung auf. Der Sieg gegen Thun war die Krönung dieser Entwicklung und ohne Corona wäre das wohl wieder eines
der Spiele gewesen, die in einem ausverkauften Brügglifeld stattgefunden hätten», blickt Sportchef Sandro Burki auf die zweite Hälfte des Jahres 2020 zurück.


Auf Social Media ausgewichen
Wie vielen Sportlerinnen und Sportlern fehlt auch dem FC Aarau der Kontakt zu den Fans und den Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion. Darum haben die Verantwortlichen des Vereins versucht,
so viel wie möglich über die sozialen Medien zu kompensieren und die Mannschaft dabei einzuspannen. So nahmen die Spieler beispielsweise während des ersten Lockdowns an der «WCPapier-Challenge» teil. Und vor wenigen Wochen hat der FCA eine neue Videoserie lanciert, um den Fans die Spieler näher zu bringen. «Solche Aktivitäten sind natürlich längst kein Ersatz für den persönlichen Kontkat mit unseren Fans. Wir haben aber das Möglichste gemacht, um als Verein auch in dieser schwierigen Zeit bei den Leuten zu sein.»


Schönes Kompliment
Hätte das Coronavirus die Sportwelt im vergangenen Jahr nicht auf den Kopf gestellt, hätte der FC Aarau nicht nur auf Social Media, sondern auch in der realen Welt einige Projekte lanciert, um seine regionale Verankerung zu stärken. Der Verein wollte im Sommer verschiedenen Schulen und Breitensportvereine besuchen und mit den Kids trainieren. Auch sportartenübergreifend sollte in der Region Aarau der Zusammenhalt gestärkt werden. Beispielsweise mit den Handballern des HSC Suhr Aarau oder mit den Eishockeyanern der Argovia Stars, die direkt neben dem Brügglifeld auf der KEBA beheimatet sind. «Jetzt setzen wir die Projekte halt erst etwas später um», sagt Sandro Burki. «Aber es wird sich nichts daran ändern, dass wir weiterhin dafür sorgen wollen, dass wir in der Region verankert sind. Für uns ist es daher ein schönes Kompliment, dass wir es bei der Vorwahl zum Aargauer Sportler des Jahres 2020 unter die Top 4 geschafft haben.»

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Nummer 2 (AGSPORT2): Scott Bärlocher (Rudern). (Bild: zvg)

Scott Bärlocher ist wohl einer der wenigen, der von der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio im letzten Sommer profitiert hat. Der 23-jährige Ruderer aus Würenlos schaffte letztes Jahr nämlich den Sprung ins sechsköpfige Kader des «Vierer ohne». Das «Nachfolge-Boot» des erfolgreichen «leichten Vierer ohne», der an den Olympischen Spielen 2016 in Rio Gold gewonnen hatte. Ein Ritterschlag für den jungen Aargauer, der das Ruder-ABC einst beim Ruderclub Baden erlernt hatte. «Wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele haben zwei Athleten aus dem Olympiakader ihren Rücktritt gegeben. Dank meiner Leistungssteigerung im letzten Jahr konnte ich mir einen dieser beiden Plätze sichern. Das ist für mich ein riesiger Erfolg», freut sich Bärlocher, der im vergangenen Jahr auf der Rudermaschine erstmals die magische 6-Minutengrenze für die 2000 m unterboten hat und damit seine Fortschritte eindrücklich unterstrichen hat.

Mehr als 200 Kilometer pro Woche
Die Olympischen Spiele sind der grosse Traum von Scott Bärlocher, der im Alter von 15 Jahren mit dem Rudersport begonnen hatte. Mit 20 schaffte der schweizerisch-schottische Doppelbürger den Sprung ins Nationalkader und trainiert seither in Sarnen. Dort schuftet er hart für seinen Olympiatraum. Drei Trainingseinheiten stehen jeden Tag auf dem Programm, wobei Bärlocher jede Woche über 200 Kilometer rudert. Hinzu kommen regelmässige Krafteinheiten.
Die Aufnahme ins Olympia-Kader hatte auch eine technische Umstellung zur Folge für Scott Bärlocher, der die Schweiz schon an U23 Welt- und Europameisterschaften vertreten hat und 2019 EM-Bronze im Doppelzweier gewann. Er, der bislang als «Skuller» unterwegs war – also als Ruderer, der zwei Ruder  bedient –, musste sich mit dem «Riemen» anfreunden. Seither rudert Bärlocher also nur noch mit einem Ruder, das er mit beiden Armen durchs Wasser zieht. Mit weiteren Leistungssteigerungen in den kommenden Monaten will sich Scott Bärlocher für einen Olympiastartplatz aufdrängen. «Ich glaube, das Rennen zwischen uns sechs Athleten ist noch absolut offen», sagt Bärlocher, der neben seiner Ruderkarriere ein ETH-Studium in Elektrotechnik absolviert.

Mehr als ein guter Clubruderer
Dass er es an der Wahl zum «Aargauer Sportler des Jahres 2020» unter die letzten Vier geschafft hat, ist für Bärlocher die Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg ist. «Es ist für mich die erste Nomination für eine solche Wahl. Das ist eine mega Ehre für mich», freut sich Bärlocher. «Vielleicht kann ich so für einige junge Rudererinnen und Ruderer ein Vorbild sein. Es zeigt mir auch, dass ich innerhalb der Sportszene aufgestiegen bin und mittlerweile mehr bin als ein guter Clubruderer.» Das ist Scott Bärlocher definitiv – vor allem, wenn er sich im kommenden Sommer tatsächlich einen Platz im «Schweizer Olympia Vierer» ergattert.

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Nummer 3 (AGSPORT3): Daniel Eich (Judo). (Bild: zvg)

Es war ein spezielles Jahr für Daniel Eich. Der Judoka aus Gebenstorf war in seiner Sportart durch die Coronamassnahmen noch länger eingeschränkt als andere Athletinnen und Athleten. Von Februar bis November bestritt er keinen einzigen Wettkampf und konnte in diesem Zeitraum auch zwei Monate nicht in der Halle trainieren. Dafür war sein Comeback umso fulminanter. Der 20-jährige Judoka des JJJC Brugg erkämpfte sich bei seiner letzten U21-EM nämlich die Bronzemedaille in der Kategorie bis 100kg. «Ich zählte mich aufgrund meiner guten Resultate vor der Coronapause schon zu den Medaillenanwärtern», blickt er zurück. «Als ich dann den Bronzekampf aber tatsächlich gewonnen hatte, war das eine mega Erleichterung für mich. Das ist mit Abstand der grösste Erfolg meiner Karriere.»

Lieber Lego als Judo
Daniel Eich betreibt Judo seit er sechs Jahre alt ist. Seine Eltern hatten ihn damals beim JJJC Brugg angemeldet. «Am Anfang wollte ich aber eigentlich gar nicht ins Judo. Ich wäre lieber Zuhause geblieben und hätte Lego gespielt oder im Garten rumgetobt», erinnert er sich. In der Oberstufe packte ihn dann aber die Begeisterung fürs Judo so richtig und seit 2016 betreibt er Judo als Leistungssport. Seither konnte Daniel Eich auch schon beachtliche Erfolge feiern. Er gewann einen U21 Europacup in Tschechien, siegte beim prestigeträchtigen internationalen Masters in Bremen (U21),
vertrat die Schweiz an der U21 EM und WM und sicherte sich auf nationalem Parkett Schweizer Meistertitel bei den U18, U21 und Elite.

Übertritt zur Elite steht an
Für Daniel Eich steht im Jahr nach seiner EM-Medaille in der U21-Kategorie der Übertritt zur Elite an. Das bedeutet, dass er sich nun mit gestandenen Profis misst. «Das ist ein grosser Schritt. Gerade in punkto Kraft und Technik weht da ein anderer Wind», weiss Daniel Eich, der Ende Februar in Prag bei einem internationalen Wettkampf antreten wird. Doch der 20-Jährige arbeitet hart dafür, dass er diese Lücke bald schliessen kann. Vier Einheiten Kraft und Kondition, sowie fünf bis sechs Trainings auf der Matte stehen jede Woche auf dem Programm von Daniel Eich.
Daneben arbeitet er in einem 40 Prozent Pensum als Chemielaborant in seinem Wohnort Gebenstorf. «Natürlich sind es intensive Tage mit Training und Beruf, aber aufgeben werde ich meinen Job sicher nicht. Die Arbeit im Labor ist für mich der perfekte Ausgleich zum Sport und ich bin auch sehr froh, dass ich das Judo und meinen Beruf dank meinem Arbeitgeber Amino AG so flexibel kombinieren kann», sagt Eich, der sich über die Nomination zum «Aargauer Sportler des Jahres» freut. «Ich war überrascht, dass ich überhaupt für die Wahl vorgeschlagen wurde, und fühle mich geehrt, dass ich nun sogar zu den Top 4 gehöre.»

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Nummer 4 (AGSPORT4): Team Bern Schwaller mit Marcel Käufeler und Romano Meier (Curling). (Bild: zvg)

Der erste Lockdown im März 2020 traf die beiden Aargauer Spitzencurler Romano Meier (25, Ehrendingen) und Marcel Käufeler (27, Wettingen) und ihr Team hart. Die Equipe Bern Zähringer befand sich damals in bestechender Form. Nach dem Schweizer Meistertitel hatte das Team auch das Vorbereitungsturnier in Schottland gewonnen und war heiss auf die Weltmeisterschaften.


Die allererste WM in der Laufbahn des jungen Teams
Doch statt um WM-Medaillen zu kämpfen, mussten die vier Athleten wegen des Coronavirus überstürzt nach Hause reisen. «Das war schon extrem hart, zu verdauen. Natürlich hat man Verständnis für die Lage, aber als Sportler will man die grössten Wettkämpfe bestreiten. Entsprechend war es nicht ganz einfach, sofort wieder neue Motivation zu finden», blickt Marcel Käufeler zurück. Doch wie es sich für Spitzensportler gehört: Aufgeben gibt’s nicht. «Wir haben uns im Team gegenseitig unterstützt und versucht, uns auf das zu konzentrieren, was wir selber beeinflussen können», sagt Romano Meier. Eine Taktik, die sich bewährt hat. Denn als im Herbst wieder Curling-Wettkämpfe durchgeführt werden durften, knüpfte das Team der beiden Aargauer dort an, wo es vor dem Lockdown aufgehört hatte. Bei vier Turnierteilnahmen standen Meier, Käufeler und Co. dreimal im Finale und gewannen einen Titel. Der Lohn für die starken Leistungen vor dem Lockdown und nach dem Neustart: Das Team Bern Zähringer wird als Weltnummer eins des Jahres 2020 geführt. «Darüber haben wir uns natürlich gefreut», sagt Romano Meier. «Aber man muss das ein wenig relativieren. Diese Weltrangliste ist nicht ganz aussagekräftig, da beispielsweise die starken Teams aus Kanada wegen Corona in diesem Jahr weniger Turniere bestreiten konnten als wir.» In der offiziellen Weltrangliste, die direkt nach dem Lockdown «eingefroren» wurde, wird die Equipe Bern Zähringer an sechster Stelle geführt. «Damit haben wir es 2020 geschafft, uns in der absoluten Weltspitze zu etablieren. Das war eines unserer Ziele für das letzte Jahr», so Marcel Käufeler.


Freude, dabei zu sein
Quasi als Belohnung für die starken Leistungen in diesem herausfordernden Sportjahr haben es Marcel Käufeler und Romano Meier unter die Top 4 bei der Wahl «Aargauer Sportler des Jahres 2020» geschafft. «Ich verfolge diesen Event schon lange und finde es toll, wie der Kanton Aargau den Sport und diese Wahl medial pusht. Umso mehr freut es uns, dass wir diesmal dabei sein dürfen und es in die Top 4 geschafft haben. Obwohl es mir als grossen FC Aarau Fan natürlich nicht ganz leichtfällt, gegen den FCA anzutreten», sagt Marcel Käufeler lachend.

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