Bis zu 3000 Menschen demonstrieren in Wohlen gegen die Massnahmen des Bundes

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Der Protestmarsch des Vereins «Stiller Protest» gegen die Corona-Massnahmen in Wohlen. (Bild: André Albrecht)

Frühlingssonne, Menschenmassen und ein kühles Bierchen: Es hatte etwas von einem Musikfestival. Wenn da nicht Corona wäre. Bereits zum fünften Mal rief der Verein «Stiller Protest» zum Widerstand gegen Maskenpflicht, Ladenschliessungen und Impfzwang auf. Austragungsort der Demonstration war nach Zürich, St. Gallen, Zug und Aarau dieses Mal Wohlen. «Wir sind absolut überwältigt, dass so viele von euch den Weg zu uns gefunden haben,» rief die Präsidentin des Vereins, die ihren Namen nicht in den Medien sehen will, ins Mikrofon. Tatsächlich folgten weit mehr Menschen dem Aufruf des Vereins als vermutet. Bis zu 1000 Demonstranten hatten die Organisatoren erwartet. Gekommen sind laut Organisatoren zwischen 2500 bis 3000. Damit wurde die Zahl der Teilnehmer des letzten Protestmarschs des Vereins am 6. Februar in Zug deutlich übertroffen. Damals nahmen rund 800 Personen teil.

Eineinhalbstündige Kundgebung

Besammelt hatten sich die Anhänger um 13 Uhr auf dem Wohler Merkurareal, gleich neben dem Chappelehof. Um 14 Uhr startete der Protestmarsch durch Wohlen. Es ging der Bünzstrasse entlang bis zum Bahnhof und dann über die Zentralstrasse zurück zum Merkurareal, wo daraufhin eine eineinhalbstündige Kundgebung folgte.

Unter den Rednern waren bekannte Grössen der Coronaskeptiker. Etwa Thomas Brändle, Zuger alt-Grossrat und Bäckermeister, der von einem «Suizid auf raten für die KMU» angesichts der Massnahmen des Bundes. Oder Patrick Jetzer, der einen alternativen Branchenverband gründen will. Die Präsidentin selbst fokussierte sich in ihrer Rede auf den negativen Einfluss der Massnahmen auf die Kinder. Auch Vertreter aus dem Gesundheitswesen meldeten sich zu Wort. Ebenfalls bestieg ein Wohler Gesicht das Podium: Kantonsschullehrer Markus Häni. Er wisse, dass er mit seinem Auftritt seinen Job riskiere, aber er müsse das jetzt einfach tun, meinte er

Gebetsmühlenartig riefen die Organisatoren die Teilnehmer zur Einhaltung der Maskenpflicht auf - nicht ohne Ironie und gefolgt von Gelächter aus den Reihen. Geschätzte zwei Drittel der Demonstrierenden verzichtete auf das Tragen einer Maske. Die anwesende Regionalpolizei Wohlen, unterstützt von Kollegen der Kantonspolizei, schritt jedoch nicht ein. Um 16.30 Uhr war die Kundgebung vorbei und die Menschenmenge löste sich allmählich auf.

Trotz Maskensündern und deutlich mehr Demonstranten, als ursprünglich bewilligt, zieht die Kantonspolizei ein positives Fazit: «Die ganze Demonstration verlief sehr ruhig und gesittet», sagt Aline Rey, Mediensprecherin der Kapo, auf Anfrage. Weder die Repol noch die Kantonspolizei hätten eingreifen müssen. Auf eine Kontrolle der Teilnehmer habe man verzichtet, da der Aufwand dafür unverhältnismässig hoch gewesen wäre.

 «Ich will nicht, dass unsere Kinder unter Depressionen leiden müssen, dass sie sich Masken tragen und sich Massentests unterziehen lassen müssen. Das kommt für mich einfach nicht in Frage», sagt ein Demonstrationsteilnehmer.

«Um die Leute, die hier mitmachen zu unterstützen», sei sie hergekommen, sagt eine junge Frau. Sie wolle, dass man wieder etwas mehr Freiheit erlangen und «die Maske ein- für allemal in den Müll werfen» könne.

Man solle gehorsam bleiben, sagt eine Stimme durch einen Lautsprecher. Auch ein einfaches «Maskenpflicht», ist wahrnehmbar. Hinterher laufen Hunderte von Menschen in weissen Schutzanzügen. Sie tragen Schilder auf denen Sprüche prangern wie «Dialog unnötig», «Nähe vermeiden für immer» oder auch «Singen tötet».

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