Die Baustelle des FC Aarau hinten links

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In nur drei Teileinsätzen wurde klar: Ein gesunder Bryan Verboom ist für den FCA eine Bereicherung. (Bild: Freshfocus)

Gute Linksverteidiger sind im Fussball ein rares Gut. Umso erstaunlicher, dass im vergangenen August ein Spieler nach 105 Einsätzen in der obersten Liga des Fifa-Weltranglistenersten Belgien den Weg ins Unterhaus des Schweizer Profifussballs gefunden hat – in die Challenge League zum FC Aarau. Sein Name: Bryan Verboom. Mit dem 29-Jährigen als Stammkraft und den Profineulingen Stevan Lujic (18) und Flavio Caserta (17) dahinter sollte hinten links die Saison bestritten werden. Doch ausgerechnet Verboom, Lujic und Caserta sind seither nur marginal in Erscheinung getreten. Stattdessen wechseln sich Arijan Qollaku, Elsad Zverotic und seit einer Woche Winter-Neuzugang Bastien Conus als Stammspieler ab. Die Geschichte der Baustelle hinten links:

Bryan Verboom: Nach einer Woche Probetraining unterschrieb der Belgier im August einen Vertrag beim FCA. Dass er zuvor wegen Corona ein halbes Jahr lang keinen Ernstkampf bestritten hatte und sich erst wieder an den hohen Rhythmus gewöhnen musste, wussten die Verantwortlichen – der Medizincheck indes verlief ohne Auffälligkeiten. Verboom aber ist seither aus gesundheitlichen Gründen nur gerade zu drei Teileinsätzen gekommen. Die restlichen 19 Partien verpasste er aufgrund muskulärer Probleme. Es zwickte mal hier und mal dort, phasenweise herrschte Ratlosigkeit über die immer wieder aufkeimenden Beschwerden. Aktuell nimmt Verboom ein weiteres Mal Anlauf zum nächsten Wettkampfeinsatz. Doch auch wenn er künftig von Rückschlägen verschont bleibt, werden sich seine Wege und die des FC Aarau im Sommer mit grosser Wahrscheinlichkeit trennen: Verbooms Vertrag verlängert sich nur nach einer gewissen Anzahl Einsätze, die er bis Saisonende nicht mehr erreichen kann. Dazu die Verletzungsanfälligkeit und das personelle Überangebot hinten links. Schade eigentlich – denn die wenigen Auftritte im FCA-Trikot reichten für die Erkenntnis: Ein gesunder Bryan Verboom ist Verstärkung und Attraktion zugleich.

Arijan Qollaku: Der 24-Jährige wurde als zweiter Rechtsverteidiger neben Raoul Giger verpflichtet. Übernahm dann aber sofort die Rolle auf links, weil Verboom ausfiel und die Jungprofis Lujic und Caserta den Anforderungen an Stammspieler noch nicht gewachsen sind. Qollaku überzeugte vor allem in defensiver Hinsicht und schien die ideale Überbrückungslösung bis zu Verbooms Genesung zu sein, ehe er sich im fünften Einsatz Ende Oktober gegen den FC Thun das Kreuzband riss. Mit seiner Rückkehr ist erst in der nächsten Saison zu rechnen.

Elsad Zverotic: Verboom verletzt, Qollaku verletzt – also musste ab November Elsad Zverotic hinten links aushelfen. Zverotic war verfügbar, weil Trainer Stephan Keller im zentralen Mittelfeld nicht mehr auf den Captain setzte. Unter diesem Aspekt machte der 34-Jährige seine Sache gut, er verbuchte gar als bislang einziger der eingesetzten Linksverteidiger Skorerpunkte (1 Tor, 5 Assists). Trotzdem: Dass er sich auf anderen Positionen wohler fühlt, konnte Zverotic nie kaschieren. Auch Trainer Keller war zunehmend unzufrieden mit der Notlösung. Dies und Zverotics Rücktrittsankündigung führten dazu, dass kürzlich der nächste Linksverteidiger verpflichtet wurde.

Bastien Conus: Vor einer Woche feierte der 23-Jährige sein Startelf-Debüt beim FCA – einen Tag nach dem Wechsel von  Chiasso ins Brügglifeld. Von Null auf Hundert: Das gilt auch für Conus’ Stellung in der Linksverteidiger-Hierarchie. Mit seiner Verpflichtung bis 2023, so hofft man im FCA, ist die Baustelle für längere Zeit behoben.

Stevan Lujic: Wurde im Rahmen der Conus-Verpflichtung an Chiasso ausgeliehen und soll dort fern vom heimischen Nest reifen. Macht er die nötigen Fortschritte, dürfte er ab der kommenden Saison Stellvertreter hinter Conus sein.

Flavio Caserta: Weniger weit als zu Saisonbeginn gedacht. Er wird weiterhin den einen oder anderen Kurzeinsatz erhalten, um sich an den Profifussball heranzutasten. Im Sommer dann ist eine Ausleihe analog zur jetzigen von Lujic denkbar.

Nachtragsspiel gegen Xamax

Der Eindruck, Aarau spiele eine bessere Saison als die vergangene, wird so schnell nicht vergehen: Daran ändert sich auch dann nichts, sollte heute Abend im sechsten Spiel seit Jahresbeginn erneut kein Sieg gelingen. Doch es dürfte eine der letzten Chancen für den FCA sein, mit einem Dreier den Absturz in die tabellarische Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Nutzt sie der FC Aarau im Nachtragsspiel gegen Xamax?

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