Auch an Krücken kann man seiner Mannschaft helfen

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Will diese Saison nochmal spielen: Oltens Cédric Hüsler. (Bild: freshfocus)

Cédric Hüsler, vor zwei Monaten haben Sie sich das Wadenbein gebrochen. Wie geht es Ihnen heute?
Cédric Hüsler: Recht gut. Ich kann hin und wieder die Stöcke weglegen und das Bein wieder belasten. Am Freitag habe ich die letzte Kontrolle, ich nehme an, dass ich dann den Stützfuss nicht mehr brauche. Ich fühle mich von Tag zu Tag wohler.

Wie sah Ihr Alltag in den letzten zwei Monaten aus?
Die Physiotherapie absolvierte ich in der Schulthess-Klinik und bin praktisch jeden Tag dort für die klassischen Aufbau- und Stabilitätsübungen und fürs Krafttraining.

Wie haben Sie die Szene, die zur Verletzung geführt hat, im Spiel in Sierre erlebt?
Ich habe in einem Boxplay einen Schuss von Montandon geblockt – und der hat einen ziemlich guten Schuss. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir in meiner Karriere beim Blocken von Schüssen ausser ein paar Blessuren noch nie etwas passiert, aber es gehört halt auch zum Eishockey. Man nimmt eine Verletzung in Kauf und weiss. Ich habe mir die Szene einmal im Video angesehen, aber danach schloss ich damit ab.

Vielleicht war Ihnen das gar nicht so bewusst, aber mit Ihrem geblockten Schuss ging ein Ruck durch die Mannschaft. Ihre Heldentat war wie ein Weckruf.
Mitbekommen habe ich es nicht mehr, aber der Coach erzählte später, wie das Momentum auf unsere Seite gedreht hatte. Es ist schön, dass es in der Verlängerung noch zum 2:1-Sieg reichte, dann war es immerhin ein bisschen nützlich. Aber ich hätte mich lieber nicht verletzt und dem Team anders geholfen.

Diese «Blocks» sind oft genauso wichtig für ein Team wie ein Tor. Welchen Stellenwert haben geblockte Schüsse bei Ihnen?
Ich finde sie enorm wichtig! Gerade im Boxplay, da kann es ein Spiel retten. Das sagen auch die Statistiken – in der Schweiz werden diese ja nicht so ausgeprägt geführt, aber wenn man sich in der NHL darauf achtet, da gewinnt oft das Team, das mehr geblockte Schüsse verzeichnet. Man muss diesen Preis zahlen und Opfer bringen, damit es zum Sieg reicht. Auch im Hinblick auf die Playoffs, da ist es noch viel wichtiger, da wird um jeden Meter gekämpft.

Sie waren bis zur Verletzung einer der Anführer auf dem Weg aus der Dezember-Krise. Schmerzt das doppelt?
Ich begann mich wohlzufühlen mit dem System und allem, fand meine Rolle und wusste, was der Coach von mir verlangt und wie ich dem Team helfen kann. Es war sicher unglücklich, ausgerechnet dann auszufallen. Als mein Team die Serie bis auf acht Siege fortführen konnten, konnte ich besser mit meinem Ausfall umgehen. Umso schwieriger war die Negativserie mit acht Niederlagen. Als Verletzter bist du zum Zuschauen verdammt, kannst nichts ausrichten, schaust in der Garderobe vorbei, siehst dir die Spiele an, würdest gerne helfen. Das ist nicht einfach.

Sie waren gern gesehener Motivator an Krücken in der Garderobe.
Ja, man schaut, dass man gute Stimmung verbreiten kann, stellt die Teamkameraden auf. Aber nach der fünften Niederlage  werden Worte schnell einmal falsch aufgefasst, da ist man besser etwas zurückhaltender, statt auch noch krampfhaft aufmunternd zu sein und damit jemanden zu nerven.

Wie haben Sie das Team in den letzten zwei Monaten wahrgenommen?
Im Eishockey sind Negativserien speziell und man sollte sie etwa vom Fussball unterscheiden. Im Fussball ist die Saison nach fünf, sechs Niederlagen gelaufen, die Aussicht, Meister zu werden, ist sehr gering. Wir wiederum waren an einem Punkt, an dem wir festhalten mussten: So, jetzt holen wir uns die Playoffteilnahme, wir haben nichts mehr zu verlieren und holen das Beste aus uns heraus.

Das scheint im Ansatz zu gelingen.
Es ist sehr viel passiert mit den B-Lizenzen. Wir wollen wirklich das Tief hinter uns lassen und haben uns gesagt: Schlimmer als diese Niederlagenserie kann es ja nicht mehr werden, lasst uns alles geben. Das Vertrauen in unser Können ist da und wir haben mehrmals bewiesen, dass wir Eishockey spielen können. Ich denke, das Team wird in den Playoffs bereit sein, ich habe Vertrauen in die Mannschaft.

Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass Sie in den Playoffs spielen?
Ich habe mir schon im Spital zum Ziel gesetzt, dass ich unbedingt in dieser Saison wieder spielen möchte. Ich werde wohl die erste Playoff-Runde verpassen, hoffe aber, dass ich für eine Halbfinal-Serie wieder fit wäre. Aber ich muss vernünftig bleiben, es bringt nichts, etwas forcieren zu wollen, was keinen Sinn ergibt.

Das Ende der Qualifikation naht

Während für die Ticino Rockets bereits klar ist, dass sie die Playoffs höchstens über den Umweg Pre-Playoffs schaffen können, steht für den SC Langenthal fest, dass er diesen Umweg nicht nehmen muss. Immer mehr zeichnet sich zudem ab, dass die Oberaargauer die Qualifikation auf dem dritten Rang abschliessen werden. Die Wichtigkeit des heutigen Duells Rockets gegen SCL schmälern will Tyler Higgins aber keineswegs. «Insbesondere zum Ende der Saison werden die Punkte immer wichtiger», sagt der SCL-Verteidiger.

Higgins selbst könnte auch beim Gegner spielen, ist er doch erst 22-jährig und gilt als Spieler mit Potenzial für die Zukunft. Insbesondere in den letzten Wochen zeigten sich beim grossgewachsenen Abwehrspieler Fortschritte. «Ich hatte einen schwierigen Start. Erstmals weg von zu Hause in Europa, wo das Spiel ein bisschen anders und die Eisfläche grösser ist», sagt der Schweiz-Kanadier. Daher habe er ein bisschen Anpassungszeit gebraucht. «Dem Trainer ist aber aufgefallen, dass ich stetig besser wurde. Deshalb erhielt ich immer etwas mehr Eiszeit.»

Dass diese zu Beginn noch rar war, habe es zusätzlich schwierig gemacht, weil der Rhythmus fehlte. Noch sei er aber keineswegs zufrieden, weitere Fortschritte kündete er an. «Das Skating und meine Beweglichkeit möchte ich weiter verbessern», sagt er. Weil er einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat und auch nächste Saison zum SCL-Kader gehört, hat er dafür auch noch Zeit. (ryl)

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