Die Flucht des FC Winterthur aus der Heimat

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Heim- statt Auswärtsspiel - oder umgekehrt: Je nach Perspektive von Aaraus Thiesson (Mitte) und Winterthurs Buess. (Bild: freshfocus)

Eine Million Franken hat der neue Rasen im Winterthurer Stadion Schützenwiese gekostet. Verlegt wurde das Grün im vergangenen Sommer, bezahlt von der öffentlichen Hand. Beim FCW hat man sich von der Aufrüstung einige Vorteile erhofft: Mehr Trainings und Spiele der Frauen- und Juniorenteams auf dem Hauptplatz, vor allem jedoch attraktiven Fussball der Profis auf topfebener Unterlage.

Ein halbes Jahr später präsentiert sich die Situation so: Die Verantwortlichen wollen so schnell wie möglich raus aus der «Schützi», suchen nach einem Ausweichstadion, um dort bis Ende Saison die Heimspiele auszutragen. In Frage kommen gemäss dem «Landboten» der Zürcher Utogrund und das Grünfeld in Rapperswil-Jona.

Grund für die Flucht: Der neue Rasen präsentiert sich in himmeltraurigem Zustand. Weil kurz nach dem Verlegen starke Regenfälle einsetzten, sind die Wurzeln des Rollrasens nicht mit dem Unterboden verwachsen. Folge: Bei jeder Richtungsänderung, bei jeder Grätsche besteht akute Rutsch- und Verletzungsgefahr. Jeweils schon nach dem Einlaufen gleicht die Unterlage einem brachliegenden Getreideacker, zuletzt wurde mit Sand dagegen angekämpft – mit mässigem Erfolg.

Bis die temporäre neue Heimat bezugsbereit ist, versuchen die Winterthurer, mit Platzabtausch weitere Heimspiele zu verhindern. Während am Dienstag der SC Kriens dagegen war und deshalb nochmals eine Partie auf dem «Schützenacker» stattfand, hatte man in Aarau für die Anfrage aus Winterthur sofort ein offenes Ohr.

Aus zwei Gründen: Der Rasen im Brügglifeld befindet sich dank der minutiösen Pflege durch Platzwart Gil Hemmi in hervorragendem Zustand, ihm können bei Trockenheit und frühlingshaften Temperaturen mehrere Spiele innert kurzer Zeit nichts anhaben. Und dann ist es auch sportlich im Interesse der Aarauer, auf einer flachen Unterlage zu spielen: Auf einer solchen ist das gepflegte Kurzpassspiel möglich, während auf der Schützenwiese aktuell der altehrwürdige «Kick and Rush» der einzig praktikable Spielstil ist, was wiederum die Stärken der Aarauer Equipe ersticken würde.

Winterthur besser als Real, Chelsea und Liverpool

Also wird das Auswärtsspiel gegen Winterthur zum Heimspiel – und dadurch die Chance für die Mannschaft von Trainer Stephan Keller ein bisschen grösser, in vertrauter Umgebung den Abstand zum Barrageplatz zu verringern. Fünf Punkte beträgt er seit dem 4:0 am vergangenen Dienstag gegen Xamax – wird die Differenz am Wochenende nicht grösser, winkt dem FCA am kommenden Dienstag im nächsten Heimspiel gegen den FC Thun die grosse Chance, zu Rang zwei aufzuschliessen.

Winterthur ist seit fünf Ligaspielen sieglos und hat seit Jahresbeginn einen Punkt weniger als der FC Aarau geholt (4:5). Sie deshalb vor dem heutigen Aufeinandertreffen Aussenseiter zu nennen, wäre verkehrt: Zuerst einmal steckt mehr Super-League- und Profi-Erfahrung im Kader von Trainer Ralf Loose als in jenem der Aarauer. Und zweitens hat vor gut einer Woche der FCW beim 6:2 im Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel so viele Tore geschossen wie zuvor keine gegnerische Mannschaft im St.-Jakob-Park. Und dort waren immerhin schon Real Madrid, Bayern München, Liverpool, Barcelona und Chelsea zu Gast…

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