SVP-Grossrätinnen äussern sich gegen die Maskenpflicht für Primarschüler

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Seit Montag müssen im Aargau Fünft- und Sechstklässler Maske tragen. Bild: Keystone

Seit Montag gilt im Aargau Maskenpflicht auch in der fünften und sechsten Klasse der Primarschule. Der Regierungsrat hat diese Ausdehnung - die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe tragen die Maske schon seit dem 30. Oktober - am 11. Februar beschlossen. Einfach so hinnehmen wollen das nicht alle, es dauerte lediglich einen Tag, bis der Widerstand formiert und eine Petition lanciert war.

Steven Schraner aus Würenlos kämpft so für eine maskenfreie Aargauer Volksschule. Innert knapp zweier Wochen haben über 2600 Personen das Anliegen unterschrieben, am kommenden Dienstag überreicht Schraner die Unterschriften Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati und Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Um mehr Druck machen zu können, suchte der Petitionär auch in der Politik Unterstützung. Bei SVP-Grossrätin Nicole Müller-Boder rannte er offene Türen ein, sie hatte bereits eine Motion gegen die Maskenpflicht in der Primarschule aufgesetzt, als Schraner sie kontaktierte, wie sie gegenüber der AZ sagt. Zusammen mit Maya Meier (ebenfalls SVP) reicht sie den Vorstoss in der nächsten Sitzung des Grossen Rats vom 15. März ein.

An Oberstufe sinnvoll, in der Primar eine Zumutung

Der Regierungsrat soll damit aufgefordert werden, die Maskenpflicht für Primarschüler sofort aufzuheben. Zudem soll er dafür besorgt sein, dass die Weisung an der Oberstufe in Zukunft korrekt umgesetzt wird. Explizit sollen die Schüler im Sportunterricht keine Maske tragen müssen. Der Sportunterricht ist von der Pflicht tatsächlich ausgenommen, er soll so gestaltet sein, dass die Schülerinnen und Schüler die Abstände einhalten. Das werde an den Schulen aber nicht immer so umgesetzt, schreiben die Motionärinnen.

Die Maskenpflicht an der Oberstufe sehe sie ein, sagt Nicole Müller-Boder, schliesslich müssen Jugendliche ab 12 auch im ÖV oder beim einkaufen eine Maske tragen. «Aber für Kinder in der Primarschule ist sie störend und macht keinen Sinn.» Das sehe sie seit Montag erst recht so, seit ihre Tochter, eine Sechstklässlerin, den ganzen Tag die Maske trägt. «Sie hat nach der Schule Kopfweh, auch am vierten Tag noch. Ich will ihr aber doch nicht wegen der Maske Medikamente geben müssen», so Müller-Boder. Ein anderes Kind in der gleichen Klasse habe Asthma und habe deswegen Mühe mit der Maske. «Es ist eine Zumutung», findet die Grossrätin.

Nicht nur aus eigener Betroffenheit

Besonders stört sich Müller-Boder daran, dass Schülerinnen und Schüler teilweise auch im Sportunterricht die Maske tragen müssen, obwohl das die kantonale Weisung gar nicht vorsieht. Als Fitnesstrainerin weiss sie auch, was das heisst: «Niemand will beim Sport freiwillig die Maske tragen, es ist sehr unangenehm». Müller-Boder sieht hier den Kanton in der Pflicht. «Es ist sicher für die Lehrpersonen und die Schulen nicht immer einfach, den Überblick zu behalten», sagt sie, der Regierungsrat solle aber dafür sorgen, dass seine Regelungen richtig umgesetzt werden.

Müller-Boder betont, dass sie nicht einfach aus eigener Betroffenheit aktiv wird. Viel mehr wolle sie den Anfängen wehren. Sie sagt: «Sonst wird die Pflicht immer weiter ausgeweitet, bis sie am Schluss sogar für Kita-Kinder gilt. Das müssen wir verhindern.» Die Motionärinnen beantragen für ihren Vorstoss Dringlichkeit, sonst dauert es bis im Juni, bis er beantwortet wird - viel zu lange, sagt Nicole Müller-Boder. Ob sie aber auf genügend Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen im Grossen Rat zählen kann, sei schwierig abzuschätzen. «Ich weiss noch nicht, wie es ankommt». Bisher sei das Echo klein, der Fokus vieler Parlamentarier liege auf der finanziellen Bewältigung der Krise und der Wirtschaft.

Echo aus Politik bisher klein

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband hatte die Maskenpflicht für die fünfte und sechste Klasse gefordert, sie ist auch in der Politik bisher wenig umstritten. Der Grundtenor ist, dass alles unternommen werden soll um die Schulen offen zu lassen. So meldete sich SP-Aargau-Präsidentin Gabriela Suter nach der Lancierung der Petition auf Twitter zu Wort: «Solche Aktionen torpedieren das Ziel, die Schulen möglichst offen zu lassen. Muten wir den Kindern mehr zu»! schrieb sie zum entsprechenden Zeitungsartikel.

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