Leser äussern sich zur dritten Etappe der Wiggertalstrasse

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Planung Wiggertalstrasse (WTS3) ein «Flickenteppich»

Zum Artikel «Wiggertalstrasse zum Schnäppchenpreis». Ausgabe vom 25. Februar.

Finanzierung: zu vieles unklar, zu viele Unsicherheiten
Autobahnanschluss nicht mal in der Planung. Übergangs­lösung mit Kostenfolge
Geplantes Industriegebiet noch nicht eingezont
Die Wiggertalstrasse führt mitten durch das zukünftige Industriegebiet
Zufahrt zum neuen Industriegebiet in der Planung nicht mit einbezogen

Dass man ein Projekt mit so vielen offenen Fragen vor das Volk bringt, kann ich nicht nachvollziehen. Zu den Kosten ist zu sagen, dass wir über einen Investitionsbetrag von 10,724 Mio. abstimmen und nicht über einen Wahrscheinlichkeitsbetrag.

Die höheren Beitragssätze von Bund und Kanton müssen noch genehmigt werden. Durch die hohe Staatverschuldung wegen Corona werden solche Mehrausgaben vom Kanton und Bund nicht mehr so einfach mehrheitsfähig sein.

In der Realisierungsreihenfolge der WTS3 bin ich klar der Auffassung, dass zuerst der Autobahnzubringer und die Einzonung für das neu geplante Industriegebiet erfolgen müssen. Erst danach der Bau der Wiggertalstrasse. Die Linienführung kann dann optimal den Bedürfnissen zum neuen Industriegebiet geplant werden. So können hohe Anpassungskosten vermieden werden.

Den Leserbrief von Herrn Woodtli vom 13. Februar mit den erwähnten Lärmbelastungen am Rössliweg kann ich durchaus verstehen. Mit gutem Willen des Verkehrsdepartements Aargau könnte man verkehrsberuhigende Massnahmen beschliessen, wie Tempo 30 ab Hubacher bis Rössli-Kreisel und Lastwagenverkehr nur für Zubringer. Die Lärmbelastung würde dadurch erheblich reduziert.

Die Bernstrasse ist gut ausgebaut und es besteht genügend Platz für Autos, Velofahrer und Fussgänger. Also kein Sicherheitsproblem. Ausser zu Mittags- und Abendzeiten stellt die Verkehrsdichte z. B. beim Rössli-Kreisel kein Problem dar. Mit der Sanierung kann mindestens noch 10 bis 15 Jahre zugewartet werden. Bis dahin sollten die noch offenen Punkte zur Wiggertalstrasse sicherlich geklärt sein.

Der Bau der WTS3 mit den verkehrsberuhigenden Massnahmen ist bezüglich des Kosten- und Nutzenverhältnisses mit 11 Mio. nicht gegeben und somit zu teuer. Im Wissen, dass die Kosten in den nächsten Jahren im Bildungs- und Sozialbereich massiv steigen und die Steuereinnahmen nicht mehr so sprudeln werden, ist es unverantwortlich einer solchen Luxusvorlage zuzustimmen. Zukünftig müssen wir wieder vermehrt Machbares vom Wünschbaren unterscheiden.

Auch ich gehöre zur ­Covid-19-Risikogruppe und nehme an der Gemeindeversammlung nicht teil. Bei einer Annahme würde ich ein Referendum unterstützen.

Urs Zemp, Rothrist

 

Wiggertalstrasse, flankierende ­Massnahmen

Fangen wir beim Lidl an: Warum können Fahrzeuge, welche vom Geisshubelweg oder von der Bernstrasse kommen, nicht direkt zum Lidl fahren? Warum wird dieser Weg gesperrt und warum muss der Verkehr um zwei Kreisel herum geführt werden. Und das Gleiche zurück auch wieder. Der Rivella-Kreisel ist so schon sehr stark belastet.

Situation Grüthgässli–Geiss- hubelweg: Da besteht überhaupt kein Bedarf, etwas zu ändern. Das funktioniert aus eigener Erfahrung bestens.

Bernstrasse/Grüthgässli bis Rössli-Kreisel: Da werden die Ausstellplätze für den Bus aufgehoben. Das heisst, der Bus hält auf der Strasse an, damit die Passagiere ein- und aussteigen können. Überholen wir nicht möglich sein. Man darf einfach hinter dem Bus warten. Richtung Oftringen hat es zwei Haltestellen, Richtung Murgenthal drei. Und wohlverstanden, alle 15 Minuten fährt ein Bus. Aller Verkehr, der von der Bernstrasse, vom Hölzli oder vom Gländ herkommt und über den Rössli-­Kreisel zum Sennhofzentrum fährt oder zurück, muss dieses Prozedere mitmachen. Da ist die Geschwindigkeitsreduktion auf 30 km/h noch das kleinste Übel.

Rössli-Kreisel: Ein Bauwerk, das noch nicht sehr alt ist. Dieses funktioniert ebenfalls bestens. Warum muss dieses aufgehoben bzw. zurückgebaut werden? Ein Kreisel funktioniert besser als eine normale Kreuzung, auch für den öV. Deshalb hat man ja auch den Kreisel gebaut. Die geplante Situation ist komplett unnötig!

Fahrverbot Rössliweg: Mit der neuen Wiggertalstrasse würde dieser Weg nur noch vom Verkehr aus Vordemwald, dem Hölzli und dem Gländ belastet, welcher auf die Autobahn fahren möchte. Der Umweg über die Wiggertalstrasse wäre über 1 Kilometer länger, Umweltschutz lässt grüssen. Der Rössliweg ist 400 Meter lang und es hat grossmehrheitlich nur auf einer Seite Anwohner. Die Bernstrasse ist 600 Meter lang und ist beidseitig bewohnt, es werden so bedeutend mehr Leute durch den Lärm belästigt. Mit der Beibehaltung des Rössliwegs könnte die teure Unterführung bei der Wigger weggelassen werden und ein normaler Kreisel könnte eingebaut werden.

Kosten: Der Kanton soll den grössten Teil bezahlen, aber wer bezahlt denn die Steuern an den Kanton?

Ibis-Kreisel: Das gibt ein Chaos, wenn mit den flankierenden Massnahmen alles über diesen Kreisel geführt wird. Der Kanton redet darüber, dass es allenfalls provisorische Verbesserungen geben könnte. Wie sehen diese aus und wer bezahlt diese? Und das Astra soll einen Turbokreisel planen. Zeitpunkt unbestimmt! Sollen wir die Katze im Sack kaufen?

Die Wiggertalstrasse ja, die flankierenden Massnahmen nein, folglich müssen wir das ablehnen, weil alles miteinander verknüpft ist.

Hanspeter Hönger, Rothrist

 

Flankierende Massnahmen zwingend unnötig und teuer

Am 4. März stimmen die anwesenden Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Einwohnergemeindeversammlung ab über einen Verpflichtungskredit im Betrag von 10,724 Mio. Franken für die Wiggertalstrasse Nord mit flankierenden Massnahmen.

Zwingender Teil der Vorlage für die Wiggertalstrasse Nord seien die flankierenden Massnahmen. Zwingend sind diese glorreichen Ideen vermutlich, weil die Planer offenbar befürchten, der Verkehr werde das neue Strassenstück ungenügend benutzen, wenn die Ortsdurchfahrt im heutigen Zustand verbleibt. Der Verkehr aus Richtung Vordemwald–Gländ soll künftig den Umweg von rund 1,5 Kilometer via den Wiggerbrücke-Knoten zur A1 machen, weil der Rössliweg nur noch als Zubringerweg – mit Trottoir! – genutzt werden darf! Zudem soll der Innerortsverkehr mit Tempo-30-Zonen «beruhigt» und die Bernstrasse mit einem Flüsterbelag versehen werden, bei 30 km/h! Die Durchfahrt soll unattraktiv werden, auch für uns Rothrister! Bestehende Bus-Buchten (Rössli, Gemeindehaus, Pöstli) sollen aufgehoben werden; der Bus macht dann auf der Fahrbahn Halt! Der Rösslikreisel und die Umgebung sollen umgebaut und auch die Personenunterführung beim Pöstli aufgehoben werden!

Die geplanten Massnahmen kosten die Gemeinde 7,8 Mio. Franken. Ein angebliches Schnäppchen für die Gemeinde. Die Einsparungen beim Verzicht auf die flankierenden Massnahmen würden locker für eine Sanierung der Bernstrasse reichen. Zudem ist eine höhere Kostenbeteiligung des Kantons an die flankierenden Massnahmen noch nicht gesichert; der Grosse Rat des Kantons Aargau wird erst im laufenden Jahr entscheiden. Bund, Kanton und Gemeinde werden wohl die finanziellen Prioritäten bald ändern müssen, um die Corona-Folgekosten zu stemmen. Bei den vielen unnötigen baulichen Veränderungen und der finanziellen Unsicherheit sollten die Alarmglocken läuten. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind gut beraten, bei der Stimmabgabe diese Tatsachen zu bedenken.

Fazit: Kredit ablehnen und Vorlage zur Überarbeitung zurück an den Absender. Eine Ablehnung des Kredites würde kaum grosse Verzögerung für den Bau der Wiggertalstrasse zur Folge haben.

Übrigens: Ein Drei-Arm-Kreisel beim Knoten Wiggerbrücke wäre günstiger und wirklich konfliktfrei, im Gegensatz zum geplanten Abzweiger von Oftringen her Richtung scharfen Ecken. Aber das ist ja Sache des Kantons.

Robert Bär, Rothrist

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