In der 2. Liga inter bahnt sich eine Modusänderung an

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Beim SC Zofingen und beim SC Schöftland konzentriert man sich auf das, was man selber beeinflussen kann und nicht auf Modus-Diskussionen. (Bild: OL)

Es herrscht Aufregung in der 2. Liga inter. Nicht nur, weil nach langer Pause schon bald wieder der Platz betreten werden darf, sondern weil auch die Zeit drängt. Ende Juni sollte die Saison beendet sein, dabei müssen die meisten Teams der Gruppe 5 noch 15 Spieltage absolvieren.

Da eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs jedoch auch mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit braucht und die Teams voraussichtlich frühestens ab 22. März wieder uneingeschränkten Trainingsbetrieb aufnehmen können, stellt die Amateurliga für den Restart frühestens das Wochenende vom 10./11. April in Aussicht. Eine mögliche Lösung des Problems könnte eine Gruppenteilung nach absolvierter Hinrunde sein. In der Grup­pe 5 mit den Aargauer Teams aus Zofingen (3. Rang), Schöftland (6.), Klingnau (7.), Muri (10.) und Pajde (12.) würde in diesem Fall der Strich unterhalb von Platz 7 angesetzt. Während die ersten sieben Teams um den Aufstieg spielen, kämpfen die unteren sechs gegen den Abstieg.

Delikate Ausgangslage für Zofingen

Hansruedi Birrer lässt sich von möglichen Modusänderungen nicht aus der Ruhe bringen. Der Trainer des SC Zofingen möchte beeinflussen, was in der eigenen Macht liegt. Birrer hat entsprechend seine Spieler in den letzten Wochen ordentlich beansprucht: 15 Laufeinheiten in kleinen Gruppen standen auf dem Programm. «Mir ist es wichtig, dass wir nicht wieder bei Null anfangen müssen, sobald wir wieder richtig trainieren können. Ausserdem hilft uns eine gute Fitness, sollte die Dichte der Spieltermine zunehmen.» Was konkrete Ziele für den Rest der Saison anbelangt, hält sich Birrer bedeckt. Die Ausgangslage auf Platz 3 ist zwar delikat, aber der Trainer weiss: «Ich habe viele junge Spieler im Kader, da kann in beide Richtungen alles passieren.» Eine Prognose sei zudem schwierig, weil die Direktvergleiche mit Leader Lachen/Altendorf noch ausstehend sind. «Wenn wir in den nächsten Partien merken, dass wir vorne mithalten können, dann wollen wir auch das Maximum erreichen.»

Dünnes Polster in Klingnau

Sollte die Gruppe nach der Hinrunde geteilt werden, so wäre für den FC Klingnau das Saisonziel Ligaerhalt zum Greifen nahe: Das Team von Samir Bajramovic sorgte wohl für die grösste Überraschung der Saison und belegt aktuell mit 13 Punkten nach 10 Partien den 7. Platz der Tabelle. Überraschend ist dies, weil der einstige Abstiegskandidat im Sommer komplett neu zusammengestellt wurde, der Stamm des Teams bilden hauptsächlich Spieler aus der Region und ehemalige A-Junioren. Auch der Trainer staunt: «In der letzten Saison hätten wir eigentlich eine Topmannschaft gehabt, doch der Erfolg blieb aus. Nun sind wir mit einer jungen Mannschaft voller Eigengewächse auf Kurs. Ich bin mehr als zufrieden mit der bisherigen Leistung und hoffe, dass wir auch im neuen Jahr so unbeschwert aufspielen können.» Doch das Polster auf die hinteren Ränge ist dünn. Entsprechend hat Bajramovic das Kader mit vier neuen Spielern verstärkt. Einerseits, um die magere Ausbeute im Sturm – 10 Tore in 10 Partien – zu verbessern, andererseits, um noch etwas mehr auf Routine zu setzen.

Schöftland fiebert dem Re-Start entgegen

Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wirkt derweil wie Balsam für die Spieler des SC Schöftland. «Es wollen alle wieder auf den Platz, ich merke, dass es kribbelt bei den Spielern», erklärt Sven Osterwalder. Der Trainer möchte im März das Fundament für einen erfolgreichen Restart legen. Dabei setzt er den Fokus ebenfalls auf die Kondition. Ein Ziel für die Rückrunde möchte Osterwalder noch nicht nennen: «Zuerst abwarten, wie der Modus aussieht. Drei Wochen richtige Vorbereitung müssen es bei uns Amateuren mindestens sein, vier wären besser.» Will sich der SC Schöftland im neuen Jahr noch steigern, wäre eine optimale Vorbereitung zwingend notwendig: «Es ist schon fast ein Phänomen. Wir haben in dieser Saison gegen den Leader gepunktet und stärkere Teams wie Rotkreuz und Grenchen bezwungen, lassen dann aber Punkte gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen. Es fehlt noch an der Konstanz.» Für Osterwalder ist die Devise deshalb klar: Raus aus dem Mittelmass und ab ins obere Drittel der Liga. «Die Qualität im Kader ist vorhanden, nun müssen wir nur noch das Potenzial ausschöpfen.»

Muri darf sich keine Fehltritte mehr erlauben

Piu Nascimento macht kein Geheimnis daraus: Die bisherige Saison war für seinen FC Muri nicht zufriedenstellend: «Wir dürften mit unserer Qualität niemals dort sein, wo wir gerade stehen», sagt der Trainer. Eine mentale Blockade und viele Verletzte machten den Murianern das Leben schwer. Anders als bei einigen Gegnern dürfte ihnen deswegen die längere Winterpause sogar gut getan haben, Toptorschütze Loris Völker ist zurück, zudem hat Piu am Kader geschraubt und drei Spieler, zwei neue Routiniers für die Offensive und einen Innenverteidiger, geholt. «Unser Kader dürfte nun einiges stärker sein, als im letzten Jahr. Ich denke, damit ist auch die Baustelle in der Offensive abgeschlossen. In 9 Partien haben wir nur 15 Tore erzielt, da mussten wir einfach handeln.» Sollte die Gruppe tatsächlich geteilt werden, bleiben Muri noch drei Partien, um vom 10. Platz auf Rang 7 zu kommen. Alles andere wäre für eine solche Mannschaft enttäuschend. Piu: «Ich bin optimistisch, alle drei Spiele sind gegen Teams, die direkt vor uns liegen. Ausserdem haben wir einen tollen Spirit. Seit Januar trainieren alle Spieler individuell, obwohl es freiwillig ist. Sie sind nicht zufrieden und wollen sich nun mit harter Arbeit und Disziplin zurückkämpfen.»

Semiprofessionelle Liga:  Restart für Erstligisten
Swiss Olympic stufte am Wochenende in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Fussballverband die Promotion League sowie die 1. Liga als «semiprofessionelle Ligen» ein, womit die betroffenen Teams ab 1. März wieder ihren Trainingsbetrieb aufnehmen dürfen, unter Einhaltung der Schutzkonzepte. Damit entfallen die derzeit geltenden Verbote wie Körperkontakt oder die 15er-Regelung. Die Erste Liga hält fest, dass es sich dabei «noch nicht um eine definitive Lösung handelt». Ausserdem hätten die jeweiligen Kantone das letzte Wort. (sha)

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