«Ich wünsche das niemandem»: Freiämter Pflegefachmann ist einer von vielen Long-Covid-Betroffenen

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Igno de Wert aus Jonen ist Pflegefachmann auf der Intensivstation des Spitals Muri und hat fast zwei Monate nach einer Infektion mit dem Coronavirus noch Beschwerden. Britta Gut

Es habe alles an Silvester begonnen. Igno de Wert hatte Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und schlotterte. Das schien ihm verdächtig, denn er sei sonst selten krank. Am 1. Januar ging er sich im Spital Muri, wo er auf der Intensivpflegestation arbeitete, auf das Coronavirus testen. Am nächsten Tag hielt der Pflegefachmann das Ergebnis in den Händen: positiv.

Seither ist de Wert krankgeschrieben. Er hat Long Covid. Das bedeutet, dass sich eine Erkrankung mit dem Coronavirus über eine längere Zeit hinzieht. Martina Wagner, von der Medienstelle des Spitals Muri, erklärt:

«Grundsätzlich kann man von Long Covid sprechen, wenn es mehr als vier Wochen nach der Ansteckung noch weiterhin Beschwerden gibt.»

Umgehend sei der 57-Jährige in Quarantäne gegangen. Während der zehn Tage wurde er zunehmend kurzatmig. Am 12. Januar läuteten die Alarmglocken bei ihm, er fuhr sofort in die Notfallaufnahme des Spitals Muri. Dort wurde er untersucht und es wurde eine Lungenentzündung bei ihm festgestellt. Er sagt: «Ich war immer kerngesund und habe keine Vorerkrankungen.»

Long Covid kann zu Post Covid werden

Einige Tage später wurde es gravierend. Es bildeten sich Lungenembolien in beiden Lungen de Werts. Nun hat er des Öfteren Atemnot sowie Temperaturschwankungen und muss ständig husten. Auch Kopfschmerzen habe er ständig und das Reden falle ihm schwer. Und all das trotz seinem anfänglich milden Verlauf. De Wert sagt: «Ich wünsche das niemandem.»

Es sei noch zu früh, um es festzustellen, aber es könne sein, dass er einen bleibenden Schaden erlitten habe, so de Wert. Die Rede ist dann von Post Covid. Laut Wagner spricht man davon, wenn ab zwölf Wochen nach der Ansteckung Folgeschäden festzustellen sind. Zudem darf dann ein irreversibler Schaden vermutet werden. De Wert ergänzt:

«Ich spüre eine Unruhe und Unsicherheit darüber, ob und inwiefern ich eingeschränkt sein werde in Zukunft.»

De Wert zögert nicht, von Long und Post Covid als einer Volkskrankheit zu sprechen. Da eine Erkrankung mit dem Coronavirus das Gewebe beschädige, mache das einen anfälliger für zukünftige Erkrankungen, erklärt er. Er befürchtet eine Last an Kosten für den Staat, ausgelöst vor allem durch Rehabilitation und nicht mehr vollständiger Arbeitsfähigkeit von Patienten, die stärker getroffen wurden als er. Er erklärt:

«Im Vergleich zu anderen bin ich glimpflich davongekommen.»

Wie geht es weiter für de Wert? Momentan sei er bis Ende Februar krankgeschrieben. De Wert behandelt sich medikamentös und besucht eine Physiotherapie. Er erläutert: «Es gibt bestimmte Übungen, mit denen man die Lungenfunktion verbessern kann.

Bevor er im März wieder zur Arbeit antreten würde, habe er nochmals eine Untersuchung. Sollte sich sein Zustand bis dann nicht verbessert haben, befürchte er, dass er länger krankgeschrieben sein werde. Er bedauert: «Ich ärgere mich, dass ich nicht wieder zur Arbeit gehen kann. Aber in diesem Zustand ist es mir unmöglich.»

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