Die letzten Qualifikationsrunden stehen an - Zeit zu glänzen vor den Playoffs

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Von seinem Gesundheitszustand hängt viel ab: Oltens Stan Horansky. (Bild: freshfocus)

Zwei Tage nach der äusserst ärgerlichen 2:5-Niederlage gegen die GCK Lions musste der EHCO quasi aus dem Lehnstuhl zuschauen, wie sich seine Karten im Hinblick auf die direkte Playoff-Qualifikation noch einmal verschlechterten. Die beiden hinter den Oltnern klassierten Teams gewannen am Montag beide ihre Duelle. La Chaux-de-Fonds bezwang Thurgau 3:0 und überholte damit die Powermäuse in der Tabelle. Visp besiegte Ajoie nach 0:2-Rückstand noch 3:2 und schloss bis auf einen Punkt auf.

Nun kommt es am Mittwochabend in der Lonza-Arena ausgerechnet zum Direktduell zwischen dem 7. und dem 8. Platzierten. Und schon jetzt ist klar: Vonseiten der Oltner braucht es eine klare Leistungssteigerung, um gegen die Oberwalliser, die zuletzt immer besser in Fahrt kamen, bestehen zu können. Generell müssen die Spieler von Headcoach Fredrik Söderström spätestens jetzt kollektiv endlich den nächsten Gang finden, damit diese Saison noch ein versöhnliches Ende nehmen könnte. Es besteht in vielerlei Hinsicht beträchtliches Steigerungspotenzial.

Die Ausländer müssen liefern, wenn es zählt

Garry Nunn und Dion Knelsen hatten im Januar eine massive Durststrecke, in welcher die Mannschaft achtmal in Serie verlor. In den drei Spielen danach gegen die GCK Lions (5:0) sowie Winterthur (9:2, 5:2) holten die beiden EHCO-Söldner zusammen 21 (!) Skorerpunkte. Das ist zwar schön. Aber die Kanadier müssten auch dann wieder treffen, wenn die Gegner ein anderes Kaliber haben. In 15 von 27 Spielen gegen die auf den Plätzen 1 bis 8 klassierten Kontrahenten blieb das Duo in der laufenden Saison ohne einen einzigen Skorerpunkt. Ein statistischer Vergleich mit den anderen Top-Ausländern der Swiss League ist interessant: Sowohl Nunn (0,89) als auch Knelsen (0,75) blieben gegen die «schwierige» Konkurrenz unter einem Punkt pro Spiel. Spieler wie Devos (1,51), Hazen (1,61), Faille (1,54), Figren (1,35) oder Elo (1,03) zogen sich da wesentlich besser aus der Affäre.

Die Goalies müssen wieder ihre Konstanz finden

Mit der Daumenverletzung von Simon Rytz tat sich im Januar eine neue Baustelle beim EHCO auf. Sein Stellvertreter Silas Matthys fiel mit dem Ausfall des Routiniers in eine Schaffenskrise, von der er sich immer noch nicht richtig erholt hat. Auffällig: Beim sonst so konstanten Matthys wechselten sich ohne Rytz im Rücken Licht und Schatten in beliebiger Reihenfolge ab, seine Leistungen wurden unberechenbar. Klar ist: Wollen die Oltner in der laufenden Saison noch irgendetwas reissen, dann müssen die Goalies wieder zuverlässig werden und dicht halten. Und im Fall von Simon Rytz, wieder gesund werden.

Stan Horansky muss wieder eingreifen können

Apropos gesund werden: Der Rückkehrer und grosse Hoffnungsträger Stan Horansky ist nach nur einem Einsatz (beim 5:0-Sieg gegen die GCK Lions) wegen Hüftproblemen bereits wieder zweimal verletzt ausgefallen. Wie wichtig der begnadete, aber körperlich zerbrechliche Techniker für die Mannschaft sein könnte, zeigte er bei seinem ersten und bisher einzigen Spiel nach seiner Rückkehr aus Ambri eindrücklich. «Man hat gesehen, wie viele Räume er für sich und seine Mitspieler schaffen kann. Er hat uns gefehlt», sagte EHCO-Headcoach Fredrik Söderström nach der 2:5-Niederlage in Küsnacht. Horansky hat bisher aber noch nicht wieder am Mannschaftstraining teilgenommen. Er selber hofft, dass er am nächsten Wochenende, oder sicher wieder in den (Vor-)Playoffs eingreifen kann. Die Hüfte, die ihm zu schaffen machte, ist inzwischen wieder schmerzfrei.

Die OHL-Saison darf nicht beginnen

Wie ein Damoklesschwert hängt auch eine Entscheidung über der EHCO-Mannschaft, die weit ausserhalb ihres Einflussbereichs liegt. Sollte die Ontario Hockey League, die kanadische Juniorenliga, ihren Spielbetrieb in absehbarer Zeit wieder aufnehmen, dann dürfte auch der Aufenthalt der beiden 18-jährigen Jünglinge Mason McTavish und Brennan Othmann in Olten blitzartig zu Ende gehen. McTavish spielte zuletzt an der Seite von Nunn und Knelsen eine gute Rolle. Und auch wenn Othmann seit geraumer Zeit Mühe hat, wieder an seine guten Leistungen vom Dezember anzuknüpfen, so würde auch seine Absenz ein Loch in die EHCO-Offensive reissen. Sollte die beiden Teenager fehlen, dann müssen andere Spieler in die Bresche springen, die bisher grosse Mühe hatten, ihre Bemühungen in Tore umzumünzen.

«Hart spielen, aber intelligent»: Weniger Strafen!

Die fehlende Disziplin ist ein Markenzeichen der schlechtesten Sorte für den EHCO. Mit 716 Strafminuten sind die Oltner das mit Abstand meistbestrafte Team der Swiss League. Die sechs 5 Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafen und die 13 Zehnminüter sind jeweils ein Spitzenwert. Klar ist: Will der EHCO in dieser Saison sportlich noch irgendwie auf einen grünen Zweig kommen, dann muss man endlich die bisweilen haarsträubenden Disziplinlosigkeiten abstellen. Dazu gehören nicht nur die abfälligen Gesten gegen die Schiedsrichter, sondern auch überflüssige Revanchefouls oder schlicht «faule» Strafen, die man immer wieder in der offensiven Zone nimmt. «Hart spielen, aber intelligent», muss das Motto lauten.

«Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu glänzen»

«Ab jetzt geht es in jedem Spiel um etwas», freut sich EHCO-Headcoach Fredrik Söderström auf die kommenden Wochen. Und zeigt sich trotz der ihn bisweilen zur Verzweiflung bringenden Inkonstanz seiner Mannschaft optimistisch, dass sie es endlich hinbringt, ihr Potenzial regelmässig aufs Eis zu bringen. «Es steckt mehr in diesem Team, als wir bisher gezeigt haben. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu glänzen», sagt der Schwede lächelnd. Bleibt die Hoffnung, dass ihm das Lachen nicht schon am Mittwochabend in Visp wieder im Halse stecken bleibt.

Die letzten Runden
Am Mittwoch: La Chaux-de-Fonds - Ajoie, EVZ Academy - Ticino Rockets, Visp - Olten, Langenthal - GCK Lions (alle 19.45 Uhr), Thurgau - Kloten, Winterthur - Sierre (beide 20.00). – Freitag, 5. März, 19.45 Uhr: Ajoie - Winterthur. GCK Lions - Visp. Kloten - EVZ Academy. Olten - Langenthal. Sierre - Thurgau. Ticino Rockets - La Chaux-de-Fonds. – Sonntag, 7. März, 18.30 Uhr: La Chaux-de-Fonds - Kloten. Langenthal - Sierre. Thurgau - Olten. Visp - Ajoie. Winterthur - Ticino Rockets. EVZ Academy - GCK Lions.

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Neuer Center: Zack Torquato unterstützt den SC Langenthal. (Bild: zvg)


Der SC Langenthal hat in den letzten Spielen immer ein bisschen konsequenter gespielt. Defensiv kompakter, stets mit etwas mehr Härte und im Boxplay waren die Verbesserungen besonders auffällig. «Wir versuchen explizit, einfacher zu spielen. Wir wollen weniger Risiko eingehen und kompakter sein», sagt Verteidiger Hans Pienitz. Man sei noch nicht ganz dort angekommen, wo man hinwolle, an der Playoff-Form müsse man noch etwas feilen. Aber die Zuversicht sei vorhanden. «Jeder weiss, was er tun muss. Und wenn jeder seinen Job erledigt und einfach spielt, dann stehen wir auch sehr gut.» Es ist also zu erwarten, dass der SCL durchzieht – auch heute gegen die GCK Lions. Es gehe darum, ein gutes Gefühl zu erlangen. Auch wenn die letzten Spiele nur noch wenig Auswirkungen auf die Tabelle haben dürften, seien sie wichtig.
Das Kribbeln vor den Playoffs hat allerdings noch nicht begonnen. «Die letzten Wochen ziehen sich immer ein bisschen hin. Deshalb sind wir dann froh, wenn es endlich los geht», erklärt Pienitz. Er, der bereits zwei Titel mit dem SCL gewinnen konnte, weiss, auf was es ankommt. Deshalb ist er auch sicher, dass man auf eine noch lange dauernde Saison beim SC Langenthal hoffen darf. «Ich bin überzeugt, dass wir etwas reissen können», sagt Pienitz. Man habe schon jeden Gegner mindestens einmal schlagen können – auch das sei ein gutes Zeichen.

Der SC Langenthal ist zweifellos ein Kandidat, der um den Titel mitspielen kann – spätestens nach der Meldung vom Montag. Mit dem Transfer des Kanadiers Zack Torquato haben die Oberaargauer einen ausländischen Center gefunden, der bisher überzeugte. Der 31-Jährige schoss in dieser Saison für den Tabellenletzten Winterthur 11 Tore und steuerte 19 Assists in 26 Einsätzen bei. Zudem weist er eine überragende Anspiel-Erfolgsquote von fast 65 Prozent aus. Dieser Transfer wird dem SCL nicht nur weitere Scoringqualitäten in der Offensive verleihen, sondern auch das Kader merklich verbreitern.

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