Wassergeschäft nicht profitabel genug: Schweizer Traditionsunternehmen KWC wird verkauft

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Das Logo vor dem ehemaligen Hauptsitz der Schweizer Traditionsfirma. Ruth Merz / ARC

Das Geschäft mit dem Wasser scheint auf allen Ebenen nicht so renditeträchtig zu sein, wie sich das die Wirtschaftsführer vorgestellt haben. Nestlé stösst Wasseraktivitäten ab. Und jetzt tut es auch die Franke (Aarburg), die über die Artemis Group vom Milliardär Michael Pieper kontrolliert wird. Das Unternehmen verkauft die Division «Water Systems», zu der das Schweizer Traditionsunternehmen KWC gehört. Die vor 147 Jahren gegründete KWC beschäftigt in Unterkulm 230 Angestellte. Als Franke im Frühling 2013 den Betrieb übernahm, waren es noch 332 Arbeitsplätze.

Die Überbauung des Fabrikareals läuft gut

Franke hatte damals grosse Pläne mit der «Nummer 1 für Armaturen in der Schweiz». Die Rede war von einem «internationalen Wachstumspotenzial: «Das breite Produkt-Portfolio von KWC komplementiert Frankes Kerngeschäfte in den Bereichen Haushaltküche, Bad und im öffentlichen Waschraum perfekt», hiess es 2013. Das Potenzial des Fabrikareals in Unterkulm wird von Piepers Leuten perfekt genutzt. Am Dienstag hat die Artemis Immobilien AG den Bau der zweiten Etappe des KWC-Quartiers (104 weitere Wohnungen) bekanntgegeben. In der ersten Etappe ist etwa der KWC-Tower (Bezug im letzten Spätsommer) realisiert worden.

Während es mit den Immobilien hervorragend läuft, kam der Bereich «Water Systems» nicht richtig vom Fleck. 2019 (letzte bekannte Zahlen) betrug das organische Wachstum nur ein Prozent. Und im Sommer 2020 gab es einen Chef-Wechsel. Seither wird die Division vom CEO der Franke Gruppe, Patrik Wohlhauser, geleitet. Die Franke-Division «Water Systems» war innerhalb Artemis Group vergleichsweise klein. Sie steuerte 192 Millionen Franken an den Gesamtumsatz von über 2,4 Milliarden Franken bei. Von den insgesamt über 9000 Angestellten arbeiten nur rund 900 bei «Water Systems» (davon 230 in der Schweiz, ausschliesslich in Unterkulm). Sie wechseln alle zum neuen Eigentümer, grössere Entlassungen sind nicht angekündigt.

Patrik Wohlhauser, CEO der Franke Gruppe, begründet den Verkauf folgendermassen: «Das Ziel von Franke ist, in jedem Marktsegment, in der das Unternehmen tätig ist, weltweit zu den Top-3-Playern zu gehören.» Franke «Water Systems» entsprechend weiterzuentwickeln, würde erhebliche Ressourcen und Zeit erfordern. «Daher ist es strategisch sinnvoller, die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen auf die bereits weltweit führenden Divisionen Franke Home Solutions, Franke Foodservice Systems und Franke Coffee Systems zu konzentrieren.»

«Grosses Potenzial für profitables Wachstum»

Die KWC kommt wieder in Deutsche Hände. Das war sie schon vor dem Einstieg von Franke so. Die neuen Besitzer, Equistone (München) und ihre Fonds, nehmen für sich in Anspruch, «im deutschsprachigen Raum mehr als 40 mittelständische Unternehmen geholfen zu haben, ihr Wachstumspotenzial noch besser zu entfalten». «Franke ‹Water Systems› hat exzellente Mitarbeiter im Team und verfügt über eine ausgezeichnete Marktposition in wichtigen europäischen Märkten sowie über ein grosses Potenzial für weiteres profitables Wachstum», sagt Thorsten Klapproth (ex CEO Hansgrohe SE), der bei Equistone mit Boot ist.

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