Schafft der EHC Olten die direkte Playoff-Qualifikation?

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Pro (von Silvan Hartmann)

Es ist nicht schönzureden: Was der EHC Olten seit Mitte Januar abliefert, ist enttäuschend, schlecht, ja desaströs. Die Negativserie von acht Niederlagen in Folge hatte sogar klubhistorische Auswüchse angenommen. Die Folge: Erstmals seit über 15 Jahren ist die Playoffteilnahme nicht mehr selbstverständlich. Doch etwas konnte man in den 44 Spielen dieser qualitativ limitierten Truppe beileibe nie vorwerfen: Fehlender Wille, fehlender Kampfgeist. Gerüchte, wonach sie gegen den Trainerstaff spielten, verstummten dank der Moral vom einen auf den anderen Tag. Der EHC Olten bekam auf seiner Reise einige Schläge in die Magengegend verpasst. Doch die Spieler steckten die Tiefpunkte immer wieder weg und rappelten sich auf. Auch gestern im Training, am Tag nach der leichtfertig verspielten 4:1-Führung in Visp, war eine (erstaunlich) gute Stimmung im Team auszumachen. Es ist denn auch das beste Rezept für die zwei verbleibenden Runden im Kampf um einen direkten Qualiplatz. Klar, die Erwartungen sind gegen den Nullpunkt gesunken, aber gerade deshalb hat der EHCO eigentlich nichts mehr zu verlieren. Nun sollte Optimismus versprüht werden. Erst recht, wenn Hoffnungsträger Stan Horansky nach einer Hüftverletzung ins Lineup zurückkehrt. Zumindest hat die Leihgabe gestern schmerzfrei trainiert. Der ästhetisch spielende Filigrantechniker kann durchaus das noch fehlende Puzzleteil sein, um wieder auf die Siegerstrasse zu finden. Klar ist: Die Zeit, zurückzublicken und sich über liegengelassene Punkte zu echauffieren, ist vorbei. Dieses Team hat genug oft bewiesen, dass es Eishockey spielen kann. Highlights gibt es selbst in dieser bislang verkorksten Saison zuhauf – die Serie von acht Siegen generell, aber auch einzelne Siege wie das erkämpfte 3:2 gegen Langenthal vor Weihnachten oder der 5:1-Heimsieg gegen Kloten im Januar. Nun sind solche Leistungen gefordert. Und die Rechnung könnte simpler nicht sein: Gewinnt der EHC Olten die letzten beiden Spiele, dann ist ein Top-6-Platz Tatsache. Und das liegt mehr als nur im Bereich des Möglichen.

Contra (von Marcel Kuchta)

Der grenzenlose Optimist sagt, dass dem EHCO nur noch mindestens 14 Siege zum Meistertitel (und zum Aufstieg) fehlen. Der Pessimist denkt, dass die laufende Saison nach einer Handvoll Niederlagen frühzeitig zu Ende gehen wird. Und was meint der Realist? Der tendiert auf das negative Szenario. Weshalb? Weil die Mannschaft während einem Grossteil der Qualifikation, die am Sonntag zu Ende gehen wird, den Beweis schuldig geblieben ist, dass sie ihr Potenzial, das durchaus vorhanden wäre, auch nur im Ansatz auszuschöpfen vermag. Deshalb sind nur schon grosse Zweifel erlaubt, dass der EHCO überhaupt den Umweg via Vor-Playoffs vermeiden kann. Die 4:5-Niederlage nach Verlängerung in Visp hat die Zweifel der Pessimisten bestätigt. Die Truppe von Headcoach Fredrik Söderström weist ganz einfach zu viele Baustellen auf, als dass man sich Hoffnungen auf einen Exploit, den es zum jetzigen Zeitpunkt benötigen würde, machen kann. Was vor allem frustrierend ist: Die Spieler sind offensichtlich nicht lernfähig, tappen immer wieder in dieselben Fallen, machen immer wieder dieselben Fehler. Die Art und Weise, wie man im Visp, in diesem kapitalen Spiel im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation, einen 4:1-Vorsprung aus der Hand gegeben hat, lässt tief blicken punkto der Probleme, die den EHCO seit langem plagen. Und für deren Lösung auch Söderström keinen Weg gefunden hat. Dass es ihm ausgerechnet jetzt noch gelingt, ist mehr als unwahrscheinlich. Darum muss man aus Sicht der Oltner nun mal wieder das Prinzip Hoffnung bemühen. Vom Freitagsgegner Langenthal darf man sich keine Schützenhilfe erhoffen. Und das Direktduell gegen Thurgau am Sonntag, wird vermutlich zu einem reinen Nervenspiel. Und mit den Nerven ist es bei den Oltnern bekanntlich nicht zum besten bestellt. Zur Nervenprobe würden dann auch die Vor-Playoffs gegen eines der Farmteams. Nach nur zwei Niederlagen wäre vorzeitig Saisonschluss. Es gilt, diese ultimative Blamage um jeden Preis zu vermeiden.

Muller kehrt zurück, Hüsler verlängert

Der EHC Olten gibt nach Verteidiger Joel Scheidegger vom HC Thurgau einen zweiten Transfer für die nächste Saison bekannt: Stürmer Devin Muller kehrt für eine Saison vom HC Ajoie zum EHC Olten zurück. Muller, der gestern seinen 29. Geburtstag feierte, hatte bereits in den Saisons 2017/18 und 18/19 für die Powermäuse gespielt. Bei Ajoie überzeugte Muller in der vergangenen Spielzeit mit 45 Skorerpunkten aus 46 Spielen. In der aktuellen Saison musste Muller wegen einer Schulterverletzung lange pausieren, am Mittwoch gab er sein Comeback. Derweil hat Cédric Hüsler seinen Vertrag beim EHC Olten um zwei Jahre verlängert. Der 26-jährige Stürmer stiess im vergangenen Sommer von den Rapperswil-Jona Lakers zum EHCO. Hüsler hat seinen Wert mit seiner kämpferischen und mannschaftsdienlichen Spielweise schnell unter Beweis gestellt. Derzeit arbeitet Hüsler nach einem Wadenbeinbruch an seinem Comeback.

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