Gallati findet Gratis-Tests eine gute Idee – hat aber noch ein paar Fragen zu den Plänen des Bundesrats

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Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati (links) begrüsst die Test-Offensive, die Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag in die Anhörung geschickt hat. Severin Bigler

Der Bund will die Kosten für alle Coronatests übernehmen – auch bei Personen, die keine Symptome haben. Geht es nach dem Bundesrat, soll das Testen weiter ausgebaut werden. Firmen und Schulen sollen Mitarbeitende regelmässig testen. Zudem soll jede Person jeden Monat fünf Gratis-Selbsttests erhalten – sobald diese validiert und in genug grosser Anzahl verfügbar sind.

Die Testoffensive sieht der Bundesrat als flankierende Massnahme zur Impfung und zur Öffnung. Dank regelmässiger (Selbst-)Tests soll das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben effizienter und gezielter als mit Allgemeinmassnahmen wieder ermöglicht werden.

Risiko eines erneuten Fallzahlenanstiegs kann verringert werden

Der Bundesrat hat den Verordnungsentwurf am Freitag bei den Kantonen in die Anhörung geschickt. Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati begrüsst die vorgeschlagene Test-Offensive. Mit der Ausweitung der Testung könne das Risiko verringert werden, dass durch weitere Öffnungen die Fallzahlen exponentiell ansteigen, schreibt Gallati in seiner Stellungnahme. Und weiter:

«Die Ausweitung der Testung ist eine wichtige Übergangsmassnahme, bis die durch die Impfung erforderliche Immunität der Bevölkerung erreicht sein wird.»

Allerdings weist Gallati darauf hin, dass es mit dem Verschicken der Selbsttests nicht getan ist. Die Bevölkerung müsse auch instruiert werden, wie die Selbsttests funktionieren. «Eine Informationskampagne des Bundes wäre dringend notwendig», findet Gallati.

Nur noch mit negativem Test ins Restaurant oder an den Fussballmatch?

Er vermisst auch Regelungen zur konkreten Ausgestaltung. Zumal laut dem Gesundheitsdirektor «das Vorzeigen eines aktuellen Selbsttests wahrscheinlich ein wichtiger Teil der Schutzkonzepte von diversen Betrieben und Institutionen» sein werde. Mit anderen Worten: Gallati rechnet damit, dass man beispielsweise an einem Fussballmatch, im Kino oder im Restaurant ein negatives Testergebnis vorweisen muss.

Es sei deshalb zu klären, wer darüber bestimme, aus welchem Anlass beziehungsweise für welche Veranstaltung ein Selbsttest gemacht werden müsse oder wie lange ein negatives Selbsttestergebnis gültig ist. «Diese Fragen sind auf nationaler Ebene rechtzeitig zu klären», fordert der Gesundheitsdirektor.

Gallati wünscht sich vom Bund eine IT-Lösung

Zur Test-Offensive gehört auch, dass die Resultate rasch und unkompliziert gemeldet werden können. Wie sich schon beim Impfen und beim Contact-Tracing gezeigt habe, sei es auch beim Testen besonders wichtig, dass es eine integrierte, leistungsfähige IT-Lösung gebe, schreibt Gallati: «Ein nationales IT-Tool wäre für eine erfolgreiche Projektabwicklung wichtig.» Im Minimum fordert der Gesundheitsdirektor national verbindliche Parameter.

Ob es geplant sei, dass die Bevölkerung die Ergebnisse von Selbsttests registriere, interessiert auch FDP-Nationalrätin Maja Riniker. Der Bundesrat winkt bei diesem Thema jedoch ab.

Ist der Selbsttest positiv, braucht es einen PCR-Test

Eine generelle Meldepflicht aller Antigen-Schnelltests und Selbsttests wäre nicht nur ein grosser administrativer Aufwand, sondern würde auch den Anreiz reduzieren, breite Testungen durchzuführen, heisst es in der schriftlichen Antwort auf Rinikers Frage.

Falle ein Selbsttest positiv aus, müsse das Resultat mittels PCR-Test bestätigt werden und dieses Resultat müsse dann dem Bundesamt für Gesundheit in jedem Fall gemeldet werden.

Ist die Positivitätsrate bald kein verlässlicher Indikator mehr?

Wenn viel mehr getestet wird – und vor allem auch Personen ohne Symptome getestet werden – hat das auch Einfluss auf die Indikatoren, die zur Beurteilung der epidemiologischen Lage verwendet werden. Gallati hält fest, die Positivitätsrate – also der Anteil positiver Tests – werde durch die neue Teststrategie stark reduziert. In seiner Stellunnahme schreibt Gallati:

«Es ist zu prüfen, ob die Positivitätsrate zu streichen ist.»

Gallat schlägt vor, die 7-Tages-Inzidenz als einen der wesentlichsten Parameter zu berücksichtigen anstatt die 14-Tages-Inzidenz oder den R-Wert.

Die Rate der hospitalisierten Patienten auf den Intensivstationen will Gallati als Indikator zur Lagebeurteilung beibehalten. Diese zeige die Belastung des Gesundheitswesens.

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