FFP2-Masken sind die sichersten – doch der Bund rät im Alltag davon ab

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In Deutschland trägt selbst Kanzlerin Angela Merkel FFP2-Masken. Bild: Andreas Gora / Pool

Im Frühling riet der Bund noch allgemein von Masken ab – nun zeigt er sich skeptisch den sichersten Masken gegenüber. Das sind die weissen FFP2-Masken, welche Partikel kleiner als 0,6 Mikrometer Durchmesser zu 94 Prozent und mehr herausfiltern. Das schaffen Stoffmasken und Hygienemasken in der Regel nicht.

In Österreich sind die weissen FFP2-Masken darum seit geraumer Zeit im öffentlichen Verkehr sogar Pflicht. In der Schweiz hingegen ist das Gegenteil der Fall: Auf einem neuen Plakat des BAG sind diese Masken durchgestrichen. Die Botschaft ist klar: Bitte nicht tragen, unsicher.

Doch warum ist hierzulande fast verboten, was anderswo als besonders sicher gilt?

Auf Nachfrage antwortet das BAG: In normalen Alltagssituationen werden die FFP2-Masken nicht empfohlen. Dies weil die Filterwirkung nur gegeben sei, wenn die Maske auch wirklich eng an der Gesichtshaut anliege, was in einer Alltagssituation nicht gegeben sei. «Darüber hinaus habe sich gezeigt, dass diese Masken nicht über einen längeren Zeitraum festsitzend getragen werden können. Da der Atemwiderstand beim Träger erhöht ist, müssen regelmässige Pausen vom Tragen eingehalten werden», schreibt das BAG. Auch sei ein eng anliegender Sitz bei Bartträgern generell nicht möglich.

Laut BAG nur für Pflegepersonal geeignet

Und gegenüber der Sendung «Espresso» von SRF bekräftigte Patrick Mathys, Leiter Krisenmanagement beim BAG, am Dienstagmorgen:

«FFP2-Masken machen dann Sinn, wenn es die Umstände erfordern, etwa in Krankenhäusern.»

Partikelexperte Ernest Weingartner von der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW sagt hingegen: «Ich kann es schlicht nicht nachvollziehen, vom Tragen von FFP2-Masken abzuraten. FFP2 bieten gegenüber den anderen Maskenvarianten den höchsten Schutz.» Dass es bei FFP2-Masken bei falschem Tragen zu Lecks komme, lässt er als Argument nicht gelten:

«Lecks haben alle ‒ am schlimmsten sind da die Hygienemasken.»

Die Tendenz zum vermehrten Tragen der FFP2-Masken findet aber auch Weingartner nicht nötig: In seinen Tests hat er teilweise sehr gute Resultate für Stoffmasken erhalten, die das Testlabel von Testex tragen. Und diese Masken sitzen tatsächlich oft besser als Hygienemasken oder zu grosse FFP2-Masken.

Generell würden Masken häufig falsch oder nicht durchgängig getragen, schreibt auch das BAG. «Dies betrifft alle Maskentypen. Bei FFP2-Masken gibt es Hinweise, dass der unbequeme Sitz sowie der erhöhte Atemwiderstand besonders häufig dazu führen, dass sie nicht korrekt (zu lose, nicht Mund und Nase bedeckend) getragen werden.»

Dennoch ist Weingartner über das Plakat erstaunt, da diese Empfehlung konträr zu den Stossrichtungen im Ausland stehe. In Österreich müssen Passagiere in Bus und Bahn oder Bergbahnen explizit eine FFP2-Maske tragen.

Zertifizierte Stoffmasken mit teils besserer Filterleistung

Weingartner sagt: «In Tests wurde wiederholt gezeigt, dass nicht zertifizierte Stoffmasken die Vorgaben National-Swiss-Covid-19-Taskforce und der neu geschaffenen Norm SNR30000 nicht erfüllen und da durchfallen.» Er versteht nicht, warum nicht explizit vom Tragen der selbst angefertigten Masken abgeraten werde. In der Grafik haben diese Masken sogar ein grünes Häkchen.

«Diese Masken weisen in unseren Untersuchungen eine klar ungenügende Filterleistung auf - ist auch kein Wunder, da normale Stoffe dies auch nicht aufbringen können. Die guten Stoffmasken (und FFP) verwenden speziell dafür entwickelte Vliese.»

Patrik Mathys korrigiert dann eigentlich das Plakat, indem er sagt: «Wir empfehlen nur zertifizierte Masken. Stoffmasken, die eine Zertifizierung nicht erreichen, sollten nicht benutzt werden.» Auf die Bemerkung des Reporters, selbstgemachte Stoffmasken seien aber nicht zertifiziert, antwortet Mathys:

«Man sollte nur Textilien verwenden, die den Vorgaben und Empfehlungen der Taskforce entsprechen.»
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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