Das nächste Pannenfestival des FC Aarau

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Petar Pusic bringt die Grasshoppers bereits in der 6. Minute in Führung und doppelt in der 35. Minute zum 3:0 nach. (Bild: Freshfocus)

Was für eine Überraschung vor der Abfahrt nach Zürich: Rund 50 Fans haben sich vor dem Brügglifeld versammelt und stehen mit Anfeuerungsrufen Spalier, als die FCA-Spieler den Bus besteigen. Wenn das keine extra Portion Motivation ist für die Mission: «Erster Sieg im siebten Aufeinandertreffen mit Rekordmeister GC seit dessen Abstieg aus der Super League 2019.»

In dieser Saison waren die Aarauer bis dato nahe dran – zwei Mal waren sie die bessere Mannschaft und verloren knapp (0:1 und 1:2), auch weil Olivier Jäckle in beiden Partien einen Penalty verschoss. Doch nach dem jüngsten Aufeinandertreffen der Traditionsklubs gibt es keinen Grund, dem mangelnden Wettkampfglück nachzutrauern: Wer wie der FCA den Gegner in der ersten Halbzeit zum Toreschiessen einlädt, muss sich in erster Linie an der eigenen Nase nehmen.

Ausgerechnet Teamsenior mit schlimmen Fehlern

Im Zentrum des Aarauer Pannenfestivals steht dieses Mal Innenverteidiger Jérôme Thiesson: Sowohl beim 0:1 (6. Minute) als auch beim 0:3 (35.) steht der 33-jährige Teamsenior mit üblen Fehlzuspielen in die Beine eines GC-Spielers am Ursprung. Die Zürcher nehmen die Geschenke in Person von Doppeltorschütze Petar Pusic dankend an. Kleiner Wermutstropfen für Thiesson: Seine Kollegen stellen sich beim 0:2 keinen Deut besser an. In dieser Reihenfolge Balaj, Hammerich und Bergsma stehen wie einige Stunden zuvor die FCA-Fans Spalier und begleiten Arigoni mit dem nötigen Sicherheitsabstand auf dem Weg zum zweiten GC-Tor.

Die drei geschenkten Gegentore bleiben bis in die Schlussphase die einzigen Schüsse auf das Gehäuse von Simon Enzler. Erst als die Partie ausplätschert, kann sich der FCA-Goalie bei einem Schuss von Da Silva doch noch auszeichnen, ehe er nach Gjorgjevs Abschluss in der Nachspielzeit den Ball ein viertes Mal aus dem Netz fischen muss.

Zuvor, man mag nach der verkorksten ersten Halbzeit nicht mehr daran glauben, schnuppern die Gäste tatsächlich an einem Punktgewinn. Trainer Stephan Keller geht nach dem Seitenwechsel «all in», indem er nach den Einwechslungen von Stojilkovic und Gashi mit drei Stürmern spielen lässt. Und dann trifft Stojilkovic nach herrlicher Gashi-Vorlage bereits 90 Sekunden nach Wiederanpfiff zum 1:3.

Zehn Minuten später dann kommt es zur Szene, die dieser Partie die Wendung geben könnte: Wieder steht Stojilkovic nach Pass von Gashi frei vor GC-Goalie Matic, kann die sogenannte hundertprozentige Chance jedoch nicht verwerten. Das Anschlusstor bei noch mehr als 30 Minuten verbleibender Spielzeit hätte das Momentum auf die Aarauer Seite kippen lassen – und das nur noch verwaltende GC wohl in arge Nöte gebracht.

Als würden sie realisieren, dass sie soeben den Matchball vergeben haben, ist bei den Aarauern nach Stojikovics Fehlschuss die Luft draussen – die zwei Flachschüsse von Gashi sind keine ernsthafte Gefahr mehr.

Die vor der Partie leisen Hoffnungen im FCA-Lager auf den ersten Tabellenrang sind bei nun zwölf Punkten Rückstand auf GC und noch zehn ausstehenden Spielen endgültig erloschen. Doch weil an diesem Abend auch Schaffhausen, Thun und Stade Lausanne-Ouchy Punkte abgeben, ist die Barrage weiterhin ein realistisches Ziel.

Grasshoppers - Aarau 4:1 (3:0)
Letzigrund. – 5 Zuschauer. – SR: San. – Tore: 6. Pusic 1:0. 17. Arigoni 2:0. 35. Pusic 3:0. 47. Stojilkovic 3:1. 92. Gjorgjev 4:1.
Grasshoppers: Matic; Arigoni, Cvetkovic, Toti, Lenjani; Pusic, Ronan (59. Santos), Schmid (71. Nobrega), Gjorgjev; Bonatini (71. Ponde), Demhasaj (53. Da Silva).
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Jäckle; Spadanuda (46. Stojilkovic), Schneider (46. Gashi), Hammerich (73. Schwegler), Balaj (46. Rrudhani); Almeida (63. Aratore).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Buur, Morandi, Nadjack, Salvi (alle verletzt), Acheffay, Carvalho, Kalem, Mesonero und Pina (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Schindelholz (krank), Hajdari, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli, Caserta und Hasani (beide nicht im Aufgebot). – 14. Treffer von Almeida wegen Offside annulliert. 26. Pfostenschuss Balaj. 89. Lattenschuss Ponde. 89. Pfostenschuss Ponde. – Verwarnungen: 87. Ponde, 93. Aratore (beide Foul).

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