In Australien werden Katzen abgeschossen: Das geht dem Aargauer Regierungsrat zu weit – er hat andere Ideen

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Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Katzen zum lokalen Aussterben von Reptilien und Vögeln beitragen. Bild: Werner Rebel / Eyeem

Die beiden Grossratsmitglieder Barbara Portmann (GLP) und Martin Brügger (SP) haben sich einem emotionalen Thema angenommen: den Hauskatzen und den Folgen ihres ausgeprägten Jagdtriebes.

Portmann und Brügger haben dem Regierungsrat zehn Fragen zum Thema gestellt, um herauszufinden, mit welchen Ansätzen negative Auswirkungen der Katzen auf die Biodiversität vermindert werden können.

Im Aargau leben nicht nur Haus- sondern auch Wildkatzen

Wie viele Hauskatzen im Aargau leben, weiss der Regierungsrat nicht. Während Hundehalter ihre Tiere mit einem Chip kennzeichnen und registrieren müssen, gibt es diese Pflicht für Katzenhalterinnen nicht. Der Regierungsrat nimmt an, dass schätzungsweise 136'000 Hauskatzen im Aargau leben.

Zur Wildkatzenpopulation kann die Regierung ebenfalls keine Angaben machen. Untersuchungen des Departements Bau, Verkehr und Umwelt aus dem Jahr 2018 hätten aber Wildkatzen an neun Standorten im nordwestlichen Aargau nachweisen können, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort.

Nebst Mäusen und Vögeln stehen auch Insekten oder Reptilien auf dem Speiseplan

Zur Beute der Stubentiger kann der Regierungsrat nichts sagen. Katzen jagten jene Tiere, bei denen der Jagdaufwand am geringsten und die Erfolgschance am höchsten sind. Dazu gehören vor allem Mäuse und Vögel. Aber Katzen jagen und fressen auch Reptilien oder Amphibien.

Wissenschaftliche Studien belegten, dass Katzen zum lokalen Aussterben von Reptilien und Vögeln beitragen und die blosse Anwesenheit von Hauskatzen negative Auswirkungen auf Wildtiere hat, so der Regierungsrat.

Am Flachsee sind die Stubentiger permanent präsent

Untersucht wie sich die Anwesenheit von Katzen auf Naturschutzgebiete im Aargau auswirkt, hat der Kanton nicht. Reservatsaufseher am Klingnauer Stausee und am Flachsee stellten jedoch eine «permanente Präsenz» von Hauskatzen fest, so der Regierungsrat. Das sei deshalb von Belang, weil beide Reservate eine hohe Anzahl an gefährdeten Arten aufweisen.

Was also tun gegen die jagenden Tigerlis, Momos oder Simbas? Um überhaupt wirkungsvolle Massnahmen einleiten zu können, beispielsweise eine Kastration herrenloser Katzen, sei für Hauskatzen eine Chip- und Registrierungspflicht einzuführen, schreibt der Regierungsrat. Das ist allerdings nicht auf Kantonsebene möglich, sondern müsste auf national erfolgen.

Eine Katze ist genug

Weiter empfiehlt der Kanton, maximal eine Katze anzuschaffen, alle Katzen zu kastrieren und ein Glöckchen am Halsband zu befestigen, um den Jagderfolg zu reduzieren.

Drastischere Massnahmen gehen dem Regierungsrat zu weit. Er führt sie trotzdem auf und erwähnt beispielsweise Neuseeland und Australien, wo katzenfreie Zonen definiert werden, von denen Katzen durch Abschuss und Fallen freigehalten werden. Oder England, wo aktuell darüber diskutiert wird, ob sich Katzen draussen nur noch an der Leine bewegen dürfen.

Gemeinden könnten eine Kastrationspflicht einführen

Grossrätin Barbara Portmann und Grossrat Martin Brügger haben explizit nachgefragt, was die Regierung von einer Kastrationspflicht oder einer Katzensteuer hält. Gemeinden könnten aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen eine Kastrationspflicht auf kommunaler Ebene einführen, schreibt der Regierungsrat.

Die Einführung einer Katzensteuer auf Gemeindeebene ist hingegen nicht möglich, weil die Gemeinden keine eigene Steuerhoheit besitzen.

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