«Artists in Residence»: Künstler verlegen ihr Atelier an die Schule Mühlethal

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Daniel Bracher nimmt die Kindergartenkinder im Atelier mit auf eine mystische Reise. Bilder: kpe
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«Es gibt ganz viel frischen Wind. Die Kinder denken direkt und unverstellt, das tut gut.» Daniel Bracher, Künstler (rechts), auf der linken Seite Andreas Bächli.
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Der Schlangenkopf gehört zur künstlerischen Arbeit der Kinder.
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«Wir müssen die Kinder aus dem Haus schicken, weil sie so eifrig im Atelier arbeiten.» Daniela Regli, Schulleiterin

Sich einem Prozess hingeben und nicht zu wissen, wohin er führt, gehört für viele Künstlerinnen und Künstler zum Alltag. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist das eher eine Seltenheit. Lernziele für Kinder und Verkaufsziele für Erwachsene – der Druck ist hoch.

Der Künstler Daniel Bracher aus Vordemwald unterbricht gemeinsam mit dem Theaterschaffenden Andreas Bächli aus Würenlingen diesen Alltagsdruck an der Schule Mühlethal. In einer Doppellektion pro Woche und Klasse empfangen sie insgesamt vier Kindergarten- und drei altersdurchmischte Primarklassen in ihrem temporären Atelier an der Schule. Das Projekt nennt sich «Artists in Residence» und gehört zum Programm «Kultur macht Schule» der Fachstelle Kulturvermittlung des Kantons Aargau.

Vernissage zum Abschluss des Projektes geplant

Während insgesamt acht Wochen verlegen Daniel Bracher und Andreas Bächli ihre Ateliers in die Schule, wo die Kinder stets die Möglichkeit haben, ihnen über die Schultern zu schauen. Für Daniel Bracher ist es eine Bereicherung als Künstler: «Es gibt ganz viel frischen Wind. Die Kinder denken so direkt und unverstellt, das tut gut.» Am Anfang hätten sie grosse Konzepte und Strategien entwickelt, wie sie das Ganze angehen sollten. Doch es kam alles ganz anders: «Wir haben gemerkt, je spontaner wir das alles machen, desto mehr entwickelt sich daraus», so Bracher. Also liessen sie sich ein Stück weit auch von den Kindern inspirieren. Bereits nach wenigen Wochen explodiert das Atelier förmlich: Überall zieren bemalte Leinwände, Steine und natürliche Materialien aus dem Wald den Raum. «Es sieht schon wie ein richtiges Atelier aus», sagt Daniel Bracher und schmunzelt.

Das Projekt an die Schule geholt hat Schulleiterin Daniela Regli. Sie schwärmt von der guten Stimmung bei den Kindern und den Lehrpersonen. «Wir müssen die Kinder manchmal buchstäblich aus dem Haus schicken, weil sie so eifrig im Atelier arbeiten. Auch die Rückmeldungen der Eltern sind sehr positiv», so Regli, obwohl sie weiss, dass es nicht für alle Lehrpersonen einfach war, das Ruder aus der Hand zu geben: «Im Alltag arbeiten sie immer sehr zielorientiert. Bei der Arbeit im Atelier muss man aushalten können, nicht zu wissen, wohin sie genau führt.» Auch bei den Kindern käme das prozessorientierte Arbeiten in der heutigen Zeit zu kurz: «Viele Kinder dürfen zuhause nie einfach Mal machen, ohne zu wissen, was daraus entsteht.»

Für die beiden Künstler gibt es neben der Inspiration und den Begegnungen auch einen finanziellen Zustupf. «Gerade in dieser Zeit bin ich sehr froh, dass ich so etwas machen kann und es nicht abgesagt wurde», so Bracher, der nicht nur in Vordemwald ein Atelier hat, sondern auch in Berlin. Die Schule Zofingen beteiligt sich mit einem Betrag am Projekt. Finanzielle Unterstützung kommt ausserdem aus dem Swisslos-Fonds, der Beisheim Stiftung und der Schneider-Wülser-Stiftung.

Ein kleines, konkretes Ziel hat das Projekt trotzdem: Am7. und 8. April stellt die Schülerschaft ihre Projekte in einer Vernissage aus. Aufgrund der aktuell unsicheren Situation mit dem Corona-Virus ist der Rahmen aber noch nicht definiert. Informationen zur Art der Durchführung der Vernissage werden auf der Website der Schule Mühle­thal kommuniziert.

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