Ein «Geisterschwinget» mit König Christian Stucki?

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Christian Stucki sollte in Lenzburg im Sägemehl stehen. (Bild: Toto Marti/Freshfocus / Blick)

Eigentlich wäre am Wochenende des 5./6. Juni 2021 in Lenzburg die Post abgegangen. Das OK des Aargauer Kantonalschwingfests um Präsident Erich Renfer hatte rund um den sportlichen Hauptbetrieb ein eindrückliches Festprogramm auf die Beine gestellt - unter anderem Flüge mit dem Super-Puma-Helikopter oder Darbietungen der Patrouille Suisse.

Und die Raiffeisen als Königssponsor hätte im Rahmen des Schwingfests ihren Genossenschafteranlass der Region Aarau-Lenzburg mit 2500 Teilnehmern durchgeführt. Die Pläne des Schwingklubs Lenzburg, der in diesem Jahr auch noch sein 100-jähriges Jubiläum feiert, sind angesichts der aktuellen Corona-Krise natürlich alle Makulatur geworden.

Doch ganz auf das Schwingfest verzichten will man in Lenzburg allem Frust zum Trotz nicht. Erich Renfer bestätigt gegenüber der Aargauer Zeitung, dass man zumindest den Jungschwingertag vom Samstag, 5. Juni durchführen will: «Wir haben die entsprechende Bewilligung erhalten.»

Eine vergleichbare Veranstaltung ging am letzten Wochenende in Thun mit über 250 Teilnehmern erfolgreich über die Bühne - und sogar noch in der Halle. Zur Erinnerung: Schwinger unter 20 Jahren dürfen seit einigen Wochen wieder trainieren und mit Bewilligung auch Wettkämpfe bestreiten.

Bis Anfangs Mai will man sich alle Möglichkeiten offen halten

Bleibt das Schwingfest der «Grossen» vom Sonntag. Auch hier gibt sich Erich Renfer kämpferisch: «Wenn es irgendwie machbar ist, dann wollen wir auch diesen Anlass durchführen. Auch ohne Zuschauer.» Das Aargauer Kantonale wäre somit der erste Geisterschwinget im Nordwestschweizer Verband.

Auch schweizweit sind die Lenzburger die einzigen Organisatoren eines Kantonalen, die ihren Anlass noch nicht abgesagt oder zumindest auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben. Wobei Renfer bewusst ist, dass das Ansinnen mutig ist. «Aber wir wollen uns alle Möglichkeiten offen halten.» Zumal mit Christian Stucki sogar der amtierende Schwingerkönig als prominenter Gastschwinger angemeldet wäre.

Das alles bleibt eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Im Gegensatz zu den Jungschwingern ist der Trainingsbetrieb bei den «normalen» Schwingern immer noch eingeschränkt. In der ganzen Schweiz dürfen nur 120 Athleten wieder regelmässig trainieren. Vom regulären Wettkampfbetrieb ist man entsprechend noch meilenweit entfernt.

Aus Lenzburger Sicht bleibt somit nur das Prinzip Hoffnung, damit man am Sonntag den Sponsoren, die dem Anlass trotz der aktuellen Corona-Wirrungen die Treue gehalten haben, zumindest etwas bieten könnte. Angedacht wäre, dass das Aargauer Kantonale live auf Tele M1 übertragen wird. Anfangs Mai soll bezüglich Durchführung ein definitiver Entscheid fallen.

Erst der Ärger, dann die Erleichterung

In Beinwil/Freiamt dürfte man das Dilemma der Lenzburger derweilen mit einiger Erleichterung beobachten. Zur Erinnerung: Die Organisatoren des verschobenen Aargauer Kantonalen 2020 hatten sich vor Jahresfrist noch enerviert, dass Lenzburg darauf bestand, den Anlass 2021 durchzuführen und nicht um ein Jahr nach hinten zu schieben. Die Beinwiler kommen nun 2022 zum Zug. Spätestens dann sollte eigentlich wieder Normalität in den (Schwing-)Alltag eingekehrt sein. Wobei: Wer hätte schon vor einem Jahr darauf gewettet, dass die Lenzburger immer noch mitten in der Corona-Zwickmühle stecken würden?

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