Eine Blaue Zone soll für klare Verhältnisse bei den Aarebänken sorgen

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Auf dem Kiesparkplatz der Alpiq entstehen 15 Blaue-Zone-Parkplätze. Bild: rew

Bei schönem Wetter laden die Sandbänke unterhalb des Kraftwerks Ruppoldingen am Aargauer und Solothurner Aareufer zum Sonnen und Baden ein. In den letzten Jahren entwickelte sich, mitunter durch Social Media befeuert, ein richtiger Sandbanktourismus. Leidtragende davon sind die Anwohner auf der Rothrister Seite. An mehreren Infoveranstaltungen und Aussprachen mit der Gemeinde sowie Gesprächen mit dieser Zeitung, klagten sie in den vergangenen Jahren ihr Leid. Abfall werde trotz Feuerverbot verbrannt oder in die Gärten geworfen, bis frühmorgens wird gefeiert und gejohlt. Da viele der Sandbanktouristen mit dem Auto möglichst nahe an ihr Ziel gelangen wollen, ist auch die Verkehrssituation auf den angrenzenden Strassen ein Problem. Einer der Anwohner wollte an einem Tag rund 200 Autos gezählt haben, die auf der Suche nach einem Parkplatz durch das Wohnquartier fuhren. Friedlich wohnen sei bei dem Verkehr nicht möglich, war seine Aussage.

Nun erlässt die Gemeinde eine Parkbeschränkung für das Aarequartier. «Konkret gesagt wollen wir – sofern keine Einsprachen eingehen – bei der bereits bestehenden Signalisation der Tempo-30-Zone eine Signalisation für eine Blaue Zone anbringen», erklärt der zuständige Gemeinderat Hans Rudolf Sägesser die Beschränkung. «Die Blaue Zone entspricht in diesem Fall dem heutigen Tempo-30-Perimeter», fügt er an. 32 Parkfelder werden so als Blaue Zone signalisiert, zuzüglich der 15 Parkfelder auf dem umstrittenen Alpiq-Kiesparkplatz, der ebenfalls als Blaue Zone gelten soll.

Statt einer Stunde sollen auf den 47 Parkplätzen aber drei Stunden parkiert werden dürfen. So will die Gemeinde sicherstellen, dass etwa Spaziergänger oder Besucher des Restaurants Aareblick genug Zeit haben. «Wir müssen die Interessen der direkten Anwohner mit denen der Öffentlichkeit, die das Aareufer besuchen will, abwägen und können nicht einfach nur im Sinne der Anwohner handeln», erklärt Sägesser. Mit der Blauen Zone glaubt der Gemeinderat, zumindest für die Parksituation eine gute Lösung gefunden zu haben. Eine Online-Petition, die ein Fahrverbot – ausgenommen Zubringerdienst – für einen Teil des betroffenen Gebiets gefordert hat, betrachtet der Gemeinderat als unverhältnismässig. «Das wäre ein klares Zuwiderlaufen gegen das öffentliche Interesse gewesen.» Die nun angestrebte Lösung sei die Symbiose der besten Aspekte aus mehreren verschiedenen Ideen des Gemeinderats und von Externen.

Die Blaue Zone schafft so in einem ersten Schritt klare und ganzjährig geltende Verhältnisse. Auf die Umsignalisation an schönen Wochenenden kann zukünftig also verzichtet werden. Einnahmen durch Parkbussen zu generieren, sei indes nicht das heimliche Ziel der Parkbeschränkung, versichert Sägesser. «Es geht uns wirklich um die Schaffung klarer, definitiver Verhältnisse. Dennoch werden wir die Einhaltung der Signalisation natürlich überprüfen lassen.» So sei in Zukunft klar geregelt, dass das Parkieren nur auf den entsprechenden Parkfeldern möglich und erlaubt ist.

An besonders verkehrsreichen Tagen soll zudem weiterhin die X-Protect AG aufgeboten werden. Umfragen hätten gezeigt, dass die Agenten der Firma zumindest für etwas Ruhe und Ordnung sorgen können. Zudem sind sie befugt, den ruhenden Verkehr zu kontrollieren und allenfalls Bussen auszustellen. Auch werden wie in den letzten Jahren ein Toitoi-WC beim Parkplatz der Alpiq zur Verfügung stehen sowie grössere Abfallbehälter bereitgestellt.

Die Parkbeschränkung Blaue Zone gilt von Montag bis Sonntag jeweils von 8 Uhr bis 19 Uhr. Von 19 Uhr bis 8 Uhr stehen die Parkplätze frei zur Verfügung. Ob es für Anwohner, die ihr Auto allenfalls auf einem der markierten Parkplätze abstellen möchten, eine Parkkarte geben soll, ist derzeit noch völlig offen, sagt Hans Rudolf Sägesser. «Dazu muss gesagt werden, dass bei einem signalisierten Parkverbot ausschliesslich auf den markierten Parkfeldern oder auf den privaten Vorplätzen parkiert werden darf und es müssen für den Gegenverkehr noch mindestens drei Meter von der Gesamtfahrbahnbreite frei bleiben.» Die Einsprachefrist gegen die Signalisation der Blauen Zone läuft vom 12. April bis 11. Mai.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Heinz Richiger
schrieb am 08.04.2021 13:25
Wieder einmal mehr ein Versuch, aus der Werkstatt Verkehrskommission/Gemeinderat, welcher leider nicht zu Ende gedacht ist und mit den Anwohnern des Aarequartiers auch nicht abgesprochen wurde!
Den direkten Anwohner bringt die blaue Zone wenig bis gar nichts! Gleichzeitig erwartet man nun, dass sich ALLE Anwohner, deren Besucher, Handwerker und natürlich auch die "Sändbänklitouristen", nur noch die blau markierten Felder benutzen werden. Was für mich kein Problem ist, habe zum Glück genügend eigenen Platz zur Verfügung, wird andere Anwohner massiv einschränken und verfehlt das Ziel Total!
Es gibt im Aarequartier genau 5 öffentliche Parkplätze. Nämlich die beim Aareweg/Ringweg. Die 15 bis 20 des Kiesplatzes Alpiq gehören definitiv nicht dazu. Nebst der Petition für ein Fahrverbot (mit 75 eingereichten Unterschriften) wurde gleichzeitig auch ein weiteres, welche die Schliessung des Platzes Alpiq fordert, eingereicht. Immerhin haben auch diese zweite Petition über 60 Gleichgesinnte unterschrieben. Die Petitionäre begründen, die Schliessung, darauf, da der Kiesplatz nie in einem öffentlichen Verfahren ausgeschrieben und bewilligt wurde. Er liegt zudem fast gänzlich in der Uferschutzzone, ist nicht im Grundbuch eingetragen, wird nur durch einen 3 Meter breiten ehemaligen Feldweg durch das Wohngebiet erschlossen, verursacht eine massive Staubbelastung, und führt letztlich auch zu den ständigen Reklamationen aus der Bevölkerung.
Da das Grundstück im Eigentum der Alpiq steht, sieht sich der Gemeinderat Rothrist als "nicht zuständig", die Alpiq könne den Platz frei geben wie sie wolle! Aber genau dieser Gemeinderat plant heute fix mit 15 - 16 Parklätzen, obschon dieser (zumindest bei den direkten Anwohnern) dermassen umstritten ist. Sehr geehrter Gemeinderat Rothrist... das ist nicht eine "Pflästerlipolitik" sondern ein "Buebetrickli"!
Seit mindestens 10 Jahren sind die Probleme bekannt. Die Petitionen wurden meines Wissens Anfang November eingereicht. Wieder einmal mehr hat man die 5 Wintermonate schlicht verschlafen.
Ich gehe davon aus, dass es mehrere Einsprachen geben wird, wir dadurch wieder einmal keine befriedigende Lösung haben werden und nur auf einen Sommer mit schlechten Wetter hoffen können!
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