Die Hochstudscheune braucht ihr Dorf

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Die Museumskommission Kölliken (v. l.): Andrea-Carlo Polesello, Bertram und Susanne Rutishauser (kniend), Ruedi Lüthi und Christoph Haller. Bild: Peter Weingartner

Mitten in Kölliken steht eines der letzten Strohdachhäuser der Schweiz, das Dorfmuseum. Letztes Jahr erhielt es ein neues Schilfdach. Und nun soll ihm vielleicht noch die letzte Hochstudscheune mit Strohdach hinzugesellt werden. Ihre 2018 eingelagerten Balken warten darauf, wieder aufgebaut zu werden. Und zwar in unmittelbarer Nähe. Eine Sonderausstellung will die Bevölkerung nun für dieses Projekt sensibilisieren, denn ihre Zustimmung ist Voraussetzung dafür.

Im Dorfmuseum dokumentiert die Sonderausstellung «Leiterwagen und Kanonenrad – Strohdach und Bauerntum» das Vorhaben. Die Scheune, ein kantonsweit, womöglich gar schweizweit letzter Zeuge einer heute verschwundenen Bautradition, soll in der Form von 1850 wiederaufgebaut werden. 600 000 Franken müssen zusammengebracht werden. Zudem braucht es das Ja der Gemeinde. Andrea-Carlo Polesello, Präsident der Museumskommission und unermüdlicher Kämpfer für die Hochstudscheune, kennt die Vorbehalte des Gemeinderats: Es brauche eine konkrete Zweckbestimmung, eine Bewirtschaftung; mit dem Aufstellen eines Gebäudes sei es nicht getan. Beispiele für die Nutzung und Erhaltung alter Gebäude als Kulturerbe – beispielsweise wie das Ortsmuseum Oftringen oder die Engelscheune Oberentfelden – sollen die Kölliker motivieren.

Wegen Umbauten ging der Charakter verloren

Wer die Ausstellung besucht, kann Ideen einbringen: Wie soll die Scheune mit 110 Quadratmetern Fläche und neun Metern Höhe genutzt werden? Wahlveranstaltungen, Konzerte, Firmenessen, Hochzeiten, Theater, Ausstellungen, Lesungen, Märkte? Ursprünglich wollte man dieses Jahr mit dem Wiederaufbau beginnen. «Covid-19 machte uns einen Strich durch die Rechnung», sagt Polesello.

Für Kölliker interessant ist ein zweiter Teil der Sonderausstellung: Hier werden alte Bilder von Hochstudhäusern den heutigen Fotos vom selben Ort gegenübergestellt. Dabei zeigt sich, dass noch vier Gebäude weitgehend im Originalzustand zu sehen sind. Bei anderen fanden Umnutzungen statt, so etwa durch den Einbau von Dachfenstern im Dachraum. Einige wurden derart renoviert oder so stark umgebaut, dass der ursprüngliche Charakter verloren ging. Und schliesslich gibt es solche wie das 1967 von der Denkmalpflege als «Aargauisches Musterhaus» bezeichnete Gebäude, von dem wegen Wasserschäden im Untergrund nichts mehr zu sehen ist. «Es wurde 2014 abgerissen, was sünd und schade ist», bedauert Polesello.

Dem ersten Teil des Ausstellungstitels gerecht wird ein Film über die Wagnerei in Kölliken. Da wurden auch Räder für Kanonen hergestellt. Eine eindrückliche Modellsammlung zeigt landwirtschaftliche Gerätschaften mit Wagnerarbeiten, Leiterwagen, Güllenfässer, Pflüge, Kutschen, anmächelig präsentiert vor Bauernhausmodellen.

Das Dorfmuseum ist bis Ende Oktober in der Regel sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Infos (auch zu Führungen): museum@koelliken.ch oder 062 723 84 07

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