Gastro Aargau hätte lieber komplett geöffnet – aber um die fortlaufende Unterstützung ist man froh

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Bruno Lustenberger (Archivbild ZT, Benjamin Lang)

Immerhin, den Aargauer Wirten gehe es vergleichsweise gut, sagt Bruno Lustenberger, Präsident vom Branchenverband Gastro Aargau. Verglichen mit den Wirten anderer Kantone wurden sie bisher geradezu grosszügig unterstützt. Und das werden sie auch weiterhin, auch wenn sie ihre Terrassen öffnen werden. Denn Anspruch auf finanzielle Hilfe haben alle Betriebe, denen «wesentliche» Teile geschlossen wurden.

Wesentlich bedeutet: wenn mit dem geschlossenen Betriebsteil mindestens 25 Prozent des Umsatzes generiert wird. Und weil die allermeisten Aargauer Restaurants mit dem Innenbereich weit mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes machen, werden die meisten auch weiterhin unterstützt werden. Das bestätigt der Kanton auf Anfrage.

Betriebe, die von den Terrassen leben, sollen sich melden

Die Unterstützung gibt es in Form von Fixkostenbeiträgen: Der Kanton erstattet den Betrieben diejenigen Kosten, die nicht eingespart werden können, auch wenn sie zu einem grossen Teil geschlossen sind. Zum Beispiel Miete, Strom und Versicherungen sind damit gemeint.

Anders ist die Situation in denjenigen Betrieben, die nur mit den Terrassen über 75 Prozent des Gesamtumsatzes machen. Diese sollen sich nun melden, schreibt Samuel Helbling, Sprecher vom Departement für Volkswirtschaft und Inneres. Ihre Situation soll dann überprüft werden. Der Kanton rechnet aber nicht damit, dass davon allzu viele Betriebe betroffen sein werden.

Trotz der fortlaufenden Hilfs-zahlungen: Zufrieden mit dem Bundesrat ist Lustenberger nicht. «Was der Bundesrat entschieden hat, ist nicht zielführend. Er hätte alles öffnen müssen.» Es gebe keinen Grund, dass das nicht getan wurde. Lustenberger versteht nicht, wieso Fitnesscenter und Kinos wieder geöffnet werden, Restaurants aber nicht.

Aargauer Wirte machen den meisten Umsatz innen

Ausserdem: Die Terrassen zu öffnen, würde nur den wenigsten Aargauer Wirten etwas bringen. 15 bis 20 Prozent des Umsatzes würde ein durchschnittliches Aargauer Restaurant etwa auf den Terrassen generieren, schätzt Lustenberger. «In anderen Kantonen funktioniert das vielleicht. Aber hier bei uns bringt es den wenigsten etwas, die Terrassen zu öffnen.» Die Kosten dafür seien verhältnismässig viel zu hoch.

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