Betreuungsgutscheine: Der Gemeinderat führt 2022 ein neues System ein

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In Reiden könnte man die Gutscheine neu auch für die Kita Small Foot AG oder die örtlichen Spielgruppen einsetzen. Bild: Small Foot

Den Grundsatzentscheid hat der Gemeinderat von Reiden bereits gefällt. Per Anfang des kommenden Jahres soll die Betreuung von Kindern im Vorschulalter verbessert und ausgeweitet werden. Anstatt wie bisher eine Leistungsvereinbarung mit dem Verein Tagesfamilien Wiggertal zu unterhalten, der die Unterstützung in Form von ver­billigten Betreuungsleistungenweitergibt, sollen Erziehungs­berechtigte neu Betreuungsgutscheine erhalten. Diese können sie bei der Einrichtung ihrer Wahl einlösen. In Reiden könnte man diese Gutscheine neu auch für die Kita Small Foot AG oder die örtlichen Spielgruppen einsetzen.

Neues Reglement kommt vor Gemeindeversammlung

Der Gemeinderat erarbeitet derzeit eine Botschaft, um dem Volk an der Gemeindeversammlung vom 21. Juni ein neues Reglement zur familienergänzenden Kinderbetreuung zu unterbreiten. «Dies, sofern die Pandemie eine sinnvolle Durchführung erlaubt», sagt Gemeindeschreiber Lukas Liem.

Die Gutscheine sollen abhängig vom Einkommen, vom Arbeitspensum und der Art der besuchten Einrichtung sein. Das Regime wird der Gemeinde einen verwalterischen Mehraufwand bescheren und – bei steigender Nachfrage – auch etwas kosten. «Wir möchten jedoch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Reiden verbessern», sagt Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP). Ziel sei es, ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld zu schaffen. Mit dem neuen System profitieren Eltern von einem breiteren Angebot und von Wahlfreiheit. Die Einrichtungen werden rechtlich gleichgestellt. Für den Verein Tagesfamilien Wiggertal bedeutet das neue Regime eine administrative Erleichterung, wie die Geschäftsleiterin Sandra Keller sagt. «Ich finde es sehr gut, wenn eine einheitliche Subvention der Eltern für alle Angebote der Kinderbetreuung angeboten wird.» Die verschiedenen Beteiligten sollten Hand in Hand zusammenarbeiten.

Fabian Haindl, der Geschäftsführer von Small Foot AG, die in den Kantonen Luzern, Aargau und Zug rund 30 Kindertagesstätten betreibt, blickt der Einführung von Betreuungsgutscheinen mit Freude entgegen. «Das wird sich sicher positiv für unsere Kita in Reiden auswirken, in der wir momentan rund 20 Betreuungsplätze anbieten», meint er. «Es wird zwar nicht gerade ein Boom ausbrechen», glaubt er aufgrund von Erfahrungen an anderen Orten. Aber langfristig beeinflusse die Wahlfreiheit durch die Gutscheine die Eltern bei ihrer Entscheidungsfindung.

Der Reider Gemeinderat hat sich in Sachen Kinderbetreuung beraten lassen und verfolgt mit der Einführung weitere Ziele. «Weiterbildungen und der Wiedereinstieg in berufliche Tätigkeiten sollen damit erleichtert werden», sagt Esther Steinmann-Neeser (IG Reiden), Gemeinderätin für Soziales und Gesellschaft. So sollen einerseits der Wirtschaft Fachleute erhalten bleiben, andererseits soll Eltern, die auf Jobsuche oder auf Sozialhilfe angewiesen sind, eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Familienergänzende Kinderbetreuung wird von immer mehr Gemeinden im Kanton Luzern gefördert. Dies zeigen Untersuchungen der kantonalen Verwaltung. Gabs vor zehn Jahren noch Angebote inrund 20 Gemeinden, so unterstützen derzeit rund 40 Kommunen arbeitstätige Eltern. Der Trend schwappt von urbanen Gebieten immer mehr in den ländlichen Raum über. So beschloss beispielsweise auch Roggliswil im Dezember die Einführung von Betreuungs­gutscheinen.

Gute Erfahrungen mit Gutscheinen

In der Region setzen die Luzerner Gemeinden Dagmersellen, Nebikon und Altishofen bereits seit 2017 auf dieses System. «Unsere Erfahrungen damit sind sehr gut», sagt die zuständige Nebiker Gemeinderätin Luzia Kneubühler (CVP). Die Gutscheine böten Eltern auf unkomplizierte Weise eine Entlastung. Der Arbeitsaufwand für die Verwaltung halte sich in Grenzen.

Die Nachfrage nach Betreuungsleistungen wächst laut Kneubühler in Nebikon zwar mässig und ist jahreweise unterschiedlich. Die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter bleibe für die Gemeinde aber ein Anliegen. «Wir arbeiten intensiv daran, sie weiter zu verbessern und mit bedarfsgerechten Angeboten zu ergänzen», sagt Kneubühler. Nebikon hat eine Spielgruppe und arbeitet mit dem Verein Tagesfamilien Wiggertal zusammen. Eine Kita gibt es jedoch nicht. «Erziehungsberechtigte aus unserer Gemeinde bringen ihre Kinder daher im Moment noch in anderen Kitas unter», sagt Kneubühler. Auch in Reiden soll eine Betreuung an einem auswärtigen Arbeitsplatz möglich sein.

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