FC Aarau: Der Geldregen in Millionenhöhe

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Schmückt das FC-Aarau-Trikot (im Bild Mickael Almeida) in Zukunft wieder das Logo eines fixen Hauptsponsors? (Bild: Schumacher/Freshfocus)

Geld regiert die Welt. Geld regiert den Fussball. Geld regiert also auch den FC Aarau. Wer sind die Sponsoren und Gönner, die das Geld für die Aarauer im Allgemeinen und für den Profibetrieb der ersten Mannschaft im Speziellen lockermachen. Klar ist: Die mehrheitlich guten Resultate in der Meisterschaft und die aktuellen Erfolge im Schweizer Cup haben ihren Preis.

Für die Saison 2020/21 hat der FC Aarau ein Gesamtbudget von knapp sechs Millionen Franken. Rund die Hälfte dieses Betrags wird für die Löhne der Trainer, Spieler und des erweiterten Mitarbeiterstabs des Challenge Ligisten ausgegeben. Im Vergleich zur Saison 2019/2020 konnten die Kosten um zehn Prozent verringert werden. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass der Kader verkleinert wurde und teure Spieler wie Markus Neumayr und Marco Schneuwly den FC Aarau im vergangenen Sommer verlassen haben.

Woher kommen diese sechs Millionen Franken?

Ein Drittel sind Gelder vom Co-Hauptsponsor Credit Suisse, der geschätzt rund 200000 Franken zahlt, und von den neun Premium-Sponsoren Radio Argovia, Hotel Bären, Kölliken, gpard, hrs, KIA, med&motion, swisslos, ticketcorner.ch und wynecenter. Ein Viertel sind Einnahmen aus den Gönnerabteilungen «Club 100», «White Socks», 2010er und Sponsorenvereinigung. Beeindruckend ist der Beitrag vom «Club 100»: 180 Mitglieder zahlen jährlich rund eine Million in die Klubkasse. Ähnlich ist das bei den «White Socks»: 28 Mitglieder sorgen dafür, dass rund 700000 Franken in die erste Mannschaft fliessen. Vom 2010er und von der Sponsor-Vereinigung gibt es rund 50000 Franken. Knapp ein Viertel der Einnahmen sind Saisonkarten und Zuschauereinnahmen aus den Heimspielen. Momentan fallen die Zuschauereinnahmen wegen Corona zwar weg, werden allerdings durch Bundesgelder zur Hälfte aufgefangen. Rund 13 Prozent sind Einnahmen aus Fernsehgeldern. Aktuell bietet der Schweizer Cup für den FC Aarau nicht nur in sportlicher, sondern auch in finanzieller Hinsicht einen besonderen Anreiz: Ein Sieg gegen Luzern und die Final-Qualifikation würde weitere 50000 Franken an Prämiengeldern in die Kasse spülen.

Gesucht: Ein zweiter Leading-Partner

Nach dem Abgang von Hauptsponsor KIA im Sommer 2020 und der bis anhin erfolglosen Suche nach einem Nachfolger will man beim FC Aarau auf die Saison 2021/22 eine neue Sponsoring-Struktur schaffen: An vorderster Front sollen zwei Leading-Partner stehen, die bereit sind, insgesamt über 400000 Franken pro Saison zu bezahlen. Ein Leading-Partner steht fest: Es ist die Credit Suisse, die momentan als Co-Hauptsponsor auftritt. Der zweite Leading-Partner ist noch offen. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen Kontakte zu Firmen und Unternehmen, aber konkret und spruchreif ist noch nichts. In Frage kommen beispielsweise Grossverteiler mit Konsumgütern aller Art, Versicherungen und aufstrebende Firmen im IT-Bereich, die ihren Bekanntheitsgrad steigern möchten.

Dass sich die Suche nach einem Leading-Partner schwierig gestaltet, hat vor allem drei Gründe: Erstens spielt der FC Aarau nur in der Challenge League, steht also weniger im Rampenlicht als in der Super League und findet deshalb in den Medien schweizweit nur geringe Beachtung. Der zweite Grund ist das Stadion. Das alt-ehrwürdige Brügglifeld mit seinem speziellen Charme und dem Bratwurst-Feeling mag für Fussball-Romantiker ein idealer Standort für ein Fussballspiel sein, aber für VIP-Bereiche und VIP-Logen, für Treffs von Sponsoren und für geselliges Beisammensein von Mäzenen und Gönnern ist das Stadion einfach zu klein. Das wird sich wohl frühestens mit dem Umzug in sechs, sieben, acht, neun oder zehn Jahren in die neue Sportstätte im Torfeld Süd ändern. Drittens ist es in der Coronakrise besonders schwierig, ein finanzkräftiges Unternehmen zu finden, welches Geld in einen Fussballklub wie den FC Aarau investiert.

Acht Trikotsponsoren in 40 Jahren

Bleibt ein Blick in die Vergangenheit: Seit dem Aufstieg in die Nationalliga A vor 40 Jahren hatte der FC Aarau neun Hauptsponsoren. Es sind dies Burroughs, Computer (1981/82), Sprecher + Schuh (1982 bis 88), Ringier (1988/89), mita copiers (1989 bis 91), Radio Argovia (1991 bis 2008), Winkler (2008 bis 2010), Zehnder (2011 bis 2016) und KIA (2017 bis 2020). Hinzu kommt die Neue Aargauer Bank (NAB), die den FC Aarau seit rund drei Jahrzehnten finanziell unterstützt und als Sponsor und Co-Hauptsponsor aufgetreten ist. In der gleichen Zeitspanne hatte der FC Aarau mit Nabholz, adidas, diadora, Jako, erneut diadora, Legea, Nike und gpard acht Ausrüster unter Vertrag.

Und wenn wir schon bei Zahlen sind, so bleibt zu guter Letzt ein Datum, dass sich alle FCA-Mitglieder und FCA-Sympathisanten in ihren Agenden rot anstreichen sollten: Am Montag, 21. Juni, findet die Generalversammlung der Aktiengesellschaft statt. Dann legt der Verwaltungsrat die Zahlen rund um den FC Aarau offen. Ob die GV in öffentlichem Rahmen über die Bühne gehen wird, steht momentan in den Sternen. Das hängt, wie so vieles im Sport und im Fussball, von Corona ab.

Rückkehr an den Ort des Grauens

Drei Tage nach der 0:7-Pleite gegen den FC Wil trifft der FC Aarau auf den FC Winterthur. Für die Mannschaft von Trainer Stephan Keller geht es nach der Kanterniederlage gegen die Ostschweizer in erster Linie um Wiedergutmachung. Nach dem Abstieg in die Challenge League 2010 haben die Aarauer am 7.November des gleichen Jahres in Biel 1:7 verloren. Das war bis am 20. April 2021 die höchste Niederlage in der zweithöchsten Spielklasse. Das 0:7 in Wil ist also Negativrekord. «Natürlich erwarte ich von meiner Mannschaft eine Reaktion», sagt Keller. «Gegen Winterthur wird sich zeigen, aus welchem Holz die Spieler geschnitzt sind.» Pikant: Weil der Rasen in der Winterthurer Schützenwiese eine reguläre Partie nicht zulässt, muss der FC Aarau zum zweiten Mal innert vier Tagen auf dem Kunstrasen in Wil spielen – es ist die Rückkehr an den Ort des Grauens.

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