Wie gefährlich ist die Schweizer Corona-Mutante? Was wir wissen und was nicht

corona2.jpeg
Führen die neuen Virusvarianten zu mehr Fällen in den Intensivstationen?

1. Norditalienische Forscher sprechen von einer Schweizer Virusvariante. Gibt es die wirklich?

Forscher des Labors des Candiolo Cancer Institute in Turin haben bei einem 57-jährigen Mann aus der Region Turin die Virusvariante B.1.1.39 festgestellt, welche die Forscher als Schweizer Variante bezeichnet haben. Dies weil dieses Virus in der Schweiz häufig nachgewiesen worden sei. Gemäss dem Institut schon 1132 Mal. Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel sequenziert die Coronaviren. Dass die italienischen Forscher die Variante B.1.1.39 als Schweizer Variante bezeichnen, hält Neher für verwegen. «B.1.1.39 ist eine alte Variante. Wo die Variante entstanden ist, lässt sich nur durch Analysen bestimmen.» Und die fehlen für diese Mutation. Im Piemont ist diese dort als Schweizer Variante bezeichnete Mutation neben der britischen, südafrikanischen und brasilianischen die vierte, die entdeckt worden ist.

2. Ist die Schweizer Variante gefährlich?

In der italienischen Zeitung «La Stampa» sagen die norditalienischen Forscher, die Schweizer Variante sie so ansteckend wie die britische. Aber sie sei mit den zugelassenen Impfungen bekämpfbar. Für Richard Neher von der Uni Basel ist B.1.1.39 dagegen keine bemerkenswerte Variante. Es gebe in der Schweiz eine Reihe von entdeckten Varianten, die an den selben Positionen des Virus Mutationen enthalten, die auch in den sogenannten Variant of Concerns, also den besorgniserregenden Varianten vorkommen. «B.1.1.39 gehört bislang aber nicht dazu.» Nach Neher müssen wir damit rechnen, dass in der Schweiz immer wieder solche Varianten entdeckt werden. «Das ist aber nicht jedesmal eine Schlagzeile wert. Die Überwachung und Eindämmung solcher Varianten ist aber wichtig», sagt der Virusanalytiker vom Basler Biozentrum.

3. Woher kommt die indische Variante, die in der Schweiz entdeckt wurde?

Im Raum Solothurn wurde Ende März erstmalig für die Schweiz in der Fall der indischen Variante B.1.617 entdeckt, die sich in Indien rasend schnell ausbreitet. Gemäss dem BAG handelt es sich beim Infizierten um einen Passagier, der über einen Transitflughafen in die Schweiz eingereist ist. Festgestellt wurde die Variante inzwischen auch in Deutschland, Australien, Belgien, England, den USA und Singapur. Deren Besonderheit ist die Doppelmutation, weil sie zugleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein aufweist. Diese Mutationen kennt man schon von bestehenden besorgniserregenden Varianten. Insbesondere die Mutationen E484K und E484Q, die aus der südafrikanischen und brasilianischen Variante bekannt sind. ETH-Professorin und Task Force-Mitglied Tanja Stadler hat die indische Variante in der Schweiz entdeckt und äusserte sich beunruhigt, weil die Variante die Immunantwort der Impfung abschwächen könnte, bei Menschen, die Covid-19 schon durchgemacht haben. Möglichweise könnte auch der Impfschutz gegenüber der indischen Variante schwächer sein, aber doch vor schwerer Erkrankung schützt. Bis jetzt ist noch keine Virusvariante bekannt, welche den Impfschutz komplett umgeht. Gemäss Richard Neher verdient die indische Variante B.1.617 nicht mehr Aufmerksamkeit als andere Variant of Concern.

4. Wie gefährlich ist die Tiroler Variante?

In Tirol ist es wie in ganz Österreich in den vergangenen Monaten zum gehäuften Auftreten verschiedener Virusvarianten gekommen. Zu reden gibt die Entwicklung von sogenannten Fluchtmutationen. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung der britischen B.1.1.7 Variante. 8,2 Prozent der Fälle im Bundesland Tirol, also etwa 1800 Verdachtfälle, tragen diese «Tiroler Variante», bei der eine schlechtere Neutralisation der Viren durch Impfstoff-Antikörper befürchtet wird.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Blum Innenausbau AG
Schreinermonteur, Mitarbeiter, Dagmersellen
Metzgerei Kreienbühl AG
Verkäuferin/Koch/Fleischfachfrau Veredelung, Mitarbeiter, Reiden
Gebr. Jetzer Hoch-und Tiefbau AG
Sachbearbeiter/in, Mitarbeiter,
Restaurant Einsiedelei
Service 70-100%, Mitarbeiter, Rüttenen
Job für Mamis, Mitarbeiter,
Gesucht Raumpflerin, Mitarbeiter,
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner