Gemeldete Neuinfektionen sinken, R-Wert fällt unter 1: Das könnten die Gründe dafür sein

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Ein Hoffnungsschimmer im Frühling? Die Coronazahlen sind leicht zurückgegangen. Chris Iseli / LZB

Lange Zeit sind die täglichen Infektionszahlen bei rund 2200 Infektionen verharrt. Jetzt meldet das BAG erstmals seit langem mit 1831 laborbestätigten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Wert unter 2000. Das war seit Anfang April nicht mehr so, betrachtet man nur die relevanten Wochentage und nicht das Wochenende, an dem viel weniger getestet wird.

Die Modellierungen der Taskforce zeigen aufgrund der dominierenden und ansteckenderen britischen Virusvariante und aufgrund der Öffnungsschritte eigentlich ein exponentielles Wachstum in diesen Tagen voraus. Dass die Kurve nun in die andere Richtung geht, ist erfreulich. Die Taskforce betont allerdings immer, ihre Kurven seien keine Prognosen, sondern Szenarien unter gewissen Bedingungen.

Der R-Wert ist unter 1 gefallen

Diese Bedingungen, insbesondere die Öffnungsschritte, scheinen sich bis jetzt zumindest also nicht so stark auszuwirken, wie befürchtet. Das zeigt auch der Trend, welcher der Reproduktionszahl abzulesen ist. Der R-Wert liegt mit 0,98 wieder unter 1, was bedeutet, dass die epidemische Verbreitung des Coronavirus gebremst ist.

Auffällig ist bei den jetzigen Infektionsfällen, dass diese nicht mehr in erster Linie die Senioren betreffen, sondern Menschen in der Schweiz im mittleren und noch mehr im jugendlichen Alter bis 29. Die inzwischen weit fortgeschrittenen Impfungen der über 65-jährigen scheint sich auszuwirken. Das kann man auch aus den tiefen und stabilen Todeszahlen schliessen, heute meldet das BAG 8 Todesfälle.

Leute sind mehr im Freien

Virgine Masserey vom BAG hat diese Woche in Bern gesagt, dass sich das BAG freue, «dass die Öffnungsschritte bisher keine negativen Konsequenzen hatten». Die Stagnation und der nun leichte Rückgang habe mehrere Ursachen. Einerseits, weil sich die Menschen wieder mehr im Freien bewegten, wo die Ansteckungsgefahr deutlich kleiner ist als in Innenräumen. Zum anderen werde mehr getestet und deshalb könne die britische Variante besser unter Kontrolle gehalten werden. Die Stabilisierung und derzeitige Entwicklung der Fallzahlen spreche für das 3-Phasen-Modell der Lockerungen, dass der Bundesrat beschlossen habe.

Weniger gut als bei den Fallzahlen sieht es mit der Situation in den Intensivstationen aus, die stark belegt sind. 108 Personen mussten in den letzten 24 Stunden hospitalisiert werden. Diese Woche ist zudem die Zahl von 10000 Coronatoten seit der Pandemiebeginn überschritten worden. Das BAG meldet nun 10027 laborbestätigte Todesfälle.

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