Temperaturen auf Achterbahnfahrt

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Stabiler (l.) im Vergleich mit gestörtem Polarwirbel. Quelle: NOAA

Der Frühling will in diesem Jahr einfach nicht richtig in Fahrt kommen. So gab es bisher zwar immer mal wieder ein paar sonnige Tage mit aufkeimenden Frühlingsgefühlen. Ein paar Tage später zeigte sich das Wetter dann aber wieder von seiner kühlen Seite. So fiel der April 2021 insgesamt zwar zu trocken, aber auch zu kalt aus. In einigen Regionen der Schweiz sprechen wir gar vom kältesten April seit 20 Jahren.
Die erwähnten Temperaturschwankungen sind nicht nur mit dem Phänomen des «Aprilwetters» zu erklären. Schon seit Anfang Februar befinden wir uns in einem stetigen Wechsel von kalten Phasen, hin zu überdurchschnittlich milden Tagen. Laut Wetterdienst MeteoNews ist die Ursache für diese grosse Schwankungsbreite ein gestörter Polarwirbel.

Der Polarwirbel ist ein Höhentief, welches sich jeweils im Winterhalbjahr über dem Nord- und Südpol bildet. Der Grossteil des Wettergeschehens findet in der Troposphäre statt, die Höhe variiert zwischen sechs und acht Kilometern an den Polen sowie bis zu 18 Kilometern über dem Äquator. Darin ist der Grossteil des Wasserdampfs enthalten, die Temperatur nimmt mit der Höhe stetig ab. An ihrem oberen Ende wird sie von der Tropopause begrenzt, hier erreichen die Temperaturen ein Minimum. Darüber folgt die Stratosphäre. In ihrem unteren Bereich bleibt die Temperatur zunächst konstant, beginnt dann aber mit der Höhe wieder zu steigen. Dies liegt an der hier beheimateten Ozonschicht, in der durch die UV-Absorption Wärme freigesetzt wird. Im Winter kommt dieser Prozess allerdings zum Erliegen, da in der Polarnacht kein Sonnenlicht die hohen Breiten mehr erreicht. Die Stratosphäre kühlt in der Folge stark ab. So bildet sich ein kräftiges Höhentief, ein mächtiger abgeschlossener Kaltluftkörper in der oberen Troposphäre und der Stratosphäre. Bei einem gut ausgeprägten und quasi «gesunden» Polarwirbel ist dieser abgeschlossen und durch einen starken Jetstream – sogenannte Starkwindbänder – nach aussen abgegrenzt; die Kaltluft ist darin gefangen.
In diesem Jahr aber ist der Polarwirbel unorganisiert und zerfleddert, zum Teil auch geteilt – ein sogenannter Polarwirbelsplit. Dabei findet sich die kälteste Luft nicht in der unmittelbaren Polregion, sondern aufgeteilt in mehrere Zentren in den Randbereichen. Der Jetstream ist schwächer und mäandert stark. Zwischen diesen Zentren wird relativ warme Luft bis in die Polregion geführt, als Ausgleich gibt es rund um die Nordhalbkugel zum Teil starke Kaltluftvorstösse bis weit nach Süden.

Aktuell befinden wir uns erneut in einem kühlen und regnerischen Wetterabschnitt. Die Temperaturen steigen am Mittwoch und am Donnerstag nur unwesentlich über die 10-Grad-Marke. Frühlingshaftere Verhältnisse sind frühestens am kommenden Wochenende zu erwarten.

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