Und dann kam Tasar, ausgerechnet Tasar...

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Jubel beim FC Luzern, Frust beim FC Aarau nach dem Schlusspfiff. (Bild: freshfocus)

Fast verpasst er das obligate Jubelfoto mit den Teamkollegen, im letzten Moment rutscht er noch ins Bild, ehe er zum nächsten Interview muss: Varol Tasar. Ja genau der Tasar, der im Juni 2019 den FC Aarau in seiner schwersten Stunde als Fussballer verlassen hat: Als Nicht-Aufsteiger, obwohl das Barrage-Hinspiel gegen Xamax 4:0 gewonnen wurde.

Der Edeljoker wird seinem Namen gerecht

Zwei Jahre später kehrt er mit dem FC Luzern als Gegner zurück aufs Brügglifeld. Um in den Final zu ziehen – aber auch, um Frieden zu schliessen mit dem Brügglifeld. Es gelingt ihm. Eingewechselt in der 59. Minute, vernascht er 15 Minuten später FCA-Verteidiger Bastien Conus auf dem Radius eines Bierdeckels, zieht ab und sieht den noch leicht abgefälschten Ball ins Tor fliegen. 2:1 für die Gäste, die Teamkollegen stürzen sich auf den 24-Jährigen, auf ihren Superjoker, der zum fünften Mal in dieser Saison ein Spiel auf diese Weise entscheidet.

«Natürlich freue ich mich über das Tor und über den Finaleinzug. Aber ich habe gemischte Gefühle, ja, fast ein schlechtes Gewissen. Jubeln wäre respektlos gewesen. Aarau hat mich damals zum Profi gemacht, ich hatte drei wunderschöne Jahre hier in der FCA-Familie.» Nach Spielschluss hat Tasar sich lange mit Aarau-Captain Olivier Jäckle  unterhalten – worüber? «Ich habe ihm gesagt, dass Aarau einen super Fussball spielt und dass ich mir wünsche, dass der Klub bald in die Super League zurückkommt. Alle hier, von den Spielern über den Trainerstab bis zu den Fans, hätten das verdient.»

Bestimmt lobt Tasar seinen Ex-Klub nicht nur aus Nächstenliebe. Denn was der unterklassige FCA in den 93 Minuten abliefert, hat Super-League-Format. Ein Klassenunterschied? Nicht erkennbar. Und so ist beim Heimteam nach dem Abpfiff die Enttäuschung über das Ausscheiden genauso gross wie der Stolz über den Vorstoss als einziger Challenge-League-Klub in den Halbfinal.

Aarauer verlieren das Spiel in der Phase nach dem 1:1

Am längsten zu beissen an der Niederlage wird wohl Mickael Almeida haben – und sich dabei immer wieder die Frage stellen: «Warum ist dieser Ball nicht ein paar Zentimeter weiter links am Pfosten gelandet und von dort im Tor?». Die Szene in der 78. Minute hat Kultcharakter: FCL-Goalie Marius Müller will einen Konter lancieren, trifft dabei aber den Rücken eines Verteidigers und von dort prallt der Ball zu Almeida, der geistesgegenwärtig reagiert, aber seine Direktabnahme vom Pfosten zurück ins Feld fliegen sieht. Das war sie, die grosse Chance auf das 2:2. Es wäre der glückliche, aber verdiente Lohn gewesen für einen starken Auftritt: Wer dachte, das frühe 0:1 in der vierten Minute durch Ndiaye nach einem Fehler von Conus wäre Gift für die Aarauer, der sah sich getäuscht. Nach dem Motto «Jetzt erst recht» powert die Mannschaft unbeeindruckt nach vorne und erzielt in der 9. Minute durch Almeida das 1:1.

Und dann folgt die Phase, in der die Aarauer rückblickend das Spiel verlieren: Bis zur 25. Minute sieht Luzern keinen Stich, wird von Aarauern eingeschnürt und muss sich bei Goalie Müller bedanken, dass es beim 1:1 bleibt. Mit mehr Effizienz stünde der FCA in der Liga wohl längst auf dem Barrageplatz – und vielleicht seit dem Dienstagabend auch im Cupfinal.

Doch so geht den Aarauern Mitte der zweiten Halbzeit die Kraft aus, der FCL übernimmt das Zepter und ist beim Lattenschuss von Pascal Schürpf dem 2:1 bereits sehr nahe, ehe Tasar das vorgeschriebene Hollywood-Drehbuch in die Tat umsetzt.

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