Napoleon – Vater des Kantons Aargau?

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Letzte Woche jährte sich der Todestag von Napoleon Bonaparte zum 200. Mal. Verschiedene Autoren bezeichneten ihn in ihren aktuellen Würdigungen als Diktator, Rassisten und Förderer der Sklaverei. Unbestritten: Als Kaiser der Franzosen betrieb er Kriegs- und Expansionspolitik – hinterliess insbesondere in Russland Blut und Grauen. Genauso im September 1798 in Ennetmoos am Alpnachersee. Marodierende französische Soldaten töteten am 9. September 1798 alleine hier 71 Menschen, darunter 20 Frauen und 21 Kinder. 61 Häuser, 67 Ställe sowie 3 Kapellen brannten die Franzosen nieder – fast das ganze Nidwaldner Dorf.

Weshalb okkupierte Frankreich die Schweiz und gab ihr 1798 mit der Helvetischen Republik ein neues politisches und organisatorisches Gesicht? Aus strategischem Interesse – so wie beispielsweise bereits Norditalien (Cisalpinische Republik) zum Vasallenstaat Frankreichs gemacht wurde. Im November 1797 unternahm der damalige General Bonaparte eine Rekognoszierungsreise durch die Schweiz, bei welcher er zum Schluss kam, die Eidgenossenschaft sei reif für die Revolution.

Peter Ochs, revolutionär gesinnter Basler Oberzunftmeister, wurde zu Gesprächen nach Paris eingeladen: Thema eine Abtretung des bislang österreichischen Fricktals an Basel. Gegenleistung: Die Umwandlung der Eidgenossenschaft in eine Helvetische Republik – welche Ochs nach dem durch französische Truppen bewirkten Zusammenbruch des alten Bern am 12. April 1798 aus einem Fenster des Aarauer Rathauses ausrief.

Die Regionen des heutigen Aargaus sahen den Aufbruch in die neue Epoche mit unterschiedlichen Vorzeichen – zu verschieden waren die Voraussetzungen. Aarauer Patrioten witterten in der Anwesenheit der Franzosen die Chance, sich von Bern loszusagen. In anderen Teilen des Berner Aargaus, speziell im Munizipalstädtchen Zofingen, stand die Bevölkerung auch nach der Revolution dem Kanton Bern nicht ablehnend gegenüber.

Die Revolution im Aargau war kein hausgemachter Umsturz. Kaum waren die französischen Besatzungstruppen abgezogen, erhob sich im Herbst 1802 das, was als «Stecklikrieg» Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat. Bewaffnet mit Strecken und Mistgabeln sorgten katholische Bauern aus der Region Baden dafür, dass die helvetische Regierung weichen und sich nach Lausanne zurückziehen musste.

Napoleons Antwort? Eine erneute Besetzung, aber auch die Mediationsakte. Einer ihrer Bestandteile war eine Neustrukturierung von Kantonsgebieten. Aus den Cantonen Aargau, Baden und Fricktal entstand 1803 der heutige Kanton Aargau.

Napoleon – Vater des Kantons Aargau? Ja und nein. Ohne seine Unterschrift und seine Idee, in Paris eine Konsulta durchzuführen, gäbe es den Aargau in seiner heutigen Form nicht.

Auftrag der Konsulta war, die sogenannte Mediationsverfassung auszuarbeiten. Unter den Mitgliedern Aargauer wie Philipp Albert Stapfer, Albrecht Rengger oder Gottlieb Hühnerwadel. Sie standen unserem Kanton in Paris mehr als nur Pate.

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Napoleon Bonaparte - ein grosser Staatsmann

Nikos Traianou
schrieb am 10.05.2021 11:59
Die Gründung des Kts. Aargau im Jahr 1803 mit den heutigen Grenzen geht tatsächlich auf Napoleon Bonaparte zurück. Mit der sog. Mediationsakte aus dem Jahr 1803 beendete er die bei der damaligen schweizer Bevölkerung ungeliebte Periode der Helvetik, welche von 1798 - 1803 dauerte. Die damalige Helvetik war ein zentralistisches Gebilde und wurde aus diesem Grunde von breiten Bevölkerungskreisen abgelehnt. Die 11 Bezirke des heutigen Kts. Aargau sind tatsächlich auch historisch bereits im Jahr 1803 festgelegt worden.
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