Der FC Aarau bangt um die magischen drei

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«Wir harmonieren ideal»: Die FCA-Stürmer Filip Stojilkvic (vorne) und Mickael Almeida. (Bild: Sarah Rölli)

An seinen Stürmern liegt es nicht, dass der FC Aarau heute lediglich mit theoretischen Barrage-Chancen ins Direktduell gegen den zweitplatzierten FC Thun geht. Filip Stojilkovic: 14 Tore in 30 Einsätzen. Shkelzen Gashi: 7 Tore in 13 Einsätzen. Mickael Almeida: 6 Tore in 15 Einsätzen. Alle Drei figurieren auf der Liste der effizientesten Stürmer der Challenge League (Tore pro Einsatz) in den Top 6! Zählt man ihre Torvorlagen dazu, kommen Stojilkovic, Gashi und Almeida auf insgesamt 38 Torbeteiligungen, sie waren an mehr als der Hälfte der Aarauer 63 Saisontreffer beteiligt.

Kein Wunder also, möchte der FC Aarau auch in der nächsten Saison seinen Angriff mit diesen drei Spielern besetzen. Bei Gashi ist der Fall klar: Er kuriert eine Wadenverletzung aus und wird in den verbleibenden Partien dieser Spielzeit gegen Thun und Stade Lausanne-Ouchy ziemlich sicher nicht mehr zum Einsatz kommen. Für die nächste Saison dann ist der 32-Jährige (Vertrag bis 2023) als Torgarant und Führungsspieler fest eingeplant – hoffentlich lässt sein geschundener Körper dies auch zu.

Komplizierter ist die Lage bei Stojilkovic und Almeida: Beide sind ausgeliehen, beide Leihverträge laufen Ende dieser Saison aus, beide sind bis 2023 vertraglich an ihre Stammklubs gebunden. Doch weil sowohl der FC Sion (Stojilkovic) und der FC Chiasso (Almeida) gegen den Abstieg kämpfen, haben deren Verantwortliche gerade andere Sorgen als die Zukunft ihrer verliehenen Spieler. Eine Option auf eine definitive Übernahme, wie es bei Leihgeschäften immer öfter vorkommt, gibt es in beiden Fällen nicht.

Filip Stojilkovic:

Der 21-Jährige stellte im Dezember im Gespräch mit der «AZ» klar, dass das Brügglifeld eine Durchgangsstation sei. Beim FC Sion vom damaligen Coach Fabio Grosso aussortiert, liess er sich nach Aarau ausleihen, um Spielpraxis zu sammeln und sich so einen Platz im Kader der Schweizer U21-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft zu sichern. Der erste Teil des Turniers fand im März dieses Jahres in Slowenien statt, zwar mit Stojilkovic vor Ort, aber nicht auf dem Platz: Sein Plan, sich an der U21-EM in die Notizblöcke von Bundesliga- oder Serie-A-Klubs zu spielen, scheiterte.

Für den FC Aarau hat er in 30 Ligaspielen 14 Tore erzielt, in dieser Hinsicht war das Leihgeschäft für beide Seiten ein voller Erfolg. Nach seinem Dreierpack am vergangenen Dienstag gegen Kriens (4:0) sagte Stojilkovic: «Ich fühle mich wohl in Aarau und kann mir vorstellen, auch nächste Saison hier zu spielen – egal in welcher Liga.»

Ob das nur ein übliches Lippenbekenntnis eines Spielers mit ungewisser Zukunft ist oder mehr dahinter steckt – unklar, mehr will Stojilkovic nicht sagen. Wohl auch, weil er nicht mehr weiss: Beim FC Sion werden sie erst nach dem Ligaerhalt oder nach dem Abstieg aus der Super League entscheiden, ob sie nochmals auf Stojilkovic setzen oder ihn aus seinem Vertrag entlassen. Auch die Variante, dass ein Klub aus der Super League oder aus dem Ausland den Wallisern ein Angebot für Stojilkovic macht, ist alles andere als auszuschliessen.

In diesem Fall dürfte es für den FCA schwierig werden – denn Ablösesummen will und kann man im Brügglifeld eigentlich nicht zahlen. Und wenn, dann ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag wohl das absolute Maximum, das Aarau zahlen kann – für einen Spieler vom Kaliber eines Filip Stojilkovic dürfte dies jedoch nicht reichen. Fazit: Die Wahrscheinlichkeit, dass Stojlkovic über den Sommer hinaus das FCA-Trikot trägt, beträgt maximal 50 Prozent.

Mickael Almeida:

Niemand hatte damit gerechnet, dass Almeida in Aarau eine zweite Chance erhält: Doch dann stand er diesen Februar im Brügglifeld wieder auf der Matte, ausgeliehen aus Chiasso, wohin er sich im Sommer 2019 nach einem verkorksten ersten Jahr beim FCA verabschiedete. Im Tessin stand Almeida wie Stojilkovic in Sion auf dem Abstellgleis, zurück in den Süden will der 22-Jährige nicht mehr. Sein Wunsch ist es, weiter in Aarau unter seinem Förderer Stephan Keller zu spielen.

Wer weiss – vielleicht ist der Weg in eine Zukunft beim FCA bereits heute Abend frei: Dann nämlich, wenn Chiasso in Schaffhausen verlieren sollte und den Abstieg in die Promotion League besiegelt. Zwar sind die genauen Vertragsdetails zwischen Chiasso und Almeida auch den FCA-Verantwortlichen nicht bekannt, doch es ist davon auszugehen, dass bei einem allfälligen Abschied der Tessiner aus dem Profifussball die Spielerverträge nichtig werden.

Und wenn die Tessiner wie in den vergangenen Jahren am letzten Spieltag die Klasse halten sollten? Auch in diesem Fall wird es zwar die Verhandlungskünste von FCA-Sportchef Sandro Burki brauchen – doch die Chancen, dass Almeida in Aarau bleibt, dürften weiterhin gross sein.

Nur ein Sieg hilft dem FCA

Die Ausgangslage vor dem Auswärtsspiel in Thun ist klar: Der FC Aarau muss gewinnen, um die minime Chance auf die Barrage aufrecht zu erhalten. Damit würde der Rückstand auf die Thuner vor dem letzten Spieltag auf drei Punkte reduziert: Der FC Aarau müsste dann auch gegen Stade Lausanne-Ouchy gewinnen und hoffen, dass Thun gleichzeitig gegen den FC Wil verliert. Nur bei diesem Verlauf wäre Aarau in der Barrage.

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