Urdinkel: Eine alte Getreidesorte boomt

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Barbara und Markus Schütz bauen in Strengelbach nicht nur Urdinkel an – in ihrem Hofladen gibt es auch Backwaren aus Dinkelmehl zu kaufen. Bild: zvg

Die Verkäufe von Mehl aus Urdinkel haben im Pandemiejahr 2020 gegenüber 2019 um 40 Prozent zugenommen. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts betrug die Dinkel-Anbaufläche in der Schweiz rund 16 000 Hektaren (aktuell wieder 6500). Mit fortschreitender Mechanisierung und dem wachsenden Anbau von Weizen geriet das Getreide in Vergessenheit. Heute ist Dinkel wieder voll im Trend – die Coronavirus-Pandemie hat den Effekt noch verstärkt.

Massiv gesteigerte ­Nachfrage nach Urdinkel

2020 mangelte es an Schweizer Dinkel und besonders an sogenanntem Urdinkel. Schuld waren aber nicht etwa Missernten, sondern eine deutlich gesteigerte Nachfrage und ein sich explosiv entwickelnder Absatz. Vor rund 20 Jahren sah sich der Dinkelanbau noch dem Ende nahe: 1993 wurde Dinkel lediglich in Randgebieten des Luzerner Hinterlands und im Emmental angebaut.

Im März 1995 schlossen sich laut einer Information des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) rund 230 Bauern und Müller zur IG Dinkel zusammen, um den Anbau von Dinkel in der Schweiz zu retten und um ihn auszubauen. Aktuell zählt die IG Dinkel über 2000 Produzenten.

«Für die Ernte 2021 rechnen wir mit rund 4500 Hektaren Urdinkel und einer Gesamt-Dinkelproduktion von 6500 Hektaren», sagt Thomas Kurth, Geschäftsführer der IG Dinkel. Urdinkel ist heute eine eingetragene und damit rechtlich geschützte Marke. Für sie vorgegeben sind die beiden Sorten Rotkorn und Ostro, die ursprünglich aus Oberkulm im Wynental stammen.

Rund 40 Produzenten in der Region

In der Region Zofingen und in den angrenzenden Gemeinden haben rund 40 Produzenten einen Liefervertrag mit der Landi abgeschlossen. Grosse Urdinkel-Fans sind Barbara und Markus Schütz, die in Strengelbach biologische Landwirtschaft und einen attraktiven Hofladen betreiben. Zwar wurde auf dem Schütz-Hof seit jeher Urdinkel geerntet. Markus Schütz hat die Anbaufläche in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich gesteigert. «Ich esse aus gesundheitlichen Gründen keinen Weizen mehr», sagt er. Aus einem Teil des Ertrags der aktuell rund vier Hektaren stellt Barara Schütz Brote, Zopf und Guetsli her.

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