Das Agrarmuseum Alberswil setzt neu auf Dialog

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Die neue Ausstellung des Schweizerischen Agrarmuseums befindet sich im Obergeschoss des Neubaus «Schüür». Bild: Ronnie Zumbühl

Die Debatte um die anstehenden Agrarinitiativen wird als polemisch wahrgenommen. «Die Fronten sind verhärtet», sagte Beatrice Limacher, Leiterin des Schweizerischen Agrarmuseums Burgrain gestern vor den Medien. «Das Problem liegt darin, dass Bauern und Städter in völlig unterschiedlichen Lebenswelten leben.» Und genau hier möchte das Museum in Alberswil mit der neuen Dauerausstellung «Wer ist Landwirtschaft?» ansetzen. Statt auf Polemik will das Museum auf Dialog, Meinungsbildung und Teilnahme von einer breiten Bevölkerungsschicht setzen. Am Sonntag feiert es Wiedereröffnung nach der Zwangsschliessung durch die Pandemie.

Dialog mithilfe von Fakten verbessern

Die Ausstellung spricht wunde Punkte in der Landwirtschaft an, wie zum Beispiel die Pestizidausfuhr, und unterfüttert das mit Fakten. Gleichzeitig wird historisch aufgezeigt, wie es soweit gekommen ist, und in unterschiedlichen Porträts kommen Bäuerinnen und Bauern zu Wort. «Wir wollen den Dialog fördern. Und damit dieser möglich wird, braucht es Fakten», sagte Stiftungsratspräsident und Naturwissenschaftler Max Eichenberger. Stiftungsrat Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau in Frick, beantwortete die Frage im Ausstellungstitel «Wer ist Landwirtschaft?» gleich selbst. «Die Antwort lautet: du.» Die Landwirte seien nämlich nur ein kleinerer Teil des Problems der heutigen Lebensmittelproduktion, sagte. Entscheidend sei, wie sich die Menschen ernähren würden. «Ich hoffe, dass wir mithilfe dieser Ausstellung auch besser verstanden werden», sagte seinerseits Walter Haas, Stiftungsrat und selber Landwirt. Das Museum kann auf Sponsoren wie den Bauernverband zählen, ist betrieblich aber unabhängig.

46-jähriges Museum öffnet seinen Blickwinkel

Die neue Ausstellung des Agrarmuseums befindet sich im Obergeschoss des Neubaus «Schüür», das sich neben dem bisherigen Museumsgebäude befindet. Setzte das 46-jährige Museum bisher in erster Linie auf die Geschichte der Landwirtschaft, soll die neue Ausstellung die Gegenwart besser abbilden. Das Museum öffnet den Blickwinkel und thematisiert Landwirtschaft im gesellschaftlichen Kontext.

In zehn sogenannten Brennpunkten werden die drängendsten Themen der hiesigen Landwirtschaft behandelt. Ein Brennpunkt ist beispielsweise das Thema Boden. Die Besucherinnen und Besucher können hier die Perspektive eines Maulwurfs einnehmen und klettern durch die schematisch dargestellten Bodenprofile an die Oberfläche. Dabei können sie die Problematik der Verdichtung, Erosion und Versiegelung von Böden kennen lernen. An einer anderen Stelle findet man ein Porträt über einen Kartoffelbauern, der seine Sichtweise auf das Thema darlegt. Mithilfe eines Tablets können weitere Berichte zum Thema gelesen werden. Die Ausstellung soll aber nicht nur belehren, sondern auch unterhalten. Jedes Thema wird deshalb auch spielerisch aufgegriffen. In der Dauerausstellung haben auch konventionelle Museumselemente Platz. Zum Beispiel die über hundert landwirtschaftlichen Sammlungsobjekte des Museums. Darunter ist auch ein Motormäher von 1935 zu finden – produziert von der einstigen Landmaschinenfabrik Aecherli in Reiden. Zudem ziehen sich durch die ganze Ausstellung mehr als zweihundert historische Fotos von Ernst Brunner.

Neben dem Museum befindet sich die Agrovision Burgrain, in der die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion zu sehen ist. Zur Agrovision gehören ein Biobauernhof, eine Käserei, eine Fleischverarbeitung, eine Bäckerei sowie ein Laden und ein Restaurant.

Die Wiedereröffnung des Museums ist am kommenden Sonntag um 14 Uhr. Das Museum ist mit der Buslinie B 63 von Sursee aus in 20 Minuten und von Nebikon mit der Linie B 271 in 11 Minuten erreichbar. Es sind auch Parkplätze vorhanden.

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