«Er ist einer von uns»: Mathias Franks Plan ist aufgegangen

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Erst wenige Kilometer vor dem Ziel ging Mathias Franks Flucht zu Ende. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

So manchem Duathleten wurde der Bodenberg beim Powerman Zofingen schon zum Verhängnis. Gestern ereilte Mathias Frank bei der dritten Etappe der Tour de Suisse dasselbe Schicksal. Als Benjamin King und Rémy Rochas rund 26 Kilometer vor dem Ziel das Tempo mitten im Aufstieg noch einmal forcierten, musste Frank abreissen lassen.

Damit fiel der gebürtige Roggliswiler definitiv aus der Entscheidung um den Tagessieg, was er aber schon während des Rennens gelassen zur Kenntnis nahm. «Ich bin schon zu lange im Radsport dabei und wusste früh, dass es nichts wird mit dem Sieg», sagte Frank, der mit King, Rochas und dem Schweizer Claudio Imhof kurz nach dem Start in Lachen eine Fluchtgruppe bilden konnte. Diese prägte anschliessend das Geschehen und wurde erst wenige Kilometer vor dem Ziel gestellt. «Wer sah, auf wen die Etappe mit ihrer Zusatzrunde zugeschnitten war, musste kein Genie sein, um zu erkennen, dass wir es nicht ins Ziel schaffen würden», sagte Frank, «aber wir haben harmoniert und unsere Sache gut gemacht.»

Mit besonderen Gefühlen über die bekannte Strasse
Dass es für Mathias Frank bei seinem Heimspiel nicht zum grossen Wurf gereicht hat, war am Ende ebenso nebensächlich wie der 126. Schlussrang. «Ich bin sicher schon bessere Rennen gefahren, aber ich konnte es geniessen», sagte der 34-jährige Nottwiler, der das Ziel mit 1:50 Minuten Rückstand auf Sieger Mathieu van der Poel erreichte. Für Frank, der seine Karriere nach dieser Saison beendet, standen andere Aspekte im Vordergrund. Sein Plan, sich in Szene zu setzen, sei aufgegangen. «Ich durfte bei der Zielpassage als Erster durch Pfaffnau fahren», erzählte der AG2R-Citroën-Athlet von einem für ihn unvergesslichen Moment. «Ich bin im Auto oder mit dem Velo im Training schon hundert Mal über diese Strasse gefahren. Dass ich das jetzt als Radprofi machen und die Gefühle aufsaugen konnte, war toll.»

So fehlte zur Krönung des Tages nur das Volksfest, das in diesem Jahr bei der Tour de Suisse coronabedingt ins Wasser fällt. «Natürlich hätten wir es uns alle anders gewünscht. Ich bin trotzdem froh, konnte ich dabei sein – auch wegen des Sturzes am Freitag», sagte Mathias Frank. Nach jenem Missgeschick bei den Radsporttagen Gippingen musste er sich den Ellbogen nähen lassen, ausserdem nahm er bis gestern entzündungshemmende Antibiotika zu sich. «Das gehört zum Radsport dazu. Jetzt weiss ich wieder, wieso ich aufhöre», meinte Frank lapidar.

Ohne Arzneimittel und mit einem hoffentlich besseren Magen-Zustand hofft er, bis am Sonntag weitere Akzente setzen zu können. Der Respekt ist ihm gewiss: «Hut ab, unter solchen Umständen startet nicht jeder», sagte Michael Wechsler, OK-Präsident des VC Pfaffnau-Roggliswil. Frank habe sich trotz Schmerzen in eine Spitzengruppe gewagt und dem Verein auf diese Weise gedankt. «Das zeigt: Er ist einer von uns», so Wechsler. «Mathias hat das Herz am rechten Fleck.»

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