Noch ist die Coronavirusmutation «Delta» unbedeutend, aber sie könnte stark zunehmen – eine Gefahr für die Lockerungen?

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Die grossen Öffnungen wurden wegen der Delta Variante in England um vier Wochen verschoben. Eine Frau geht in London an der Corona-Memorial-Wand vorbei. Bild: Andy Rain/EPA

Alle neun Tage halbiert sich zur Zeit die Infektionszahl. Gestern waren es noch 243 Fälle im Vergleich zu gut 400 vor einer Woche. Hospitalisationen und Todesfälle gehen ebenfalls deutlich zurück. Virginie Masserey vom BAG führt diesen positiven Trend auf den inzwischen grossen Anteil Geimpfter zurück. Ein Drittel der Bevölkerung ist inzwischen zweifach geimpft und die Hälfte hat mindestens eine Impfdosis erhalten.

Der Anteil neuer besorgniserregender Virus-Varianten ist in der Schweiz gering. Sorge bereitet aber die indische Variante Delta, die sich in Grossbritannien sehr schnell verbreitet, weshalb dort die geplanten weiteren Öffnungen per 21. Juni um vier Wochen verschoben worden sind.

Dafür, sagte der Vizepräsident der Covid-19-Taskforce Jan-Egbert Sturm an der gestrigen Medienkonferenz, gebe es wohl vor allem zwei Gründe. «Zum einen eine erhöhte Übertragungsrate dieser Variante und zweitens eine tiefere Immunität bei Menschen, die erst einmal geimpft worden sind.» Da Grossbritannien die Ein-Dosis-Impfstrategie gewählt habe, also so viele Menschen so schnell wie möglich zumindest einmal zu impfen, habe das zur Verbreitung beitragen können. Masserey fügte an, dass es zwischen Indien und Grossbritannien einen regen Austausch gebe und viele Menschen auf den britischen Inseln aus Indien stammten.

In der Schweiz nimmt die Variante Delta leicht zu

Wie es in der Schweiz weitergeht ist unsicher. Aktuell steigt der Anteil der Delta-Variante leicht und lag letzte Woche bei knapp vier Prozent, gemäss der Berechnungen der Forschungsgruppe um ETH-Professorin Tanja Stadler aus den Gensequenzierungen der kursierenden Coronaviren. Laut ihrem Modell dürfte der Anteil der indischen Variante schnell ansteigen und Mitte August bei bereits 50 Prozent liegen.

Weitere Öffnungen deswegen nicht in Gefahr

Es sei ein Anstieg und ein Absinken zu verfolgen, sagte Masserey gestern dazu. Man werde das aufmerksam verfolgen und versuchen, die weitere Verbreitung zu verzögern, bis noch mehr Personen geimpft seien. Sie geht nicht davon aus, dass wegen Delta die geplanten weiteren Öffnungen in der Schweiz verschoben werden müssen. «Aber wenn wir mittels den Sequenzierungen einen Delta-Hotspot entdecken, müssen wir reagieren.» Deshalb ruft das BAG dazu auf, sich unbedingt zwei Mal impfen zu lassen. «Dann ist man gut geschützt», so Virginie Masserey.

«Public Health England», das BAG in England, veröffentlichte am Montag eine Studie, in der berechnet wurden, wie gross das Risiko von Geimpften ist, ins Spital eingewiesen zu werden wegen der Delta-Variante: Nach der 2. Dosis von Pfizer/Biontech ist man demnach zu 96 Prozent vor einer Hospitalisation geschützt. Das heisst, man erkrankt eventuell trotzdem, aber nicht ernsthaft. Bei Astra/Zeneca beträgt der Schutz nach der zweiten Dosis 92 Prozent für Hospitalisationen.

Das ist in England ersichtlich: Während die Infektionszahlen in die Höhe schnellen, bleiben die Hospitalisationen unten. Dort wurde mehrheitlich Astra/Zeneca verimpft. Dieser Impfstoff schützt vor einer Delta-Infektion nur zu 60 Prozent.

Pfizer/Biontech soll gegen eine Delta-Infektion besser schützen: nach der ersten Dosis zu rund 33 Prozent und bis zu 88 Prozent zwei Wochen nach der 2. Dosis. Das bestätigt Sturm von der Taskforce: «Nach der zweiten Impfung ist die Immunität gegen Delta hoch und vergleichbar mit der gegen die aktuell noch in der Schweiz dominierenden Alpha-Variante.»

Impfzertifikat soll ein Jahr lang gültig sein

Derweil hat die Eidgenössische Impfkommission ermittelt, dass der anfänglich auf sechs Monate festgelegte Impfschutz länger anhält. «Die mRNA-Impfstoffe schützen mindestens 12 Monate vor Ansteckung und noch länger vor schweren Verläufen», sagt Masserey. Die Verordnungen würden in den nächsten Wochen angepasst und auch das Covid-Zertifikat für Geimpfte wird somit länger gültig sein. Das werde nicht nur in der Schweiz so sein, sondern auch in den anderen europäischen Ländern. Der Trend zur längeren Gültigkeit sei klar.

 
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