Die Weltmeisterin will am Powerman Zofingen ihren Titel verteidigen

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Bewegung in der freien Natur und vor allem in der Bergwelt geniesst Nina Zoller in ihren Trainings ebenso wie in den endlich wieder angesetzten Wettkämpfen. (Bild: Philipp Reiter)

 

Wer das Langdistanz-Duathlon-WM-Rennen in Zofingen gewinnt, ist normalerweise ziemlich genau ein Jahr lang Weltmeisterin. Dann muss sie sich erneut der Konkurrenz stellen und den Titel verteidigen. Aber was ist in Zeiten von Corona schon normal. Nina Zoller gewann am 8. September 2019 das WM-Rennen – die nächste Austragung ist nach der Absage des Powerman 2020 am 19. September 2021 geplant. Die Churerin wird dann seit gut zwei Jahren Langdistanz-Weltmeisterin sein. «Ich hätte nichts dagegen, es noch länger zu bleiben», sagt die 34-Jährige, «ja, ich habe vor, in Zofingen zu starten.»

Wer Nina Zoller kennt, weiss aber, dass sie nicht ihr ganzes Leben auf den Sport und vor allem nicht auf ein einziges Rennen ausrichtet. «Gerade Corona hat gezeigt, dass eine zu extreme Fokussierung wenig Sinn macht», betont die für das kantonale Bündner Amt für Wald und Naturgefahren tätige Geologin. Sie bezeichnet sich als Genusssportlerin, ihre Trainings als Bewegungsgewohnheit und nicht als Mittel zur Leistungssteigerung. Ob auf dem Rennrad, dem Mountainbike, auf Ski- oder Bergtouren: Nina Zoller will vor allem das Unterwegssein in der Natur geniessen. Von Corona-Restriktionen sei sie, anders als andere Sportlerinnen, kaum eingeschränkt gewesen. «Laufen und Velofahren ging zum Glück immer, nur auf Skitouren verzichtete ich, als es hiess, man solle besser zuhause bleiben.»

Als während der letzten eineinhalb Jahre viele Wettkämpfe abgesagt wurden, litt Nina Zoller vor allem mit den Organisatoren mit. «Mein Leben ging aber auch ohne Rennen ganz gut weiter, ich laufe und radle ja wie gesagt vor allem zum Spass und muss mich nicht unbedingt ständig mit anderen messen. Sport ist auch ohne Medaillen und Titel meine Leidenschaft.» Weil es aber weniger Rennen gab, setzte Nina Zoller in ihren Bewegungssequenzen weniger spezifische Reize und wurde noch mehr als sonst schon zur «Trainingsgeniesserin», die die Schönheit der Natur aufsaugt.

Ein Sieg beim ersten grossen Rennen seit Langem

Ihren letzten Duathlon bestritt Nina Zoller vor mehr als einem Jahr, als sie die Premiere des Powerman Portugal gewann. Im Sommer entschied sie den Rheinquelle-Trail in Graubünden für sich, im Herbst finishte sie weitere Bergläufe. Am Wochenende stand bei der Alpen Challenge Lenzerheide das erste grosse Rennen seit Langem an: Ein Radmarathon über Albula- und Julierpass mit fast 3000 Höhenmetern – und umfangreichem Schutzkonzept. Die Veranstaltung fand mit einer Ausnahmegenehmigung als Pilotprojekt für künftige Grossveranstaltungen in Graubünden und der Schweiz statt. Zoller nutzte die Chance und sicherte sich wie bei der letzten Austragung 2019 den Sieg.

Der Powerman:  Emotionen und ein Türöffner

Als Nächstes liebäugelt sie mit dem Rheinquelle-Trail am 10. Juli und mit Bergläufen im Tessin, die sie noch nie absolviert hat. «Aber ich plane nicht gross, nehme alles vorneweg – wer weiss schon, was stattfinden kann und was nicht.» Und so ist auch der 19. September in der Agenda markiert, aber mit einem Fragezeichen. «Es würde mich freuen, wenn der Powerman Zofingen zur Austragung kommen könnte», sagt die WM-Titelverteidigerin. Denkt sie an ihren Zieleinlauf 2019 zurück, kommen «gute Emotionen» hoch. «Es war schon Wahnsinn, Weltmeisterin zu werden, ich konnte es damals nicht fassen und kann es auch heute manchmal kaum glauben.» Es sei nicht ein spezieller Moment, der in Erinnerung geblieben sei, sondern der ganze Tag und das Drumherum. «Der WM-Titel hat mir viele Türen geöffnet», sagt Nina Zoller und spricht davon, wie sich ihre Bekanntheit gesteigert habe, «ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und wäre an viele Wettkämpfe eingeladen gewesen – schade, dass die meisten abgesagt wurden.» An der Sponsorenfront habe sich durch den Sieg am Powerman Zofingen nicht viel geändert, aber das sei gut so. «Ich wollte und will unabhängig bleiben und frei entscheiden können, welche Rennen und Marken ich bevorzuge», betont Nina Zoller.

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Der Sieg am Powerman Zofingen 2019 ist bei der Weltmeisterin immer noch präsent. (Bild: Michael Wyss)


Am 19. September wird sie die Gejagte sein. Sie wird im Rampenlicht stehen. Wie geht sie damit um? «Daran denke ich gar nicht, das Rennen ist so lange und es kann extrem viel passieren.» Wie 2019, als Titelverteidigerin Petra Eggenschwiler auf der Radstrecke stürzte und, wegen einer Erkältung nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, aufgeben musste. «Wer weiss, ob ich heuer den besten Tag erwische oder eine andere, es muss viel stimmen, damit man als Erste ins Ziel kommt.»

Auch wenn der Kontakt im Duathlon-Nationalkader, dem Zoller angehört, mangels Zusammenzügen und Wettkämpfen lose war, ist die Bündnerin überzeugt: «Die anderen waren auch nicht untätig, um am Powerman in Form zu sein.» Ob ihr jemand die Verlängerung der Weltmeisterinnen-Ehre streitig machen kann, wird sich zeigen.

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