Peter Hartmann, Brittnaus Storchenvater: "Die 30 Jungstörche sind bald flügge"

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In Brittnau haben mindestens 30 der im Frühjahr geborenen Störche das kalte und nasse Maiwetter überlebt. Bild: Ilir Pinto

Die Zeiten des Wiederansiedlungsversuches, der in Brittnau im Jahr 1960 begonnen hatte, sind längst vorbei. Seit mehr als 20 Jahren leben im Dorf wieder Weissstörche in freier Wildbahn. Und ihre Zahl steigt seit einigen Jahren stetig. Das weiss Peter Hartmann, auch bekannt als Brittnaus Storchenvater. Seit 1988 kümmert sich der 73-jährige um die Störche. «Mindestens 30 Jungstörche haben dieses Jahr überlebt», sagt er. Das kalte und nasse Wetter im Mai sei für sie das Schlimmste gewesen.

Aufgrund des nasskalten Wetters haben einige der frischgeschlüpften Störche eine Lungenentzündung bekommen und sind daran gestorben. Dass dieses Jahr trotzdem so viele überlebt haben, sei sehr erfreulich, sagt Hartmann. Mittlerweile sind die Störche gewachsen und von unten in ihren Horsten deutlich zu sehen. Diese sind über das ganze Dorf verstreut auf Dächern, Bäumen und Baumpfählen. Noch können die jungen Störche nicht fliegen. «In etwa zehn Tagen wird es so weit sein», sagt Hartmann.

Die Reise in den Süden wäre nicht unbedingt nötig

Gefüttert werden die Jungtiere noch von ihren Eltern. «Bei den Störchen teilen sich die Eltern die Arbeit, es brüten sogar beide», erklärt Hartmann. Es werde noch zwei bis drei Wochen dauern, bis sich die jungen Störche selbst zu ernähren wissen und somit vollauf selbstständig sind. Im Herbst fliegen die Tiere dann in den Süden, meist nach Südspanien, und kehren im Februar wieder zurück. «Sie fliegen wegen des Futters weg», erklärt Hartmann. «Sie wissen nicht, dass sie das eigentlich nicht mehr müssten.» Denn hier werde es im Winter längst nicht mehr so kalt wie vor 30 Jahren, als die Böden über längere Zeit gefroren waren.

Peter Hartmann päppelt verletzte Störche wieder auf

Peter Hartmann erklärt, dass viele Störche von Menschen geschaffenen Gefahren zum Opfer fallen. Zum Beispiel fliegen sie auf dem Weg in den Süden in Hochspannungsleitungen oder ertrinken in Wassertürmen. Eine grosse Gefahr sind Plastikringe von Gemüseverpackungen, die im Kompost landen. Die Störche halten diese für Würmer und werden daher den Jungen verfüttert. «Es kam schon vor, dass Störche mit vollem Magen verhungert sind, weil dieser mit Plastik gefüllt war. Wenn ein Storch verunfallt, kommt Peter Hartmann ins Spiel. «Wenn jemand einen verletzten Storch entdeckt, geht eine Meldung an mich raus.» Dann fahre er sofort los, um das Tier zu bergen. Er nimmt es zu sich nach Hause in seine Voliere, um es dort aufzupäppeln. Wenn der Storch wieder bei Kräften ist und allfällige Verletzungen ausgeheilt sind, lässt er ihn wieder frei. «Ich packe ihn in eine Kartonkiste, fahre zu seinem Horst, öffne die Kiste, setze mich auf einen Stuhl und warte, bis er das Gefängnis verlässt und ein paar Runden fliegt.» Es sei erstaunlich und schön zu erleben, wenn der Vogel sofort wieder den Weg in seinen Horst finde. Momente wie diese schätzt der Storchenvater an seiner ehrenamtlichen Arbeit am allermeisten.

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