Auf die Schalmeienklänge der «UK-Fee» folgt der DAB+-Zwang

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76 Jahre alt ist er inzwischen – Privatradio-Pionier Roger Schawinski. Und noch immer legt er sich gerne mit dem Establishment – mit den Staatssendern der SRG – an. Diesmal wehrt er sich gegen die ab 2022 geplante Abschaltung der Schweizer UKW-Sender und hat in Bern erste Verbündete gefunden. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi und Mitte-Präsident Gerhard Pfister haben im Bundesparlament Vorstösse im Sinne Schawinskis eingereicht.

Um was geht es? 43 Jahre ist es her, als uns der damalige Monopolsender Beromünster mit der «UK-Fee» UKW schmackhaft machte. Die Ultrakurzwelle sei, sagte eine junge, blonde Schauspielerin, jene Frequenz, über die in Zukunft Radio störungsfrei empfangen werden könne. In vielen Haushalten empfing man damals den Landessender noch über Mittelwelle – UKW war vielen fremd. Am 23. November 1978 trat jedoch ein neuer internationaler Mittelwellenplan in Kraft, und der Landessender Beromünster musste zugunsten afrikanischer Radio-Anbieter abends abgestellt werden. 1996 ging die «Musigwälle 531» auf Sendung, ausgestrahlt aus Beromünster – auf der Frequenz 531 kHz. Aber nicht für lange. Im Dezember 2008 stellen die Swisscom und der Kanton Luzern den Sender aus Sicherheitsgründen ab. Der Sendeturm in Beromünster steht noch. Die ausrangierten Sendeanlagen wurden nach Nordkorea verkauft. Vor dem Hintergrund von Waffenexport-Verboten ist da die Frage erlaubt, ob Propaganda nicht auch ein Kampfmittel ist?

Zurück in die Neuzeit. Die SRG will ihre UKW-Sender ab August 2022 ausschalten und ihre zwangsfinanzierten Sendungen nur noch per Internet, Satellit und DAB+ anbieten. Gegen DAB+ lässt sich auf den ersten Blick wenig Negatives sagen. Nicht nur die Qualität ist besser. DAB+ hat den Fächer des nationalen Radioangebots weit geöffnet. Musikfreundinnen und -freunde finden ihr spezifisches Angebot und müssen sich nicht mehr mit dem Main-Stream begnügen. Ohne DAB+ gäbe es das beliebte Zofinger Radio Inside nicht.

Wermutstropfen im Freudenbecher ist die Empfangbarkeit von DAB+. Einigen Radio-Hörerinnen und Hörern droht das Funkloch. Meist nicht absolut, sondern in einigen Räumen ihres Hauses – beispielsweise im Bad, aber fallweise auch im Wohnzimmer. Kein Problem, sagen die Fachleute und raten, Radio künftig per WiFi und damit per Internet zu empfangen. Heisst Router und Internet-Empfänger kaufen. Internetpflicht für den Radio-Empfang der Zukunft?

Alle Geräte umzurüsten (das Autoradio) oder zu ersetzen, geht ins Geld und die bisherigen Empfänger in den Elektroschrott. Von diesem wurden letztes Jahr pro Kopf der Schweizer Bevölkerung 23,4 Kilo entsorgt. Nach Norwegen und England sind wir in Europa derzeit auf Platz 3. Nächstes Jahr haben wir dank DAB+-Zwang gute Chancen, Europa-­Meister im Elektroschrott-­Wegwerfen zu werden.

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