Europäischen Brutvogelatlas zeigt: Alpensegler brüten auch in Zofingen

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Jacques Laesser (links) und Christoph Vogel in der Junkerbifangstrasse in Zofingen. Im Hintergrund am gelben SUVA-Gebäude sind die Nistkästen der Alpensegler zu erkennen. Bild: Lilly-Anne Brugger

Zofingen ist im zweiten Europäischen Brutvogelatlas vertreten, der Ende des vergangenen Jahres erschienen ist. Das englischsprachige Werk zeigt auf, wo in Europa welche Vogelarten brüten. Während zehn Jahren haben 120 000 Personen dafür in mehr als 50 Ländern brütende Vögel erfasst. Mit der Zählung der Mauer- und Alpensegler in Zofingen hat der Naturschutzverein Zofingen in den Jahren 2018 und 2019 einen Teil dazu beigetragen. Dass Zofingen aber tatsächlich im Atlas abgebildet ist, ist Jacques Laesser zu verdanken. Der Zofinger ist Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und hat in seiner Freizeit rund ein Dutzend Illustrationen für den Atlas angefertigt. Eine davon zeigt die Stadtkirche Zofingen, die von Alpenseglern umflogen wird.

50 Alpensegler-Pärchen brüteten 2021 in Zofingen

Alpensegler in Zofingen? Dem Laien erscheint dies sehr erstaunlich. Doch Jacques Laesser und Christoph Vogel-Baumann, der Präsident des Naturschutzvereins Zofingen, winken ab. Die Alpensegler würden wohl schon seit Jahrhunderten in Zofingen brüten. «Ob sie in einer Felsennische in den Alpen oder im Jura oder in einer Mauerspalte eines Hauses in der Stadt nisten, das ist für die Tiere dasselbe», erklärt Jacques Laesser.

Tatsächlich gibt es an der Zofinger Junkerbifangstrasse, am SUVA-Gebäude gegenüber des Restaurants Frohsinn, eine grosse Population. Acht Pärchen haben hier im vergangenen Jahr gebrütet, rund 50 Paare gibt es in ganz Zofingen. Auch jetzt, während des Gesprächs mit den beiden Ornithologen, umfliegen die Alpensegler das Gebäude. Es ist immer wieder ein an- und absteigendes Trillern zu hören – der Ruf der Alpensegler. Einige der braunen Tiere mit weissem Bauch und Kehle fliegen mit Schuss die Brutkästen an, die unter dem Dach montiert sind, und verschwinden darin. «Da sind bestimmt einige am Brüten und rufen nach ihren Partnern», sagt Christoph Vogel.

Immer um den 24. März kehren die Alpensegler, die Insektenjäger sind, aus dem Süden zurück. Man könne fast die Uhr nach ihnen stellen, sagt Christoph Vogel. Bald danach beginnen sie zu nisten und ab Mitte Mai legen sie ihre Eier. Ungefähr Anfang Juni schlüpfen die ersten Jungvögel. Doch dieses Jahr sei alles anders, sagt Vogel. Der nasskalte Mai habe dazu geführt, dass sich alles um etwa zwei bis drei Wochen verschoben habe. «Alpensegler brauchen etwa fünf Tage warmes und trockenes Wetter, bis sie brüten», erklärt Jacques Laesser. Und diese Bedingungen gab es dieses Jahr eben nicht Mitte, sondern erst Ende Mai.

Stadtkirche wird in den Abendstunden umflogen

In der Zofinger Stadtkirche, die im Europäischen Brutvogelatlas abgebildet ist, brüten im Moment keine Alpensegler, es hat aber Nistmöglichkeiten für Turmdohlen, die auch entsprechend genutzt werden. Laesser hat bei der Illustration seine künstlerische Freiheit ausgenützt – denn ihm war wichtig, ein bekanntes Gebäude von Zofingen abzubilden, um vom Wiedererkennungswert zu profitieren. Allerdings kann es tatsächlich vorkommen, dass insbesondere in den Abendstunden Alpensegler um die Stadtkirche kreisen. Sie hätten den Kirchturm bis 2016 als Schlafplatz genutzt. Nach einigen Jahren Unterbruch beobachte er nun wieder vermehrt Tiere, die im Kirchturm übernachten, sagt Jacques Laesser.

An der Junkerbifangstrasse werden diese Tage die jungen Alpensegler schlüpfen. Knapp zwei Monate bleiben sie im Nest, bis sie ihren ersten Ausflug wagen. Normalerweise ist dies Anfang August der Fall. Dieses Jahr wird es wohl Mitte August werden. Die jungen Alpensegler machen sich danach schon bald auf ihren Weg in Richtung Afrika – die erwachsenen Tiere folgen dann Mitte September. Und um den 24. März des nächsten Jahres werden sie zurückkehren und die Nistkästen in Zofingen wieder besiedeln.

Alpensegler können in Zofingen bei der Alten Gerbe, beim Suva-Gebäude auf dem Färbi­areal, beim Lehmann 2000-Turm und im St. Urbanhof beobachtet werden.

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Eine der rund ein Dutzend Illustrationen im Europäischen Brutvogelatlas zeigt Alpensegler, die um den Turm der Stadtkirche fliegen. Bild: Jacques Laesser
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Schöne „lauschige" Junkerbifangstrasse!

Felix Schwegler
schrieb am 24.06.2021 14:08
Sollte die Kamera doch um 180 Grad gewendet werden: Wäre da auch ein so idyllisches Bild zu sehen? Nein, eine rechtlich nicht haltbare Abschrankung sperrt die Stasse ohne jede amtlich verfügte Signalisation oder Erklärung. Ob die lieben Alpensegler ob dem furchtbaren Lärm und Staub, produziert durch den Rückbau und die Entsorgung der massiven Kellerfundamente der Färbigebäude, ebenso erfreut sind wie die Anwohner der hinteren Junkerbifangstrasse? Dafür erhalten diese eine wunderschöne neue Nachbarschaft: Der erste von fünf fünfgeschossigen Blöcken mit insgesamt 120 Wohnungen kommt gerade sechs oder acht Meter direkt vor das Haus 18 zu stehen. Schöne Aussicht, liebe Leute, jetzt halt nicht mehr auf den schönen, alten Baum in der freien Wiese vor dem Haus (wird statt als Spielwiese als abgesperrter Parkplatz für die Bauarbeiter genutzt) und hinauf auf die Wiese unter Heitern, sondern für die nächsten zwei Jahre auf das technische Wunder des natürlichen Heranwachsens einer Grossüberbauung, sozusagen als Angewöhnung an den späteren direkten Blick auf liebe Nachbarn in intimer Nähe.
Das also würde der Blick in die Gegenrichtung offenbaren.
Und wer hat's erfunden? Psst! Das ist tabu!
Ein begeisterter Bewohner des Hauses Nr. 16
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