Konsequenter Hochwasserschutz bedeutet auch Verbote

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Hochwasser in einer Häufung, wie wir sie bisher kaum erlebt haben, trafen in den letzten Tagen verschiedene Gemeinden in der Region, aber auch in anderen Teilen des Kantons. Im Ostaargauer Städtchen Klingnau wurden in den letzten zehn Tagen ein und dieselben Keller drei Mal geflutet – in der Tiefgarage war auch der Ersatzwagen für das bereits wasserbeschädigte Familienauto mit Schlamm gefüllt.
Hochwasser und Blitzeinschläge, die hat es schon immer gegeben, und die Menschen suchen seit Urzeiten Schutz. «Weiche Eichen, suche Buchen» – erfolgreicher ist da eine Erfindung eines der Gründerväter der Vereinigten Staaten: Benjamin Franklin (1706–1790). Als Naturwissenschaftler – das war der Staatsmann auch – erfand er den Blitzableiter. Als Politiker gründete er in Philadelphia Feuerwehren.

Feuerwehren, die funktionieren in der Schweiz dank grossem Einsatz vieler engagierter Menschen – ihnen sei hier ein Kränzlein gewunden – bei Feuer und Hochwasser perfekt. Aber wie ist es um den «Blitzableiter» für das Wasser, den Hochwasserschutz, bestellt?

Nicht gut. Gemacht wurde und wird zwar einiges, aber die Lücken sind nach wie vor gross. Was sind die Gründe? Hochwasserschutz ist teuer und tangiert bei seiner Umsetzung meist auch Privateigentum – einen Teil des geliebten Gartens.

Was hinzukommt, ist, dass der Hochwasserschutz immer anspruchsvoller wird. Jedes neue Haus ist ein zusätzliches Dach, dessen (Ab-)Wasser nicht einfach versickert. Neue Strassen versiegeln den Boden ebenfalls und sind so bei Starkregen eine zusätzliche Gefahrenquelle, wie das Zofingen am 8. Juli 2017 – dem Tag nach dem Kinderfest – erlebt hat. Am 31. Mai 2018 wiederholte sich das Szenario – glücklicherweise nicht im selben Umfang.

Wo genau lauern die Gefahren? Eine Frage, die sich Planer und Politiker bei der Weiterentwicklung von Siedlungs- und Infrastruktur stellen müssen. Zwar hat der Kanton 2017 umgehend einen Ereigniskataster an die Hand genommen. Präzise Daten zu liefern, ist zentrales Ziel des Plans, auf dem anschliessend eine Gefahrenkarte basiert. Aber ist diese komplett? Und welche Konsequenzen werden gezogen?

Die Hochwasser-Karte müsste in die Bauzonenplanung einfliessen und (wie in den Gebirgskantonen die Lawinenkarten) zu Auflagen oder gar Bauverboten führen. Das sind massive Eingriffe ins Privateigentum, die aber in Zukunft unumgänglich sein dürften. Hochwasserschutz ist nicht nur teuer, sondern im Siedlungsgebiet aus Platzmangel auch nur schwer umzusetzen.

Umsetzen, Durchsetzen, das ist in einem basisdemokratischen Rechtsstaat alles andere als einfach, wie die Beispiele des Hochwasserschutzes am Unterlauf der Wigger oder in Uerkheim zeigen. Nach mehrfacher Ablehnung der Projekte und Kredite ist jener im Uerkental nun auf Kurs. Das gilt auch für die Wigger, wo man die rechtlichen Fragen rund um das Aeschwuhrwehr ausklammern konnte, indem man nun Etappen ober- und unterhalb des Wehrs in Angriff nimmt.

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