Pandemie: So will sich die Schweiz auf den Herbst und Winter vorbereiten

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In den Schulen soll weiter repetitiv getestet werden. (Symbolbild) Keystone

Der Bundesrat geht davon aus, dass das Coronavirus nicht ganz verschwinden, sondern in der Bevölkerung zirkulieren wird. Nun hat sich der Bundesrat damit befasst, wie sich die Schweiz auf die kommenden Herbst- und Wintermonate und einen möglichen Wiederanstieg der Fallzahlen vorbereiten soll. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mit. Er hat dazu drei Szenarien sowie seine Überlegungen in einem Bericht festgehalten.

Dabei steht Szenario 2 im Zentrum der Mittelfristplanung von Bund und Kantonen. Es geht von einem Anstieg der Fallzahlen spätestens im Herbst oder Winter aus – beispielsweise wegen einem zu tiefen Anteil an Geimpften, aufgehobenen Massnahmen oder neuen und ansteckenderen Virusvarianten. Dadurch würde das Gesundheitswesen so stark belastet, dass der Bundesrat gewisse Massnahmen weiterführen oder wiedereinführen müsste. Dazu zählen beispielsweise die Maskenpflicht oder Abstandsvorschriften. Auch Auffrischimpfungen könnten notwendig werden, wie es weiter heisst.

Massnahmen, um neue Varianten rasch zu entdecken

Die Herausforderung bestehe darin, die neuen besorgniserregenden Varianten so schnell wie möglich zu identifizieren. Damit könnte die Einschleppung und die Ausbreitung mit gezielten Massnahmen verringert werden. Der Bundesrat habe dazu bereits vorsorgliche Massnahmen beschlossen, wie es weiter heisst. So erhielt das Departement des Innern (EDI) den Auftrag, zusammen mit den betroffenen Bundesstellen und den Kantonen das Überwachungssystem für das Aufspüren und das Monitoring von neuen Virusvarianten zu verstärken.

Zudem werde ein möglicher Wiederanstieg im Herbst wesentlich davon abhängen, wie hoch der Anteil der geimpften Personen in der Bevölkerung sei. Für die mittelfristige Planung sind gemäss Bundesrat die Vorbereitung auf die Auffrischimpfung sowie die Anpassung der Impfung an neue Virusvarianten wichtig. Er hat deshalb das EDI beauftragt, die Arbeiten für die Auffrischimpfungen frühzeitig anzugehen. Die Impflogistik bleibt beim VBS.

Angepasst wird auch die Teststrategie, sobald alle Impfwillen geimpft sind. Dann soll das präventive Testen zurückgefahren werden – mit Ausnahme von den Schulen, wie es weiter heisst. Die Kantone sind aufgefordert, mit repetitiven Tests den Schulbetrieb ohne einschränkende Massnahmen sicherzustellen. Steigen die Zahlen, müssen die Laborkapazitäten rasch erhöht werden können. Das gilt auch für Spitäler, in denen genug Kapazität zur Verfügung stehen muss.

Covid-App erhält Check-in-Funktion

Zudem sollen die Kapazitäten für das Contact Tracing erhalten bleiben. Gemäss Bundesrat ist es wichtig, dass die Kantone die nötigen Kapazitäten erhalten oder schnell wieder aufbauen können, um Ansteckungen nachverfolgen zu können. Dazu zählt auch die SwissCovid-App, die erweitert wird. Per Anfang Juli 2021 erhält sie eine Check-in-Funktion.

In Szenario 1 bleiben die Fallzahlen hingegen tief und steigen höchstens saisonal bedingt etwas an, ohne das Gesundheitswesen zu belasten. In diesem Fall könnten die noch bestehenden Massnahmen aufgehoben werden und die Krise wäre zu Ende. In Szenario 3 gibt es eine oder mehrere neue Virusvarianten, gegen die eine Impfung oder eine bereits durchgemachte Erkrankung nicht mehr schützen. In diesem Fall müsste der Staat erneut stark eingreifen.

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