Er tut alles, damit er seinen WM-Titel verteidigen kann

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Solche Momente wie den Triumph am Powerman Zofingen 2019 fehlen Diego van Looy emotional und auch, wenn es um sein Einkommen als Spitzensportler geht.  Bild: Michael Wyss

 

Langsam aber sicher nimmt das Wettkampfgeschehen im Profibereich wieder Fahrt auf. Wer die Athletinnen und Athleten, die am Powerman Zofingen im September mittun wollen, auf dem Radar hat, liest vom einen oder von der anderen, wie sie bereits wieder Topzeiten abliefern. Aber es gibt auch andere, für die die Startlinie aktuell weit entfernt scheint.

Einer von ihnen ist Diego van Looy. Der Belgier gewann im Herbst 2019 das Duathlon-Langdistanz-WM-Rennen. «Ich hoffe, ich kann starten im September und ich tue viel dafür, aber es bleibt für mich fraglich», sagt der 30-Jährige. Da ist zum einen eine Achillessehnen-Verletzung, die den Triathleten bremst und zu alternativen Trainingsmethoden zwingt. Und auch auf der mentalen Ebene versucht Diego van Looy derzeit alles, um in die richtige Spur zu kommen. Letzte Saison kamen bekanntlich wegen der Coronapandemie kaum Triathlon-Rennen zur Austragung. «Das war für mich extrem schwierig, Triathlon gibt mir mein Einkommen, ich lebe von Preis- und Sponsorengeldern», erklärt van Looy, «die Zwangspause verursachte bei mir ein mentales Tief und ich bin noch nicht ganz da raus.» Letztes Wochenende verpasste er den Ironman auf Lanzarote, seiner zweiten Heimat. «Ich hoffe, meine Freude am Sport kehrt zurück.»

Vielleicht können dabei Erinnerungen an seinen grossen Coup 2019 helfen, der Gedanke an die Emotionen, als er in Zofingen als Weltmeister in die Arena einlaufen durfte? «Ja, das war ein netter Tag», sagt Diego van Looy, «und natürlich habe ich den Schmerz und das Leiden auf dem Weg ins Ziel nicht vergessen und den Stolz, dass ich als erster im Ziel war.» Und dann ist es auf einmal wieder da, das Feuer. Zofingen sei ein Wettkampf, den er am liebsten jedes Jahr machen würde: «Weil er letztlich brutaler ist als jeder Triathlon der Welt, vor allem die zweite Laufstrecke ist so hart mit all den Steigungen, die die Beine killen.»

Keine Chance, den Traum von Olympia zu erfüllen

Seinen letzten Wettkampf bestritt Diego van Looy am 30. August 2020, als er die Premiere des Vercors-Man-Triathlons in Frankreich gewann. Seit letztem Frühjahr musste er zweimal eine dreimonatige Schwimmpause einlegen, weil die Hallen- und Freibäder geschlossen waren. Als sich abzeichnete, dass die Triathlon-Saison 2020 pandemiebedingt ins Wasser fallen könnte, konzentrierte sich Diego van Looy vor allem aufs Laufen. Er liebäugelte damit, sich im Marathon für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Als Triathlet schaffte er bei 30 Grad ohne spezielle Vorbereitung eine Marathon-Zeit von 2:24. Die Olympia-Limite von 2:11:30 hätte er vielleicht knacken können, meint van Looy. «Aber kein einiger Rennveranstalter liess es mich versuchen, alle verlangten bereits ein Ergebnis mit 2:14 für eine Startberechtigung.» Das sei ein Dämpfer gewesen. Erst nach sieben Wochen «Kopflüften» stieg Diego van Looy wieder ins Trainingsgeschäft ein.

Auch auf virtuelle Formate verzichtete er, das sei nicht so sein Ding. «Ich will mit meinen Konkurrenten gemeinsam an der Startlinie stehen können, und zwar in echt», sagt er und hofft, künftig wieder mehr «epische Rennen» wie den Powerman in Angriff nehmen zu können. Bis dahin nutzt der Duathlon-Weltmeister auch die Nacht zur Vorbereitung. Daheim in Belgien hat er an seinem Bett ein «Höhenzelt» montiert. Dieses simuliert Luftverhältnisse wie in den Bergen und hat eine ähnliche Wirkung wie ein Höhentraining. Noch lieber sei er aber direkt in den Bergen. Im Sommer plant er meist ein etwa einmonatiges Trainingscamp im Engadin, auch im Hinblick auf den Powerman Zofingen.

Alles in allem gesehen wäre Diego van Looy heuer kaum der Favorit auf WM-Gold? «Nein, ich wäre nicht der Mann, den es zu schlagen gilt, aber ich wäre extrem glücklich, könnte ich einfach nur das Rennen absolvieren, bekannte Gesichter und meine Homestay-Familie Pfäffli in Brittnau sehen.» Es wäre van Looys dritte Powerman-Zofingen-Teilnahme nach 2019 und 2015, als er «zum Spass» dabei war und Neunter wurde. Gönnen würden es ihm alle, wenn er heuer beides hätte in der Thutstadt: Spass und Erfolg.

Ordentlicher Anmeldestand

Am 18./19. September soll der 32. Powerman Zofingen und damit das Langdistanz-Duathlon-WM-Rennen stattfinden. «Wir erhielten jüngst viel Feedback und Fragen von Athleten, die Sportler sehnen sich nach Wettkämpfen, das Interesse ist gross», sagt OK-Präsident Stefan Ruf. Die Vorbereitungen würden nach Plan laufen, der Anmeldestand sei ordentlich. «Die Zahl der Startenden wird in den nächsten Wochen steigen», schätzt Ruf. Er geht davon aus, dass die Einreisebestimmungen und Quarantäne-Regeln weiter entschärft werden, sodass ausländische Athleten zahlreich in die Schweiz einreisen können. Die WM-Teilnehmer müssen von den jeweiligen Landesverbänden bis zum 31. Juli selektioniert und eingeschrieben werden. Der Blick des Powerman-OKs richtet sich nun nach Tokio zu den Olympischen Spielen, allem voran bezüglich Schutzkonzepten, die auch am Powerman Zofingen streng sein dürften. (pd/gam)

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