Jurarandseen und Emme prägen den Aarestand

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Der Abfluss aus dem Bielersee muss so gedrosselt werden, dass die Aare – hier bei Aarburg – das Wasser aus der Emme problemlos schlucken kann. Bild: Michael Stalder
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Wie viel Wasser darf die Aare hinabfliessen? Auf diese seltsam anmutende Frage gibt es eine klare Antwort: 850 Kubikmeter pro Sekunde sollen bei der Messstelle in Murgenthal, genau bei der aargauisch-bernischen Kantonsgrenze, nicht überschritten werden. Das steht in der sogenannten Murgenthaler Bedingung. Diese Vereinbarung hält fest, dass bei der Regulierung von Bieler-, Neuenburger- und Murtensee die begrenzte Abflusskapazität der Aare berücksichtigt wird.

Die Regulierung dieser Seen geschieht über das Regulierwehr Port, welches im zwölf Kilometer langen Nidau-Büren-­Kanal zwischen dem Bielersee und der Aare bei Büren liegt. «Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, den Abfluss aus dem Bielersee zu drosseln, wenn die Emme hochgeht», sagt Bernhard Schudel, Abteilungsleiter Gewässerregulierung und Jurawasserkorrektion beim Amt für Abfall und Wasser des Kantons Bern. Er und sein Team sind für die Wasserregulierung bei den drei Jurarandseen verantwortlich und dadurch auch dafür, wie viel Wasser die Aare nach dem Bielersee herabfliesst. «Das Drosseln des Bielerseeabflusses im Einklang mit der Emme ist ein Termingeschäft, damit sich die beiden Hochwasserspitzen möglichst nicht überlagern», präzisiert er (siehe Grafik).

Ruppoldingen produziert weniger Strom

So kann für die unterliegenden Gebiete bereits viel erreicht werden. Dennoch ist keine 100-prozentige Sicherheit möglich. «Mit den aktuellen Niederschlägen sollte es eigentlich gut gehen – man kann aber nie wissen.» In Ausnahmefällen könne das System trotz vorschriftsgemässer Abflussdrosselung beim Regulierwehr Port überlastet werden. Dadurch, dass die Emme nicht reguliert ist und deren Abflussmenge sprunghaft ansteigen kann, hat auch Schudel mit seinem Team nur einen beschränkten Einfluss auf die Wassermenge, die schliesslich in Murgen­thal ankommt. Sie schauen aber nicht nur für die unterliegenden Gebiete nach dem Regulierwehr Port, sondern auch für die drei Jurarandseen. Diese bereiten Schudel aktuell Sorgen – besonders im Hinblick auf den für Donnerstag gemeldete Regen: «Bei den drei Seen spitzt sich die Lage, wie bei anderen Seen in der Schweiz, aktuell zu.» Hohe Seestände sind dann auch eine Gefahr für alle, und nicht nur für deren Anrainer. Sobald die Wassermenge in den Zuflüssen der Aare aber zurückgehen, kann das Regulierteam auch wieder mehr Wasser aus den Seen ablassen.

Kurz nach der Murgenthaler Messstation folgt das Laufkraftwerk Ruppoldingen. Mehr Wasser bedeutet dort nicht gleich mehr Strom, wie Alpiq-Mediensprecher Guido Lichtensteiger erklärt. «Die Turbinen haben ein Fassungsvermögen von 550 Kubikmeter pro Sekunde.» Alles darüber werde über das Wehr abgelassen. Zudem: «Aktuell laufen wir sogar in Minderproduktion, da das Unterwasser bereits sehr hoch ist.» Für das Laufkraftwerk ist ein grosses Gefälle zwischen Ober- und Unterwasser nötig.

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