Der FC Aarau gewinnt den letzten Test vor dem Saisonstart mit 5:2

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Drei Tore, eine Vorlage: Mickael Almeida kam von der Bank und lenkte das Spiel in die richtigen Bahnen. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Das Schlussresultat im Chamer Eizmoos war deutlich, doch derart gross waren die Unterschiede zwischen dem Challenge-Ligisten und dem Vertreter aus der Promotion League an diesem Abend nicht. «Wir haben uns schwer getan und lange Zeit die Lösungen nicht gefunden», sagte Norbert Fischer nach der Partie. Der eigentliche Assistenztrainer des FC Aarau leitete die Mannschaft am Samstag an. Dies, weil sich Chefcoach Stephan Keller zeitgleich den Test zwischen dem FC Zürich und Neuchâtel Xamax ansah. Keller wohnte jenem Spiel nicht zum Vergnügen bei, sondern war auf Beobachtungsreise: Xamax wird am kommenden Freitag der Aarauer Gegner zum Auftakt in die neue Saison sein.

Doch zurück zum Spiel in Cham. Dort ging der Gast aus der Challenge League bereits in der 4. Minute in Führung. Shkelzen Gashi brachte eine Ecke von rechts in den Strafraum, wo Neuzuzug Allen Njie frei zum Kopfball kam und abgeklärt vollstreckte. Anschliessend schien es beinahe so, als stünde da ein Hybrid zwischen zwei Mannschaften aus der kürzlich abgeschlossenen Europameisterschaft auf dem Rasen: Die Aarauer pressten wie die Italiener und spielten sich den Ball in ausgiebigen Passstafetten zu wie die Spanier.

Das liess sich ansehnlich anschauen, nur: Zu zwingenden Torchancen kam der Favorit in der Folge zu selten. Das rächte sich kurz vor der Pause, als der Chamer Captain Nico Siegrist mit einer Finte allzu leicht die Innenverteidigung des FCA ausspielte und an Simon Enzler vorbei zum 1:1 traf.

Almeida kommt von der Bank und schiesst drei Tore
«Wir wollen an einen Punkt kommen, an dem dank unserer Kaderbreite die unterschiedlichsten Spieler ein Spiel für uns entscheiden können», sagte Norbert Fischer. Heisst im Umkehrschluss: Auch diejenigen, die von der Bank kommen, sollen unbedingt für Torgefahr sorgen. Umso mehr dürfte Fischer gefallen haben, wie sich der in der 46. Minute für Kevin Spadanuda eingewechselte Mickael Almeida in Szene setzte. Erst legte der 22-Jährige in der 52. Minute für Sturmpartner Gashi auf, der zum 2:1 traf, dann sorgte er ab der 83. Minute für die Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte es 2:2 gestanden, als Almeida unwiderstehlich an mehreren Abwehrspielern vorbeizog und mit der Innenseite wuchtig die dritte FCA-Führung in diesem Spiel bestellte.

Mit einem Doppelschlag in der 88. und 89. Minute komplettierte Almeida seinen Hattrick: Einem Abschluss mit dem linken Fuss ins linke untere Tornetz folgte ein Kopfball im Anschluss an einen Corner – beide Male tat sich Marco Aratore als Vorbereiter hervor.

Der Abwehr fehlt es noch an der letzten Feinjustierung
Generalprobe geglückt also, doch dass noch nicht alles glänzte, wissen Spieler wie Trainer beim FC Aarau am besten. In der Abwehr fehlt es noch an der nötigen Feinjustierung, um die Gegentorflut aus der vergangenen Saison wirklich effizient zu stoppen. Auch in den vier Vorbereitungsspielen zeigte sich die Abwehr noch ab und an zu anfällig, in der Vorwoche setzte es gegen den FC Basel drei Gegentore ab, gegen die Promotion-League-Vereine Rapperswil-Jona und Cham musste Schlussmann Enzler je zwei Mal hinter sich greifen. Nur gegen den FC Zürich (1:0) blieb der FCA ohne Gegentor.

Und in Cham passierte das, was dem FC Aarau in der letzten Saison beispielsweise schon in Schaffhausen widerfuhr: Nach einer Führung dauerte es nicht einmal zwei Minuten, bis er den Ausgleich hinnehmen musste. Doch sind Testspiele bekanntermassen dazu da, auch Dinge auszuprobieren, für die der Ernstkampf einer Challenge-League-Saison nicht immer Gelegenheit bietet. Gegen den SC Cham etwa spielte neben Neuzuzug Jan Kronig der 18-jährige Binjamin Hasani in der Innenverteidigung, der etatmässige Abwehrchef Léon Bergsma kam erst spät für Raoul Giger ins Spiel. Klar, dass die nötigen Abläufe da noch nicht verinnerlicht sein können.

Gashi hatte die Kraft für 90 Minuten Spielzeit
Auch weiter vorne in der Matchformation zeigte sich das FCA-Trainerteam am Samstag in Experimentierlaune. Vor dem defensiven Mittelfeldspieler Olivier Jäckle und dem etwas weiter vorne postierten Allen Njie mimte Marco Aratore – den man von der vergangenen Saison meist als Flügelspieler in Erinnerung hat – eine Art hängende Spitze und liess sich wiederholt weit ins Zentrum zurückfallen. Es dürfte Teil des Konzepts des FC Aarau sein in der kommenden Saison: so wenig ausrechenbar zu sein wie nur möglich.

Finale Aufschlüsse über die Startaufstellung gegen Xamax vermochte der Test in Cham indes keine zu bieten. Marco Thaler, Bastien Conus und wurden aus Krankheitsgründen geschont, Jérôme Thiesson befindet sich noch im Aufbautraining. Erfreulich aus FCA-Sicht: Captain Gashi spielte wieder einmal 90 Minuten durch.

Cham - Aarau 2:5 (1:1)

Eizmoos. – 200 Zuschauer. – Tore: 4. Njie 0:1. 45. Siegrist 1:1. 52. Gashi 1:2. 54. Hoxha 2:2. 83. Almeida 2:3. 88. Almeida 2:4. 89. Almeida 2:5.

Cham: Von Arx (78. Badertscher); Riedmann (46. Ukaj), Röthlisberger, Bühler (46. Furrer), Thöni (74. Riedmann); Siegrist, Loosli, Miranda (46. Rüedi, 82. Wiskemann), Domoraud (77. Miranda); Wicht (46. Hoxha), Wiskemann (46. Klysmann).

Aarau: Enzler (69. Ammeter); Giger (77. Bergsma), Hasani, Kronig, Rrudhani (62. Caserta); Jäckle (62. Schwegler); Balaj (62. Avdyli), Aratore, Njie (77. Schneider), Spadanuda (46. Almeida); Gashi.

Bemerkungen: Aarau ohne Thaler (krank), Qollaku (verletzt), Conus, Lujic, Senyurt und Thiesson (alle nicht im Aufgebot).

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