Kehrichtverbrennungsanlage Buchs wird zur Wasserstoffproduzentin

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Auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2018 der KVA Buchs wäre die neue Anlage in der unteren rechten Ecke des Geländes. zvg / AAR

2020 hat die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) im Buchser «Lostorf» 137'000 Tonnen Abfall verbrannt – eine Rekordmenge. Ein Teil der dabei erzeugten Energie wird zu Fernwärme, ein Teil zu Strom. Im letzten Jahr waren es 94,8 Gigawattstunden. Davon wird wiederum ein Teil für den Eigenbedarf verwendet, der Rest verkauft.

Nun will die KVA, die vom Gemeindeverband für Kehrichtbeseitigung Regio Aarau-Lenzburg betrieben wird, welchem 83 Verbandsgemeinden angehören, aus dem Strom noch etwas anderes machen: Wasserstoff.

Laut einem Baugesuch, das bis 9. August bei der Gemeinde Buchs aufliegt, möchte die KVA in Zusammenarbeit mit der Hitachi Zosen Inova AG eine «Power-to-Gas»-Anlage bauen (Wasserstoffherstellungsanlage mit Abfüllstation). Diese wandle, energetisch gesehen, den Energieträger Strom in den Energieträger Wasserstoff um, heisst es in den Baugesuchsunterlagen. Ganz vereinfacht: Man führt der Anlage reines Wasser plus Strom zu. In der Anlage befindet sich ein Elektrolyseur, der mittels Strom Wasser (H20) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) trennt. Der Sauerstoff wird in die Umgebungsluft abgegeben, der Wasserstoff vor Ort verdichtet und gespeichert, das Nebenprodukt Abwasser als Brauchwasser in der Kehrichtverbrennungsanlage wiederverwertet.

Die KVA Buchs plant eine Produktionsanlage für Wasserstoff. Hier sind die Bauprofile zu sehen.

Die KVA Buchs plant eine Produktionsanlage für Wasserstoff. Hier sind die Bauprofile zu sehen.

Urs Helbling / Aargauer Zeitung

Viel Wasserstoff kann die KVA aber nicht lagern, er soll zügig abtransportiert werden. Wer die Abnehmer sind, steht aktuell noch nicht fest. «Verhandlungen laufen», sagt Curdin Christen, Leiter Projekte bei der KVA und zuständig für die neue Anlage. Produziert werden sollen voraussichtlich rund 200 Tonnen Wasserstoff pro Jahr, wozu es 10 bis 15 Gigawattstunden Strom braucht. Wasserstoff wird unter anderem anstelle von Benzin für den Betrieb von Fahrzeugen verwendet. In Hunzenschwil wurde vor ein paar Jahren die schweizweit erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle eröffnet.

In der Schweiz gibt es bereits «Power-to-Gas»-Anlagen, in Buchs stünde jedoch die erste Kehrichtverbrennungsanlage, die eine solche installiert (andernorts sind sie in Planung). Im Baugesuch ist festgehalten: «Im Unterschied zu einer konventionellen ‹Power-to-Gas›-Anlage wird diese Anlage nicht kontinuierlich, das heisst 7000 bis 8000 Stunden pro Jahr, betrieben werden, sondern nur etwa 4000 Stunden.»

Wie Curdin Christen erklärt, wolle man so zu jenen Zeiten, in der die Nachfrage am Strommarkt (und damit der erzielbare Preis für den Stromverkauf) gering ist, Wasserstoff produzieren. So wird die Energie gespeichert, man muss sie nicht günstig verscherbeln. Doch weil zuerst getestet werden soll, wie flexibel sich die Anlage von Teillast auf Volllast hoch- und wieder runterfahren lässt, ist eine zwei- bis dreijährige Pilotphase geplant. Die Anlage mit Produktion und Abfüllplätzen soll im Nordwesten des Areals gebaut werden. Die reinen Baukosten (ohne Land) betragen laut Baugesuch 275'000 Franken.

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