Viele Aargauer Bundesfeiern finden statt – Uerkheim sagt als erste Gemeinde wegen steigender Fallzahlen ab

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Grosses Feuerwerk im Anschluss an die Bundesfeier im Amphitheater Windisch, am 1. August 2017. Severin Bigler / BRU

Seit Ende Juni dürfen Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen draussen, und mit bis zu 250 drinnen, wieder stattfinden. Die letzten Coronalockerungen waren gute Neuigkeiten für die Gemeinden, denn gerade die Kleinen können so in diesem Jahr ihre Bundesfeiern grundsätzlich wieder so ausrichten, wie man sie kennt: mit Festrede, Feuer, Hymne und Wurst vom Grill.

Das hatte auch Uerkheim geplant. Die Bevölkerung war für den 31. Juli auf den Turnhallenplatz eingeladen worden, zu Wurst und Getränk und Grussworten von Gemeindeammann Herbert Räbmatter. Doch dazu kommt es nun nicht. Als erste Gemeinde im Aargau sagt Uerkheim die diesjährige 1. August-Feier wieder ab: «Aufgrund der wachsenden Fallzahlen hat der Gemeinderat entschieden, auf die Durchführung der Bundesfeier zu verzichten», teilte die Kanzlei am Mittwoch via Monatsbulletin mit.

Wichtig für die Gemeinden

Bislang steht Uerkheim mit diesem Entscheid alleine da. Die anderen Gemeinden, die sich grundsätzlich für eine Durchführung entschieden hatten, halten aktuell daran fest. In Gipf-Oberfrick, in Dintikon, in Hirschthal, Zeiningen und Rietheim etwa gibt es am 31. Juli oder am 1. August traditionelle Feiern, zwar immer mit Schutzkonzept, aber doch in gewohntem Rahmen.

Patrick Gosteli, Präsident Gemeindeammännervereinigung.

Patrick Gosteli, Präsident Gemeindeammännervereinigung.

Fabio Baranzini

Vor einem Jahr noch fanden diese höchstens auf ein Minimum abgespeckt statt, viele Gemeinden verzichteten ganz. «Die Mehrheit hat für dieses Jahr eine Feier geplant, deutlich mehr als 2020», stellt Patrick Gosteli fest, der Präsident der Aargauer Gemeindeammännervereinigung. Zwar behielten sich die Organisatoren vor, das Fest je nach Lage doch noch abzusagen, insgesamt aber werde der diesjährige 1. August in den Aargauer Gemeinden wieder begangen. Und das mit gutem Grund, wie Gosteli glaubt:

«Diese Feiern sind wichtig für das Gemeindeleben und sie sind eine Einnahmequelle für die organisierenden Vereine. Es sind alle froh, wenn sie wieder stattfinden können.»

Auch in Böttstein, wo Gosteli Gemeindeammann ist. Hier hält traditionellerweise der Grossratspräsident oder die Grossratspräsidentin die Festansprache zur Bundesfeier. Die letztjährige, Edith Saner, fand den Weg ins Zurzacher Dorf aber nicht. Die Feier war geplant, im letzten Moment wurde sie wegen Bedenken zur Einhaltung des Schutzkonzepts wieder abgeblasen. Heuer wird Pascal Furer die Rede halten, die Männerriege des Turnvereins betreibt die Festwirtschaft.

Und der Gemeindeammann ist zuversichtlich, dass der 1. August in Böttstein und in der Mehrheit der 210 Aargauer Gemeinden ein Feiertag sein wird. «Man ist heute viel geübter im Umgang mit dem Virus und der Erstellung und Einhaltung von Schutzkonzepten. Ausser, es kommen neue Bestimmungen hinzu, sollte die Durchführung vielen Gemeinden möglich sein.» Für den Fall, dass es den Nationalfeiertag verregnet, könnten die Böttsteiner noch mit 200 Personen in die Mehrzweckhalle ausweichen.

Zofingen sagt ab, Baden verschenkt Lampions und Würste

Für die grösseren Gemeinden ist die Organisation wegen der Personenbeschränkungen schwieriger. Der Zofinger Stadtrat hat sich Ende Juni gegen deshalb gegen die Durchführung der Bundesfeier ausgesprochen. Ein ungezwungener Austausch unter den Einwohnerinnen und Einwohnern sei durch die Coronaregeln und die beschränkte Teilnehmerzahl nicht möglich, hielt er fest.

Die Stadt Baden überreicht ihren Einwohnerinnen und Einwohnern am 1. August auf dem Schlossbergplatz eine (rohe) Wurst, ein Lampion und ein Flugblatt mit dem Schweizerpsalm, grillieren und singen werden die Badener aber, wie letztes Jahr, im privaten Rahmen.

Zusammenhalt: «In diesen unsicheren Zeiten hochaktuell»

Auch in Lenzburg findet ein abgespecktes Programm statt, mit ökumenischem Gottesdienst, Musik und Imbiss auf dem Schloss. Eine Festwirtschaft oder eine Festansprache gibt es nicht, stattdessen eine Podiumsdiskussion. Einerseits werde damit eine allfällige digitale Durchführung attraktiver, teilt die Stadt mit. Andererseits stehen mit den Diskussionsteilnehmerinnen, der Lehrerverbandspräsidentin Kathrin Scholl, der ehemaligen Einwohnerratspräsidentin Marianne Tibaldos und der Jungfreisinnigen Anna Staub, drei Frauen im Frauenstimmrechts-Jubiläumsjahr im Mittelpunkt des Bundesfeiertags.

Grundsätzlich ändere sich aber vermutlich am Inhalt der Reden zur Bundesfeier in den Gemeinden wenig, glaubt Gosteli. «Bei diesen wird ja gerne der Zusammenhalt thematisiert. Ich denke, das ist in diesen unsicheren Zeiten hochaktuell.»

 
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