So feierte die Region den 730. Geburtstag der Schweiz - Teil 2/3

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Alex Hürzeler (rechts) übergibt symbolisch den Schlüssel des Fahrzeugs an das LLV-Loipenteam, Präsident Beat Buchwalder (l.) und Bernhard Aeschbach. Bild: Alfred Weigel

Schlüsselübergabe ohne Eis und Schnee

Der Langlaufverein Kalthof-Wiliberg erhielt das Pistenfahrzeug inklusive Spurgerät bereits am 27. Oktober 2020. Aufgrund von Corona wurde die für den 20. Februar geplante Einweihungsfeier aber abgesagt. Die offizielle Schlüsselübergabe fand nun im Rahmen der 1.-August-Feier vor der Mehrzweckhalle Staffelbach statt – jahreszeitlich bedingt musste dafür auf eine weisse Unterlage verzichtet werden. Ein Transportfahrzeug brachte das Pistenfahrzeug von seinem Standort auf 650 Höhenmetern zu Tal. «Wir können auf einen schneereichen Winter mit 32 Loipentagen zurückblicken», resümierte LLV-Vizepräsident Raphael Nadler. Die Beschaffung lohnte sich: Bei besten Langlaufverhältnissen und super präparierten Loipen registrierte der Verein 25 neue Mitglieder.

Landstatthalter und Festredner Alex Hürzeler nutzte die Gelegenheit, um über zwei urtypische – aber zum Teil kontrovers diskutierte – Phänomene zu sprechen: über die direkte Demokratie und den Föderalismus. «Drehen kann man es, wie man will: Napoleon hatte seine Hand im Spiel bei der Bildung des demokratischen Systems», so der Regierungsrat. Hürzelers Blick in die Geschichtsbücher förderten zutage, auf welche Jahre die wichtigsten Instrumente der Schweizer Politik – obligatorisches und fakultatives Referendum sowie Volksinitiative – zurückzuführen sind: 1884 und 1891 votierte das Stimmvolk dafür. Der föderalistische Ansatz geht auf die Bundesverfassung von 1848 zurück. Seither ist die Aufgabenverteilung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden geregelt. Elementare Entscheidungen auf Gemeindeebene seien dafür verantwortlich, ob das Dorf- und Vereinsleben aufblüht und den Menschen Freude bereitet, so Hürzeler.

Trotz Corona-Auflagen entschied die Verwaltung Staffelbachs, die diesjährige Bundesfeier auszurichten – eine positive Entscheidung hinsichtlich der Tradition auf Gemeindeebene. Wie traditionelles Vereinsleben funktioniert, bewiesen der LLV mit der Einweihung des Pistenfahrzeugs und die Damenriege Staffelbach, die den 1.-August-Brunch ausrichteten.

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Rivella-Verwaltungsratspräsident Alexander Barth am Rednerpult. Bild: Flurina Sirenio

Rivella-Präsident ruft zu Respekt auf

«Wir leben in interessanten Zeiten. Doch leider sind Epochen, die Historiker interessant finden, oft unglückliche Zeiten.» Rivella-Verwaltungsratspräsident Alexander Barth, der am Samstagabend in Kirchleerau die Festrede hielt, wusste, wovon er sprach. Die pandemiebedingt ausgefallenen Grossveranstaltungen haben dem Rothrister Unternehmen 2020 einen Minderumsatz von 10,8 Prozent beschert. Für 2021, sagte Barth gegenüber dem ZT, würde ein ähnlicher oder noch höherer Verlust erwartet. Dies wegen einer längeren Dauer geschlossener Restaurants, die überdies mit der Skisaison eine sonst umsatzstarke Zeit eingeschlossen habe. Doch Barth stimmte vor den Kirch- und Moosleerbern anlässlich der Bundesfeier kein Trauerspiel zur Corona-Wirtschaft an. Viel mehr zeigte er sich beunruhigt über den rauen Umgang, den viele beim Zankapfel Covid pflegen. Daher appellierte er, sich auch bei kontroversen Diskussionen von Werten wie Rücksichtnahme und Achtung leiten zu lassen. Werte übrigens, die für unser Land stünden, fände man sie doch in der Präambel der Bundesverfassung. «Interessante Zeiten machen Angst, wir neigen dazu, unseren ideellen Kompass zu verlieren.» So würden wir über neue Phänomene streiten und damit vergessen, was uns trotz allem verbindet. «Und, wir vergessen, wie wir miteinander umgehen sollen.»Der 1. August sei ein guter Moment, so Barth, um uns auf die Leitsterne zu besinnen, die uns einten. Und was umschreibe diese Leitsterne besser als der in der Präambel erwähnte Wille, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung in Einheit zu leben?

Die Rede des hohen Besuchs aus Rothrist erhielt lauten Applaus, der jedoch verfrüht kam, wie Gemeinderätin Renate Egli erklärte. Der Gast habe noch eine kleine Zugabe parat. Denn Alexander Barth ist auch begeisterter Hobbysänger und legte am Rednerpult – begleitet von der Leerber Musig – ein Solo der modernisierten Hymne «Weisses Kreuz auf rotem Grund» hin. Dies jedoch nur zum Einsingen, danach stimmten die Feiernden in der Kirchleerber Turnhalle mit ein und gaben sich dabei alle Mühe, sich an die Weisung des Vorsingers zu halten: «Bitte so kräftig singen wie die Italiener an der Europameisterschaft.» (fsi)

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