Aargauer Regierung definiert Kriterien für Verschärfungen der Corona-Massnahmen

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Das Covid-Zertifikat soll bei steigenden Fallzahlen vermehrt eingesetzt werden. (Symbolbild) Keystone

Auch im Aargau steigen derzeit die Coronazahlen deutlich an. Die 14-Tages-Inzidenz beträgt aktuell 278.5 auf 100'000 Einwohner, die Positivitätsrate beträgt 13.3 Prozent, wie der Kanton am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Hauptgrund für diese Entwicklung seien die Reiserückkehrer, heisst es. Die aktuelle Impfrate von 53 Prozent müsse deshalb zwingend markant erhöht werden, weshalb der Kanton auch erneut an die Bevölkerung appelliert, sich impfen zu lassen.

Sollte sich die Situation jedoch weiter verschlechtern und eine Überlastung der Spitäler drohen, hat die Aargauer Regierung eine Eventualplanung ausgearbeitet. Diese sieht drei Eskalationsstufen vor, welche vom R-Wert und der Situation auf den Intensivstationen abhängen. Damit soll die Gesundheitsversorgung im Kanton sichergestellt und gleichzeitig die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Freiheiten aufrechterhalten werden. Die Verschärfungen treten allerdings nicht automatisch inkraft, wenn die Werte überschritten sind. Das sagte Regierungsrat Jean-Pierre Gallati an einer Medienkonferenz.

Kriterien für Verschärfungen

  • 1. Eskalation: R-Wert im 7-Tagesschnitt über 1,5; Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten über 40 %; Belegung zertifizierte Intensiv-Betten insgesamt 95 %; Wahleingriffe verschoben.
  • 2. Eskalation: R-Wert im 7-Tagesschnitt über 1,5; Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten über 50 %; Belegung zertifizierte Intensiv-Betten insgesamt 100 %; Wahleingriffe und medizinisch dringliche Operationen verschoben.
  • 3. Eskalation (Lockdown): R-Wert im 7-Tagesschnitt über 1,5; Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten über 60 %; Intensiv-Zusatzbetten belegt; Notfall-Operationen gefährdet.

Lockdown in dritter Eskalationsstufe

Für die erste Eskalationsstufe sind beispielsweise Veranstalterwarnungen durch die SwissCovid-App für Veranstaltungen sowie Restaurants und Bars vorgesehen. Im Gesundheitswesen würden repetitive Tests für alle Mitarbeitenden eingeführt die nicht getestet oder genesen sind. Die zweite Eskalationsstufe sieht eine Zertifikatspflicht für Bars und Clubs vor, Veranstaltungen ab 100 Personen würden bewilligungspflichtig. Bei der höchsten Eskalationsstufe würde es gemäss der Aargauer Eventualplanung zur erneuten Schliessung von Bars und Clubs kommen, Veranstaltungen würden verboten. Sprich: ein neuer Lockdown.

Die Regierung des Kantons unterstützt sodann den Vorschlag des Bundesrates, Tests für Personen ohne Symptome ab Oktober kostenpflichtig zu machen. Derweil lehnt sie es ab, dass alle Personen Zugang zu Speichel-Pooltests haben. Der Regierungsrat bezweifelt laut Mitteilung, dass mit einem solchen vom Bundesrat vorgeschlagenen neuen Zugang zu Tests ein Mehrwert geschaffen werde.

 
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