«Räbi» wird am Nordwestschweizer Schwingfest erst im Schlussgang gestoppt

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Die Entscheidung: Andreas Döbeli (rechts) bringt im Schlussgang Patrick Räbmatter zu Fall. (Bild: Wolfgang Rytz)

Patrick Räbmatter ist ein kräftiger Kerl. Und ein sehr fairer Sportsmann. Als seine Niederlage im Schlussgang des Nordwestschweizer Schwingfests in Zunzgen feststand, erhob er sich aus dem Sägemehl und schulterte als Ehrerweisung seinen Bezwinger Andreas Döbeli, der selber an die 100 Kilogramm schwer ist, als wäre es das Leichteste auf der Welt. Da sass Andeas Döbeli auf den Schultern des Uerkner Eidgenossen und genoss die Ovationen der 2000 Zuschauer in der kleinen, aber feinen Arena, die die Organisatoren, die das ganze Fest innert fünf Wochen auf die Beine stellten, in der Baselbieter Gemeinde aufgebaut hatten.

Auch vor zwei Jahren durfte sich Döbeli als NWSV-Sieger feiern lassen. Damals hatte sein Erfolg jedoch ein «Gschmäckle»: Der Freiämter hatte den Schlussgang gegen David Schmid, der in Zunzgen seinen Abschied von der grossen Schwing-Bühne feierte, verloren. «Dort habe ich einen Seich gemacht», befand er am Samstag nach seinem Triumph in Zunzgen. Auch deshalb fühle sich dieser Sieg nun ganz anders an. «Neben meinem Eidgenössischen Kranz, den ich in Zug geholt habe, ist das der grösste Erfolg meiner Karriere», ordnete der Sarmenstorfer seinen Triumph ein.

Mit gemischten Gefühlen in den Schlussgang gegangen

Dabei hatte er eigentlich allen Grund gehabt, mit gemischten Gefühlen in den Schlussgang gegen «Räbi» zu gehen. Einerseits hatte er den Uerkner in den bisherigen sechs Direktduellen noch nie bezwungen (4 Niederlagen, 2 Gestellte) und war ihm vor Kurzem auch beim Homberg-Schwinget unterlegen. Andererseits hatte Räbmatter im Verlauf des NWSV-Fests ein Ausrufezeichen gesetzt, indem er den Berner Gast und Schwingerkönig Kilian Wenger bezwungen hatte – und sich so auch die Schlussgangteilnahme gegenüber dem punktgleichen Gast aus der Nordostschweiz, Samir Leuppi, verdiente.

Zwar hatte auch Döbeli einen Gestellten geschafft gegen Wenger. Trotzdem musste er mit Kalkül in das Duell gegen seinen Aargauer Miteidgenossen gehen. Und das tat er auch. «Ich wusste, dass mir ein Gestellter zum Festsieg reichen würde», sagte Döbeli, der die Angriffsversuche von Räbmatter geschickt parierte und schliesslich für die Geduld belohnt wurde. Nach etwas mehr als neun Minuten ging der Freiämter seinerseits in die Offensive und legte «Räbi» auf den Rücken.

Dieser nahm das Verdikt gelassen zur Kenntnis: «Ich bin ehrlich gesagt nicht mal gross unglücklich. Ich hatte einen super Tag, kam in den Schlussgang. Dort nahm mir Andreas Döbeli den Festsieg, aber den Sieg über den Schwingerkönig Wenger kann mir niemand mehr nehmen.» Es war für «Räbi» übrigens der zweite «Königssturz» seiner Karriere. Schon 2016 war ihm dies am Bernisch Kantonalen gegen den damaligen Regenten Matthias Sempach gelungen.

In Strebels Knie knallte es – und ein Dank an den Gegner

Aus Aargauer Sicht verlief das Teilverbandsfest erfreulich, selbst wenn mit Nick Alpiger, der wegen eines positiven Corona-Tests absagen musste, einer der Besten fehlte. Und auch die mögliche Knieverletzung von Joel Strebel trat angesichts von Döbelis Triumph und Räbmatters Ausrufezeichen etwas in den Hintergrund. Strebel hatte seinen dritten Gang gegen den Südwestschweizer Eidgenossen Steve Duplan unterbrechen müssen, da es in einem Knie zweimal geknallt hatte. Strebel konnte den Kampf später fortsetzen und gewinnen, dankte aber danach explizit dem äusserst fairen Gegner, der beim Vorfall sofort aufhörte, zu kämpfen. «Er hätte mich dort besiegen können», so Strebel. Während der Mittagspause liess sich der Freiämter sein Knie tapen und konnte den Wettkampf in Kombination mit Schmerztabletten beenden. Nun muss eine eingehende Untersuchung des Knies zeigen, ob etwas kaputtgegangen ist.

Kilchberg: Alles klar?

Guido Thürig, der technische Leiter des Nordwestschweizer Schwingerverbands, muss im Hinblick auf den Höhepunkt der Saison, den Kilchberg-Schwinget vom 25. September, sechs Schwinger nominieren. Nach dem Teilverbandsfest in Zunzgen hatte er eine ziemlich klare Idee im Kopf, welches halbe Dutzend seiner Leute den NWSV am Zürichsee vertreten: die vier Aargauer Eidgenossen Nick Alpiger, Joel Strebel, Andreas Döbeli und Patrick Räbmatter. Dazu gesellen sich vermutlich noch die beiden Baselbieter Roger Erb und Samuel Brun. Bei Strebel und Alpiger hat sich jetzt aber ein Fragezeichen gebildet.

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