Einwohnerrat abschaffen

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Wunderbar, dass so viele politikinteressierte Menschen in den Einwohnerrat gewählt werden wollen! Lachende Gesichter mit sich anpreisenden Worten flattern in den Briefkasten oder per SMS aufs Handy. Was ist wohl die Motivation, um für ein solches Amt zu kandidieren?

Neue, willige Einwohnerräte, die auf der westlichen Stadtseite zur Miete wohnen, sind sich meiner Stimme sicher. Sie gehören zu einer Minderheit, die gefördert werden muss. Denn die typischen Einwohnerräte sind Eigenheimbesitzer und wohnen in Einfamilienhausquartieren auf der Ostseite der Bahnlinie.

Auf der Einwohnerratsliste finden sich etliche familiär mit anderen Einwohnerräten oder Personen in anderen politischen Ämtern verbandelte Anwärter. Sie sind für mich leider nicht wählbar, schliesslich möchte ich keine familiären Machtstrukturen fördern. Das Ziel, der Allgemeinheit zu dienen, muss das Hauptargument bleiben.

Obwohl an einer Hand abzählbar ist, wer von den neu zu wählenden Einwohnerräten schon jemals eine Einwohnerratssitzung von der Zuschauertribüne aus verfolgt hat, hoffe ich um das Bewusstsein der Arbeit im Rat. Ehre und Karrieredenken dürfen nicht im Vordergrund stehen, sondern der Wille im Sinne der Bevölkerung zu handeln. Das bedeutet x Dossiers zu wälzen und sich fundierte Kenntnisse anzueignen. Falls sich die neuen Einwohnerräte lieber von ihren Parteimitgliedern oder Abgeordneten in den verschiedenen Gremien beraten lassen, weil der Zeitaufwand für solide Dossierkenntnisse unüberschaubar wird, wäre es an der Zeit, über die Abschaffung des Einwohnerrates nachzudenken. Die Kantone Appenzell Innerrhoden und Glarus machen es uns vor. An den Landsgemeinden, vor allem im Kanton Glarus, wurden wegweisende Entscheidungen von der Bevölkerung für den ganzen Kanton, und nicht nur für eine einzelne Gemeinde, getroffen.

Ich wähle, weil es keine andere Option gibt. Meine Hoffnung bleibt, dass sich in naher Zukunft die momentan noch schweigende Mehrheit in Zofingen dazu entschliessen kann, den Einwohnerrat zu Gunsten einer Gemeindeversammlung abzuschaffen. Denn im Einwohnerrat bekommen einige wenige vom Leben privilegierte die Macht, über die Mehrheit der Bevölkerung zu entscheiden.

Deborah Oggenfuss, Zofingen

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Eine Frage der Perspektive

Hanspeter Müller
schrieb am 10.09.2021 11:10
Herr Hostettler, Ihre Worte könnten von einem Politiker kommen. Man muss dies dem Volk nur genügend eintrichtern damit sie Ihre Zeilen glauben. Auch unser Stadtammann hat kürzlich gesagt, dass es fatal wäre, wenn in Zofingen die direkte Demokratie Einzug halten würde. Es stellt sich einfach die frage, für wen das fatal wäre.... . Unsere Einwohnerräte machen 0.3% unserer Bevölkerung aus. Die Gemeindeversammlung könnte genau so oft statt finden. Mit der Seriosität ist es so eine Sache. Die Dossierkenntnisse sind oft katastrophal schlecht. Kaum einer kennt z.B. den wahren Hintergrund des Debakels mit dem Swissprinters Städtebau-Vertrag welcher für unsere Gesellschaft so viel wert hat wie ein Stück Toilettenpapier. Ich wage es hier nicht zu schreiben wie gross der Wert dieses Papiers ist für die Vertragsparteien und ihre Gefolgschaft. Von denen sitzen leider nur allzu viele von links nach rechts in diesem Einwohnerrat. Ja, fatal wäre es für unsere Politiker tatsächlich wenn sie ihre Fäden nicht mehr so spannen könnten, wie das bis heute der Fall ist.

Legitimation durch Wahl

Bruno Hostettler
schrieb am 09.09.2021 22:41
Ein durch eine Wahl legitimierter Einwohnerrat als Behörde scheint mir für Zofingen angebrachter als eine Gemeindeversammlung, an der in der Regel 1-2% der Stimmberechtigten teilnehmen. Der Einwohnerrat tagt öfter als eine Gemeindeversammlung stattfände. Er kann somit anstehende Geschäfte seriöser beraten. Dazu besteht für alle, die Gemeinde als Gemeinschaft verstehen die Möglichkeit, sich einer Wahl zu stellen.

Stadtrat auch abschaffen

Hanspeter Müller
schrieb am 08.09.2021 11:30
Herr Buchwalter, wenn sie zwischen den Zeilen lesen, dann fällt ihnen vielleicht auf, dass die Autorin die Problematik mit dem Filz und anderen klebrigen Geflechten anspricht. Diese Zähflüssigkeit ist etwas prominenter vertreten auf der genannten Bahnseite (es gibt selbstverständlich auch immer Ausnahmen...). Dann kann es durchaus ehrlich sein so zu entscheiden, denn die Serviceclubs und andere illustre Gruppierungen haben sich nicht in alle Haushalte auf der Ostseite eingeschlichen und somit ist die Sympathie für die Autorin tendentiell wohl eher für die andere Bahnseite was für mich nachvollziehbar ist.
Den Stadtrat abzuschaffen ist wohl etwas anspruchsvoll, aber diesen austauschen wäre denn noch eine interessante Überlegung wert. Wenn man bedenkt, was die Stadt Zofingen aktuell für Anwaltskosten für eindeutige Verfahrensfehler im Einwohnerrat ausgegeben haben (obwohl so was natürlich niemals von der Zeitung veröffentlicht würde) dann ist Ihre Gedankenreise schon auch eine Überlegung wert.

Stadtrat auch abschaffen

Matthias Buchwalter
schrieb am 08.09.2021 10:15
Interessant. Aber ob es von der Schreiberin ehrlich ist, da Sie ja selber an bester Lage in Zofingen wohnt bzw. ein Eigenheim besitzt?
Es ist eine Tatsache, dass auch 6 Stadträte an bester Lage im Eigenheim residieren und das östlich der Bahnlinie. Ergo müsste man den Stadtrat auch abschaffen.
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