Einsprachen gegen den Neubau kosten das KSA Millionen – das Risiko für Mehrkosten beim Bau ist hingegen überschaubar

ksb.jpeg
Der Neubau des Kantonsspitals Baden (KSB) im August 2021. Bild: Zvg / Ksb / Aargauer Zeitung

Die beiden Bauprojekte werden Hunderte Millionen Franken verschlingen oder haben sie bereits verschlungen. Dafür werden im Kanton Aargau in den nächsten Jahren gleich zwei neue Spitäler ihren Betrieb aufnehmen. Die Patientinnen und Patienten dürfen sich auf helle, freundliche Zimmer freuen. Die Ärztinnen und Pfleger auf einen modernen Arbeitsplatz.

Das Kantonsspital Baden (KSB) wollte seinen Neubau «Agnes» eigentlich im Herbst 2023 eröffnen. Doch seit Ende August ist klar, dass sich die Inbetriebnahme um ein Jahr verzögert. Zudem wird das neue Spital 95 Millionen Franken teurer. Ging das KSB 2014 noch von 450 Millionen Franken aus, belaufen sich die Kosten inzwischen auf 545 Millionen Franken. Das KSB zahlt also am Schluss 20 Prozent mehr als geplant. Die finanzielle Last trägt das Spital alleine.

Mehr Flexibilität, aber ein höheres finanzielles Risiko

Der Neubau in Baden wurde bewusst mit einem Generalplaner und nicht mit einem Totalunternehmer realisiert. «Das bietet den Vorteil, die Planung mitgestalten zu können», begründete KSB-CEO Adrian Schmitter den Entscheid. So habe man beispielsweise nachträglich noch mehr Separierungszimmer, eine grössere Intensivstation und 33 zusätzliche Betten schaffen können.

ksb2.jpeg
Visualisierung des Eingangsbereichs des neuen Kantonsspitals Baden. Bild: zvg/KSB

 

Aber nicht nur die nachträglichen Änderungen haben den Neubau teurer gemacht, sondern auch die höheren Kosten wegen Vorschriften beim Brandschutz oder unerwartet hohen Preisen bei gewissen Grossvergaben. So kostet die Lüftung mangels Konkurrenzangeboten laut CEO Schmitter doppelt so viel wie bei anderen Spitälern von vergleichbarer Grösse.

KSA baut das neue Spital zu einem fixen Preis

Während vom neuen Spital in Baden schon viel zu sehen ist, fiel der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten für den Neubau «Dreiklang» in Aarau erst kürzlich. Am 12. August wurde der Spatenstich gefeiert.

ksb3.jpeg
CEO a.i. Sergio Baumann, Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati, Verwaltungsratspräsident Peter Suter und der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (v.l.) am Spatenstich. Bild: Alex Spichale / AAR

 

Das neue Spital in Aarau kostet 563 Millionen Franken. Anders als das KSB haben sich die Verantwortlichen in Aarau für einen Totalunternehmer entschieden. Das KSA hat also im Voraus eine detaillierte Beschreibung des zu liefernden Hauses erstellt und aufgrund dessen mit dem Totalunternehmer einen Fixbetrag für die Bestellung vereinbart.

«Der grosse Vorteil dieses Vorgehens ist, dass ohne Anpassungen, Veränderungen und Unvorhergesehenem das Lieferobjekt klar definiert und der Preis fixiert ist», sagt Sergio Baumann, CEO ad interim und Leiter des Departements Betrieb beim KSA.

Einsprachen ziehen diverse Kosten nach sich

Mehrkosten ganz auszuschliessen, ist aber auch mit dieser Vorgehensweise nicht möglich. Mehrkosten ergeben sich laut Baumann etwa aus Risiken, die das KSA aus Kostenüberlegungen nicht dem Totalunternehmer übergeben hat, beispielsweise das Risiko Baugrund. Auch Verzögerungen können Mehrkosten verursachen.

Und davon gab es bereits vor dem Spatenstich einige: Der Werkvertrag wurde später als geplant unterzeichnet und es gab Einsprachen. «Einsprachen bringen gleich dreierlei Kosten mit sich: Prozess- und Anwaltskosten, Teuerungskosten und Zusatzkosten für den Unterhalt der alten Gebäude», sagt Baumann.

Immerhin: Die Bereinigung der Anforderungen an die Betriebsorganisation und die technische Grundausrüstung haben laut Baumann nur geringe Abweichungen von einem Betrag von unter 100'000 Franken ergeben. «Bezogen auf die Bausumme ist das ein absolut hervorragendes Ergebnis», so der Interim-CEO.

Änderungen am Projekt würden kosten

Der Vorteil bei einem Totalunternehmer sei, «dass man schon sehr früh gezwungen wird, sehr konkret und detailliert zu planen, was nach unserer Erfahrung in der Summe zu einem besseren Ergebnis führen sollte», sagt Sergio Baumann.

ksa4.jpeg
Visualisierung des neuen Kantonsspitals Aarau (KSA). Bild: Marco Dirren / «Aargauer Zeitung»

 

Das KSA könne trotz Zusammenarbeit mit einem Totalunternehmer noch Änderungen am Projekt vornehmen. Diese würden aber – wie im Generalplaner-Modell – zusätzlich kosten.

Neubau-Finanzierung läuft «gemäss Plan»

Baumann erwartet aus heutiger Sicht jedoch keine grossen Zusatzkosten wegen nachträglicher Änderungen am Projekt. Dieses sei seit dem Wettbewerb «äusserst stabil und ohne grosse Änderungen unterwegs».

Wie das KSB will auch das KSA die Finanzierung des Neubaus ohne Kantonsdarlehen bestreiten. Die Finanzierung laufe gemäss Plan, sagt Baumann. «Das KSA beschafft schrittweise für die jeweilig anstehenden Investitionen das Kapital am Markt.»

Zudem seien Zinsabsicherungen im Umfang von 300 Millionen Franken bereits abgeschlossen worden. Die Konditionen gibt Baumann «zum Schutz der Kapitalgeber» nicht bekannt.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Hotel Restaurant-Adelboden
Service-Aushilfe, Mitarbeiter,
Müller
Verkaufberat. Naturkosmetik, Mitarbeiter, Langendorf
Müller
Verkaufsberater Schreibwaren, Mitarbeiter, Langendorf
Home Instead
Teilzeitselle im Stundenlohn, Mitarbeiter,
Pieroth Romanet SA
Hilfe!! Ich brauche DICH, Mitarbeiter,
Restaurant Schwendi
Koch EFZ / BG 1000%, Mitarbeiter,
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner