NZZ am Sonntag prangert Vordemwald an

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Symbolbild

Am Samstag, 11. September, publizierte die «NZZ am Sonntag» einen Artikel mit dem Titel «Mehrere Gemeinden reparieren Sirenen seit Jahren nicht mehr». Einleitend mit einem Rückblick auf das Unwetter in Deutschland mit über 140 Toten im Bundesland Rheinland-Pfalz wird auf die rund 7200 Sirenen in der Schweiz übergeleitet, die bei genau so einem Ereignis zum Einsatz kommen sollten – wenn sie den funktionieren würden. Dies sei nicht in allen Gemeinden der Fall: «Die verschaffte sich Zugang zu den Auswertungen der letzten fünf Jahre von allen Kantonen und Gemeinden. Die Analyse zeigt: Das Pflichtgefühl für den Schutz der eigenen Bevölkerung ist nicht überall ausgeprägt.» Happige Vorwürfe. Gemeinden, die ihre Sirenen nicht reparieren, würde der Schutz der Bevölkerung nicht viel bedeuten. Die Zeitung prangert gleich mehrere Gemeinden an, wo dies der Fall sein soll. So heisst es weiter: «Manche Gemeinden schaffen es nicht, eine defekte Sirene in einem Jahr zu reparieren. So funktioniert etwa in den Gemeinden Vordemwald im Kanton Aargau sowie den Waadtländer Gemeinden Vulliens und Missy die Sirene seit drei Jahren nicht.»

Gemeinde und ZSO wissen nichts von kaputter Sirene

Kümmert sich der Gemeinderat von Vordemwald, die Gemeinde war im Sommer selbst von einem Unwetter mit massiven Schäden – glücklicherweise ohne Tote – betroffen, nicht um seine Bewohner? Geht es der Gemeinde finanziell so schlecht, dass jeder Rappen umgedreht werden muss und die Sirene deshalb seit Jahren nicht repariert werden kann, wie es der Artikel suggeriert? Gemeindeammann Max Moor weist den Vorwurf entschieden zurück. «Natürlich sind wir daran interessiert, dass sämtliche Sirenen funktionieren und stehen zur Verfügung, wo wir können, wenn dem nicht so sein sollte.» Moor verweist zudem auf die Zivilschutzorganisation (ZSO) Region Zofingen und die dafür zuständige Stadträtin, Christiane Guyer. Die ZSO sei in den ihr angeschlossenen Gemeinden für die Sirenen verantwortlich und nicht die Gemeinde selbst.

«Tatsächlich betreuen wir die Sirenen und überprüfen im Rahmen des jährlichen Sirenentests im Februar deren Funktionstüchtigkeit», so Christiane Guyer. Von einer nicht funktionierenden Sirene weiss sie aus dem ganzen Gebiet nichts und nach eingehender Prüfung der relevanten Protokolle zeigt sich ein einwandfreies Bild in der Region. Zwar könne es vorkommen, dass eine Sirene nicht mehr funktioniert, dass diese aber jahrelang nicht repariert werde, mache keinen Sinn. «Beim jährlichen Test wird zuerst die Fernauslösung und danach die manuelle Auslösung direkt an der Sirene getestet. Dazu ist ein Angehöriger des Zivilschutzes vor Ort und das Ergebnis wird protokolliert.» Wenn eine Sirene nicht funktioniert, was im fraglichen Zeitraum in Vordemwald nicht der Fall war, wird direkt eine Reparatur ausgelöst und der Sirenenhersteller meldet anschliessend die erfolgte Reparatur an die ZSO Region Zofingen. «Da wir beim Hersteller ein Service-Abo haben, macht es überhaupt keinen Sinn, eine Sirene nicht reparieren zu lassen – für den Service zahlen wir ja so oder so.»

Guyer kann sich nicht vorstellen, auf was für Daten sich die Zeitung beruft. Auch wurde weder bei ihr noch der Gemeinde Vordemwald nachgefragt, ob tatsächlich eine Sirene seit Jahren defekt sei.

Wie die «NZZ am Sonntag» auf Anfrage mitteilt, erhielt sie die Daten via Öffentlichkeitsgesetz und der Artikel sei betreffend der Faktenlage seitens des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) gegengelesen. Liegt der Fehler also beim betreffenden Bundesamt? Genaueres weiss man dort zurzeit noch nicht. «Wir klären aktuell ab, wo dass der Fehler liegt», so Sandra Walker, Chefin Kommunikation des BABS. Denkbar sei unter anderem etwa ein Fehler der IT.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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